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22.10.2026 / Profis

„Müssen die Antwort auf dem Platz geben“

Viel Zeit, die Niederlage in Karlsruhe aufzuarbeiten, blieb dem SV 98 nicht. Gegen St. Pauli bietet sich bereits am morgigen Freitag (23. Oktober, 18.30 Uhr) die Chance zur Wiedergutmachung. Unser Cheftrainer sprach unter anderem über den Gegner, die eigene Heimstärke und mögliche Veränderungen in der Startelf.

Foto: SV 98

Personalupdate: Luca Marseiler, Fabian Nürnberger und Merveille Papela fallen weiterhin aus. Für Carlo Sickinger und Yosuke Furukawa kommt die morgige Partie ebenfalls zu früh.

Florian Kohfeldt ...
... über das Spiel in Karlsruhe:

Das war für uns alle ein Spiel, das sich in dem Moment in Karlsruhe nicht erklären ließ. Das schließt auch die Mannschaft mit ein, weil wir in den Wochen davor eigentlich eine gewisse Stabilität gefunden hatten. Gerade nach dem Cottbus-Spiel und der Länderspielpause hatten wir eine sehr gute Trainingswoche vor Karlsruhe. In diesem Spiel haben wir dann aber alles vermissen lassen, was man braucht, um ein Zweitligaspiel zu gewinnen: die nötige Ernsthaftigkeit in der Verteidigung und im Spiel mit dem Ball, die Seriosität und auch ein gewisses Maß an Laufbereitschaft. Durch das frühe 0:1 und die Art, wie es zustande gekommen ist, und dem 0:2, ist die Mannschaft dann auch in eine Art Schockzustand geraten. Trotzdem darf uns so etwas nicht passieren. Niemand will den Auftritt in Karlsruhe kleinreden. Das war eine katastrophale Leistung von uns, von Anfang bis Ende. Gleichzeitig haben wir aber auch das Vertrauen, dass wir gerade zu Hause in dieser Saison deutlich stabiler sind.

... über fehlende Konstanz und den Druck:

Wenn man auf die Saison schaut, sind wir sehr schwer reingekommen und hatten zuletzt eine Phase mit einigen Auf und Abs. Wir müssen es einfach schaffen, konstanter zu werden. Momentan fehlt es an individueller Verlässlichkeit und dadurch ist es unfassbar schwer, auf dem Platz planbar zu sein. Das müssen wir hinbekommen. Fakt ist aber auch, dass wir unsere letzten beiden Heimspiele gewonnen und zwei der letzten vier Spiele für uns entschieden haben. Das Positive ist, dass wir morgen schon wieder spielen. Das ging schnell und ist in diesem Fall auch das Beste, denn die Antwort müssen die Jungs jetzt auf dem Platz geben. Die müssen sie morgen geben, aber auch dauerhaft. 

Der Druck ist jetzt da, das ist gar keine Frage. Aber wer diesen Druck nicht liebt, der hat hier auch nichts zu suchen. Deshalb brauchen wir kein Mitleid, sondern müssen Gas geben. 

... über mögliche Veränderungen in der Startelf:

Den Spielern, die in Karlsruhe angefangen haben, habe ich bereits in der Halbzeit gesagt, dass sie noch einmal 45 Minuten Zeit haben, etwas zu zeigen. Ich glaube daher schon, dass wir am Freitagabend die eine oder andere Veränderung sehen werden. Denn man muss auch sagen können, dass bestimmte Dinge nicht komplett konsequenzlos bleiben. Das ist im Profisport ganz normal und hat nichts mit meiner Beziehung zu den Spielern zu tun. Wir haben nach wie vor ein sehr enges Band zwischen der Mannschaft und dem Trainerteam. Es gibt eine menschliche und eine sportliche Ebene. Auf der sportlichen Ebene gab es zuletzt allerdings wiederholt Verhaltensweisen, bei denen man irgendwann sagen muss, dass vielleicht auch jemand anderes eine Chance bekommt.

... über den kommenden Gegner:

Wir spielen gegen eine sehr gute Mannschaft. Sie haben sich gefangen, bringen unglaublich viel Tempo in die letzte Linie und haben zwei sehr schnelle Stürmer. Mit Smith haben sie für mich einen der besten Aufbauspieler der Liga. Außerdem sind sie hinten sehr schwer zu pressen und insgesamt sehr variabel. Bei aller Emotion müssen wir uns auch inhaltlich auf das vorbereiten, was morgen auf uns zukommt. Das haben wir getan und werden wir auch weiterhin tun.

... über das Vertrauen in die eigene Heimstärke:

Es ist ein Balanceakt, nach so einem Spiel wie in Karlsruhe nicht den Eindruck zu erwecken, dass man Dinge schönreden möchte. Trotzdem muss man bei den Fakten bleiben. Wir haben unsere letzten beiden Heimspiele gewonnen, das letzte davon hochverdient. Ich glaube, dass es in den vergangenen zwei Jahren nicht viele Heimspiele gab, die wirklich schlecht waren. Das ist zwar keine Garantie für morgen, gibt uns aber trotzdem Vertrauen. Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Wenn wir über die Auf und Abs sprechen, die wir zuletzt hatten, bedeutet das schließlich auch, dass es gute Phasen gab. Und ich hoffe, dass morgen wieder eine gute Phase folgt.

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