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29.10.2026 / Profis

Magdeburg im Gegnercheck

Blau-weiße Fahnen, selbstgemachte Schärpen und jede Menge Leidenschaft für den eigenen Verein: Die Fans des 1. FC Magdeburg stehen ihrem Club mit großer Begeisterung zur Seite. Ende der 1970er-Jahre schlossen sich die ersten Anhänger in Fanclubs zusammen und gestalteten das Vereinsleben aktiv mit. Am Samstag (31.10.) empfängt der SV Darmstadt 98 die Magdeburger um 13 Uhr. Grund genug, einen Blick auf die Entwicklung und Besonderheiten der Magdeburger Fankultur zu werfen.

Foto: Bundesliga/Getty Images/Oliver Hardt

Was heute ein fester Bestandteil der Magdeburger Fankultur ist, nahm Ende der 1970er-Jahre seinen Anfang. Die Anhänger des FCM schlossen sich in eigenen Gruppen zusammen, um ihren Verein gemeinsam zu unterstützen. Mit selbstgemachten Schärpen und Fanclub-Fahnen, wie sie teilweise bis heute zu sehen sind, brachten sie ihre Verbundenheit zum Club zum Ausdruck.

Mit der wachsenden Zahl an Fanclubs wurde auch der Staat auf die Entwicklung aufmerksam. In der DDR konnten sich Fanclubs daraufhin offiziell registrieren lassen. Um sie zur Anmeldung zu bewegen, wurden verschiedene Anreize geschaffen, etwa die Vorstellung in Programmheften oder Unterstützung bei der Organisation eigener Turniere. Da die Registrierung jedoch auch der stärkeren staatlichen Kontrolle dienen sollte, lehnten viele aktive Fanclubs sie bewusst ab und boykottierten die Anmeldung. Deshalb lässt sich heute kaum noch nachvollziehen, wie viele Fanclubs es damals tatsächlich gab.

Nach dem sportlichen Niedergang im Jahr 2006 waren schließlich nur noch 20 Fanclubs beim Verein gemeldet. Durch eine intensivere Zusammenarbeit zwischen dem FCM und seinen Anhängern wuchs die organisierte Fanszene in den folgenden Jahren jedoch wieder kontinuierlich an. Schließlich zählte der 1. FC Magdeburg 233 offiziell registrierte Fanclubs. Neben der Geschichte und der heutigen Größe der Magdeburger Fanszene haben wir auch den FCM als kommenden Gegner der Lilien genauer unter die Lupe genommen.

Formkurve

Der bisherige Saisonverlauf in der 2. Bundesliga verlief für den 1. FC Magdeburg vielversprechend. Nach neun Spieltagen standen die Magdeburger mit 16 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz.

Gegnerische Mannschaft Endergebnis Punkteausbeute
Karlsruher SC (H) 6:1 3
Dynamo Dresden (A) 2:0 0
Hannover 96 (H) 3:0 3
SpVgg Greuther Fürth (A) 1:1 1
1. FC Kaiserslautern (H) 3:0 0

TOP SCORER - 2. Bundesliga

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Mateusz Zukowski – 8 Tore Baris Atik – 7 Assists
Emmanuel Iyoha – 6 Tore Luka Hyryläinen – 2 Assists
Alexander Nollenberger – 3 Tore Tobias Müller – 2 Assists
Falko Michel – 3 Tore Thorben Müsel – 2 Assists
Anselmo Garcia MacNulty – 1 Tor Felipie  Chavez – 2 Assists

 

Der Trainer

Petrik Sander (1. FC Magdeburg, Cheftrainer),

Petrik Sander

Cheftrainer des 1. FC Magdeburg
  • Geburtsdatum (Alter): 17.11.1960 (65)
  • Geburtsort: Quedlinburg
  • Nationalität: Deutschland
  • Im Amt seit: 12.10.2025
  • Vorherige Trainerstationen: Budissa Bautzen, TuS Koblenz, Carl Zeiss Jena, VfR Aalen, Energie Cottbus

Prunkstück

Der 1. FC Magdeburg überzeugt in dieser Saison mit einem effizienten Offensivspiel. Mit 20 Treffern nach neun Spieltagen gehört der FCM zu den torgefährlichsten Mannschaften der 2. Bundesliga. Dabei landet im Schnitt jeder siebte Torschuss im Netz.

