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21.10.2026 / Profis

St. Pauli im Gegnercheck

Flutlichtspiel am Böllenfalltor: Am Freitagabend (23.10.) begrüßt der SV Darmstadt 98 den FC St. Pauli im Rahmen des neunten Spieltags der 2. Bundesliga. Aber mit Flutlichtspielen kennt sich St. Pauli aus. In einer solchen Nacht haben sie sich selbst im Jahr 2002 den inoffiziellen Titel „Weltpokalsieger-Besieger“ verpasst.

Foto: Eibner-Pressefoto/Max Vincen

Millerntor, 6. Februar 2002. Auf der einen Seite der Tabellenletzte der Bundesliga, der FC St. Pauli. Auf der anderen Seite die frisch gebackenen Weltpokalsieger, der FC Bayern München. Die Rollen schienen klar verteilt und die Chancen auf einen Heimsieg für die Hamburger nahezu unmöglich. Doch an diesem Abend wurde Vereinsgeschichte geschrieben.

Innerhalb von nur drei Minuten schafften es die Kiezkicker, den FC Bayern vor rund 20.000 Zuschauern auf dem falschen Fuß zu erwischen. In dieser Zeit trafen zunächst Thomas Meggle und anschließend Nico Patschinski zur 2:0-Führung. Die Bayern verkürzten in der 87. Minute durch Willy Sagnol auf 2:1, doch die braun-weiße Defensive hielt bis zum Schlusspfiff. Ein deutlicher Sieg und damit waren die Weltpokalsieger-Besieger geboren.

Formkurve

Der Saisonstart verlief für den FC St. Pauli bisher nicht schlecht: Aus den ersten acht Spielen sammelten sie elf Punkte und befinden sich momentan auf dem siebten Tabellenplatz.

Gegnerische Mannschaft Endergebnis Punkteausbeute
VfL Wolfsburg (H) 1:0 3
Energie Cottbus (A) 1:1 1
Karlsruher SC (H) 2:0 3
hannover 96 (A) 1:1 1
Hannover 96 (A) 2:2 1

TOP SCORER - 2. Bundesliga

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Abdoulie Ceesay – 4 Tore Arkadiusz Pyrka – 2 Assists
Taichi Hara – 2 Tore Taichi Hara – 1 Assist
Martijn Kaars – 2 Tore Branimir Hrgota – 1 Assist
Marcus Mathisen – 1 Tor Eric Smith – 1 Assist
Lars Ritzka – 1 Tor David Nemeth – 1 Assist

Der Trainer

Marcel Rapp

Cheftrainer des FC St. Pauli
  • Geburtsdatum (Alter): 16.04.1979 (47)
  • Geburtsort: Pforzheim
  • Nationalität: Deutschland
  • Im Amt seit: 01.07.2026
  • Vorherige Trainerstationen: Holstein Kiel, TSG Hoffenheim, Hoffenheim YL, Hoffenheim U19, Hoffenheim U17, Hoffenheim Jgd.

Prunkstück

St. Pauli macht dem Gegner dort Druck, wo es besonders weh tut: beim eigenen Spielaufbau. Die Kiezkicker verteidigen nicht erst am eigenen Strafraum, sondern versuchen den Gegner bereits früh zu Fehlern und Ballverlusten zu zwingen. Gelingt der Ballgewinn, dann wird es gefährlich: Die Kugel wird schnell und vertikal nach vorne gespielt. Diese Kombination aus Aggressivität und schnellen Umschaltmomenten macht es den Gegner schwer.

All Eyes on Abdoulie Cessay

Von Gambia über Estland bis hin zum Millerntor und inzwischen mitten im Mittelpunkt: Abdoulie Ceesay. Der 22-Jährige hat sich bei den Kiezkickern einen Namen gemacht. Vier Treffer stehen für den Angreifer nach sieben Spielen zu Buche. Damit ist er der beste Torschütze des FC St. Pauli.

Seine Karriere beginnt bei Real de Banjul, ehe es im Sommer 2024 auf Leihbasis nach Estland zu Paide Linnameeskond geht. Bei seinem neuen Verein schlägt er sofort zu: 13 Tore in 15 Ligaspielen, hinzu kommen drei Treffer und zwei Vorlagen in der Conference-League-Qualifikation. Auch in Gambias Nationalmannschaft kommt er zum Einsatz und trifft früh: Sein erstes Länderspieltor gelingt ihm beim Sieg gegen Tunesien. Im Januar des vergangenen Jahres folgt schlussendlich sein Wechsel nach Hamburg, direkt in die Bundesliga. In Deutschland benötigt Ceesay zunächst etwas Anlaufzeit. Während der Rückrunde bleibt er in sieben Spielen torlos. Es folgten 20 Spiele in der Vorsaison, in denen Ceesay nie von Beginn an auf dem Feld stand. Seine einzigen drei Tore fallen allesamt in Niederlagen, am Ende steht der Abstieg.

Im Sommer leitete er dann seine Wende ein: Beim 4:1 im Testspiel gegen Babelsberg sorgte der 22-Jährige mit einem Hattrick innerhalb von 28 Minuten für den Auftakt. In der 2. Bundesliga knüpft er an diese Leistung an. Und steht heute als Top-Torjäger mit vier Toren in acht Spielen auf dem Platz.

Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Blick in die St. Pauli-Vitrine

  • Deutscher Zweitligameister: 76/77, 23/24
  • Landespokal-Hamburg-Sieger: 85/86, 03/04, 04/05, 05/06

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