Fotos: Eibner 24.10.2026 / Profis
Mit Basics und Stabilität
Die Lilien zeigen eine Reaktion auf die Niederlage von Karlsruhe und trennen sich torlos von Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli. Insbesondere defensiv bot der SV 98 eine starke Leistung. Wir blicken mit unserer Analyse auf den 9. Spieltag zurück.
Szene des Spiels:
Szene des Spiels: Nach dem torlosen Unentschieden haben wir uns in dieser Rubrik für eine Szene entschieden, die stellvertretend für die aufoperungsvolle Defensivarbeit der Lilien am Freitagabend stand. Knapp 81 Minuten waren gespielt, als die Gäste aus dem Norden eine scharfe Hereingabe in den Strafraum der Südhessen spielten und der eingewechselteTaichi Hara in aussichtsreicher Position vor Marcel Schuhen auftauchte. Eng markiert wurde der Angreifer jedoch von Patric Pfeiffer, der seinen Gegenspieler mit Körperkontakt, hoher Intensität und perfektem Timing am Abschluss hinderte. Ähnliche Momente und wichtige Blocks waren zuvor bereits von Yannik Lührs und Raoul Petretta zu beobachten gewesen, sodass Lührs im Nachgang treffend zusammenfasste: „Wir waren voll da, haben uns reingehauen und jeden Zweikampf angenommen.“
Belohnt wurde der südhessische Verbund mit dem ersten Zu-null-Spiel der Saison und einem Zähler gegen den Bundesliga-Absteiger.
Das lief gut:
Defensive Stabilität: Wie bereits in der „Szene des Spiels“ beschrieben, zeigten die Lilien defensiv ihre wohl beste Saisonleistung. „Wir haben zunächst alles darangesetzt, stabil zu stehen“, bestätigte Lührs nach Abpfiff, was zuvor auf dem Spielfeld zu erkennen gewesen war. „Wir haben etwas tiefer verteidigt“, erklärte Cheftrainer Florian Kohfeldt, dessen Mannschaft gegen den Ball eine Dreierkette (Pfeiffer, Lührs, Petrettta) bildete und offensiv dann wieder auf einen Viererkette switchte. Ein Plan, der aufging. Den Gästen gelang es kaum, ihre schnellen Angreifer in Szene zu setzen, der Abwerverbund der Lilien bot kaum Räume hinter der Kette an. Zudem zeigten sich die Südhessen in der Box-Verteidigung sehr konzentriert und ermöglichten Schlussmann Marcel Schuhen einen eher geruhsamen Nachmittag.
Die Basics: Sie sind die Grundvorraussetzung für ein erfolgreiches Fußballspiel. Die Basics. Zweikämpfe, Laufbereitschaft, Aggressivität, Mentalität. All diese Dinge ließen die Lilien beim 0:4 in Karlsruhe vermissen. Die deutliche Pleite war die bittere Konsequenz. Gegen den FC St. Paul konnte der SV 98 hinter jeden einzelnen der aufgezählten Punkte einen Haken machen. Insbesondere die Zweikampfbilanz von 62 Prozent gewonnen Duellen war beeindruckend. „Das brauchst du in dieser Situation“, so Marcel Schuhen und Florian Kohfeldt resümierte: „In der aktuellen Situation geht es um Grundstabilität. Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir wollten.“
Das lief nicht gut:
Die offensive Durchschlagskraft: Es ist durchaus logisch, dass sich die Lilien aufgrund der eher definisiveren Herangehensweise keine Vielzahl an Möglichkeiten herausspielten. Und dennoch gab es diverse Situationen, die in einem deutlich gefährlicheren Output hätten enden können. „Wir hätten mehr verlagern müssen, wir hätten über die Halbräume im letzten Drittel klarer sein müssen“, so Kohfeldt in seiner angerissenen taktischen Analyse, um es dann ein wenig allgemeiner zu formulieren: „Wir brauchen die unbedingte Zielstrebigkeit. Defensiv haben wir das sehr gut gemacht, offensiv muss es weiter in die Mannschaft rein.“ Aufgrund der starken Defensivleistung hätte wohl schon dieser eine zielstrebige Moment ausreichen können, um am Ende sogar drei Punkte am Böllenfalltor zu behalten. So stand nach Abpfiff ein leistungsgerechtes Unentschieden geschrieben. Ein Punkt und eine Leistung, die den Cheftrainer des SV 98 zu folgendem Fazit veranlasste: „Es ist kein Grund, um jubelnd durch Darmstadt zu rennen, aber eine gute Basis, um darauf weiterhin aufzubauen.“
Zitat des Tages
"In der aktuellen Situation geht es um Grundstabilität. Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir wollten."