Besonders das starke Umschaltspiel zeichnet die Magdeburger aus. Nach Ballgewinnen schaltet die Mannschaft blitzschnell auf Angriff um und nutzt die entstehenden Räume konsequent aus. Mit vier Treffern aus elf Konterabschlüssen stellt Magdeburg die gefährlichste Kontermannschaft der Liga. Durch schnelle Gegenangriffe, direkte Pässe und eine konsequente Chancenverwertung sorgen die Bördestädter immer wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor.

All Eyes on..

Vom Außenverteidiger zum Torjäger: Mateusz Żukowski hat in seiner noch jungen Karriere bereits einige Umwege genommen. Heute zählt der 24-jährige Pole zu den gefährlichsten Angreifern der 2. Bundesliga. Doch hinter seinem sportlichen Aufstieg liegt auch eine bewegte Lebensgeschichte, in der vor allem seine Mutter eine entscheidende Rolle spielte.

Seine ersten Schritte im Fußball machte Żukowski bei Pogoń Lębork. Über die Jugend von Lechia Gdańsk und eine Station bei Chojniczanka führte ihn sein Weg in den polnischen Profifußball. Dabei verlief seine Kindheit alles andere als unbeschwert: Finanzielle Sorgen und Gewalt innerhalb der Familie prägten diese Zeit. Seine Mutter stand ihm dennoch stets zur Seite und ermöglichte ihm mit großem Einsatz, seinem Traum vom Fußball nachzugehen. Selbst wenn das Geld knapp war, fand sie immer wieder einen Weg, die Kosten für Fußballschuhe oder Trainingslager aufzubringen. Für Żukowski entstand daraus ein klares Ziel: Eines Tages wollte er seiner Mutter etwas zurückgeben und ihr ein besseres Leben ermöglichen.

Im Januar 2022 wagte der Pole den Schritt ins Ausland und wechselte zu den Glasgow Rangers. In Schottland gelang ihm der erhoffte Durchbruch allerdings nicht. Auch bei seiner anschließenden Leihe zu Lech Poznań konnte er sich nicht dauerhaft durchsetzen. Über Śląsk Wrocław führte sein Weg im September 2025 schließlich zum 1. FC Magdeburg, wo seine Karriere eine bemerkenswerte Wendung nahm. Der gelernte Außenverteidiger entwickelte sich im Sturmzentrum zu einem treffsicheren Angreifer und überzeugte mit Schnelligkeit, Durchsetzungsvermögen und Abschlussstärke. Trotz zwischenzeitlicher Verletzungsprobleme erzielte er in der Saison 2025/26 insgesamt 17 Treffer und gehörte damit zu den erfolgreichsten Torschützen der 2. Bundesliga.

Dass der FCM langfristig auf ihn setzt, unterstrich der Verein im Juli 2026 mit einer Vertragsverlängerung bis 2029. Innerhalb kurzer Zeit hat sich Żukowski in Magdeburg zu einem wichtigen Leistungsträger entwickelt. 

Mateusz Zukowski (1. FC Magdeburg, #22) im Zweikampf mit Adrian Kapralik (Holstein Kiel, #20)
Foto: Eibner-Pressefoto/Scott Coleman

Blick in die Magdeburg-Vitrine

  • Europapokal-der-Pokalsieger-Sieger: 73/74
  • Deutscher Drittligameister: 21/22, 17/18
  • DDR-Meister: 74/75, 73/74, 71/72
  • DDR-Pokalsieger: 82/83, 78/79, 77/78, 72/73, 68/69, 64/65, 63/64
  • Meister Regionalliga Nordost: 14/15
  • Landespokal-Sachsen-Anhalt-Sieger: 21/22, 17/18, 16/17, 13/14, 12/13, 08/09, 05/06, 02/03, 00/01, 97/98, 92/93

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