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30.04.2026 / Profis

„Man hat schon Pferde kotzen sehen“

Unser Cheftrainer sprach auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim Karlsruher SC (3.5./13.30 Uhr) über die mentale Frische seines Teams, die Marschroute der verbleibenden Spielen und seinen Trainerkollegen, dessen Engagement nach sechs Jahren beim KSC nach dieser Saison endet. 

Personalupdate: Patric Pfeifer fehlt rotgesperrt. Luca Marseiler steht weiterhin langfristig nicht zur Verfügung. Auch für Matthias Bader (Schulterprobleme), Fraser Hornby und Fabian Nürnberger (beide Oberschenkelprobleme) reicht es nicht für Samstag.

... über die Marschroute der Mannschaften:

Ich kann natürlich nicht für den KSC sprechen. Aber klar ist, dass beim KSC die letzten beiden Heimspiele von Christian Eichner anstehen. Nach so einer unglaublich langen, erfolgreichen und prägenden Zeit mit Sicherheit auch etwas, weswegen viele im Umfeld und insbesondere die Mannschaft eine Menge dafür tun werden, um ihm einen guten Abschied zu geben. Aber wir werden natürlich alles dafür tun, um dieses Spiel zu gewinnen. Weil wir erstens sowieso immer alles dafür tun wollen, um Spiele zu gewinnen. Und zweitens auch nach wie vor und insbesondere nach der zweiten Halbzeit gegen Elversberg das Gefühl haben, unbedingt dranbleiben zu wollen und weiter Leistung zu bringen. Es ist keinesfalls so, dass irgendeiner austrudeln lässt, sondern wir sind voll da. Und dementsprechend erwarte ich ein Spiel, in dem beide Mannschaften auf Sieg spielen werden.

… über das Personal:

Fabi Holland und Hiro Akiyama haben gestern nicht trainiert. Bei Fabi war es ein lange abgesprochener privater Termin und auch bei Hiro sieht es gut aus. Aleks Vukotic wird am Sonntag für Paddy spielen. Bei Fraser Hornby und Fabian Nürnberger besteht die Möglichkeit, dass sie diese Saison noch spielen. Bei Fraser ist es nicht dramatisch, aber es ist eben auch nicht mehr viel Zeit bis zum Saisonende. 

... über Killian Corredor:

Ich glaube, es war das allererste Mal, dass ich mich gegen Killi in der Startelf entschieden habe, wenn er potenziell zur Verfügung gestanden hat. Er hat nahezu dauerhaft unter Schmerzen gespielt und es war die letzten Wochen auch einfach so, dass es bei ihm einen kleinen Leistungsknick gegeben hat. Das muss man einfach nüchtern betrachten. Und deshalb wollte ich ihm auch die Möglichkeit geben, da noch mal ein Stück weit Frische zu tanken, um jetzt für die letzten Wochen vielleicht noch mal einer anderen Form zurückkehren zu können. Ich denke, über die zwei Jahre hat hier jeder gesehen hat, wozu er zu leisten imstande ist, wenn er verletzungsfrei ist. 

... über die mentale Frische seines Teams:

Wir haben bewusst zwei Tage frei gegeben, um dieses Ereignis vom Samstagabend ein bisschen sacken zu lassen. Unser Aufhänger für die verbleibende Spielzeit ist: ‚Durchziehen‘. Und die Jungs wollen auch unbedingt zeigen, dass sie zu Recht ganz lange oben mit in dieser Liga dabei waren. Dieses Mindset merkt man den Jungs an. Und deshalb bin ich vollkommen optimistisch, dass wir nicht nur eine gute Leistung, sondern dass wir vor allen Dingen auch eine Frische an den Tag legen können und insbesondere eine Sache ausstrahlen werden, nämlich die Lust auf Gewinnen. 

...über eine Restchance im Aufstiegsrennen:

Ich habe meinem extrem gut Deutsch sprechenden, aber doch nicht Muttersprachler, Paul Fernie in dieser Woche eine neue deutsche Redewendung beigebracht: ‚Man hat schon Pferde kotzen sehen‘. Von daher wäre es hochgradig fahrlässig, irgendwas nicht bis zum Ende durchzuziehen, auch wenn wir wissen, dass es ein unwahrscheinliches Szenario ist. Aber es ist ein Szenario, für das wir auf jeden Fall alles tun wollen. Wir rechnen nicht. Wir haben nie gerechnet, sondern wir müssen von Spiel zu Spiel schauen. Und deshalb geht es ums Gewinnen. Am Sonntag beim KSC. Und dann geht es um Münster. Und dann geht es noch um Paderborn. 

... über Christian Eichner:

Ich möchte Christian ein Kompliment aussprechen für die Zeit, die er beim KSC verbracht hat. Das ist jetzt nicht sein letztes Spiel, aber es ist das letzte Mal, dass wir in diesen Farben gegeneinander spielen. Ich bin mir absolut sicher, dass er im deutschen Profifußball, in der ersten Liga oder bei einem Topverein in der zweiten Liga, sehr schnell wieder auftauchen wird, weil er ein absoluter Toptrainer ist. Er ist mehr als sechs Jahre beim KSC gewesen und hat es über sechs Jahre immer wieder geschafft, dass diese Mannschaft konstant punktet. Sie sind jetzt auch wieder über die vierzig Punkte gekommen, was wahrlich kein Selbstläufer in dieser Liga ist. Und er hat es immer wieder geschafft, so habe ich es wahrgenommen, dass Mannschaft und Trainer eine unglaubliche Einheit bilden. Man hatte immer das Gefühl, dass seine Spieler alles für ihn tun. Und das finde ich bemerkenswert.

... über den KSC:

Es ist eine Mannschaft, die sich sehr stark über Standardsituationen definiert. Sie haben einen überragenden Schützen mit Marvin Wanitzek. Sie sind eine Mannschaft, die ihre Balance in den letzten Wochen stark in Richtung Offensive verschoben hat. Sie spielen zwar mit einer Dreierkette, aber dann mit schon auch offensiven Außenbahnspielern, insbesondere auf der linken Seite mit Herold oder Burnic. Sie variieren im Spielaufbau mit einer Viererkette, haben sehr offensive Achter, die eigentlich Zehner sind und besitzen sehr gute Stürmer, die sich gut ergänzen. Also eine variable Mannschaft, die eine herausstechende Eigenschaft hat. Sie ist eiskalt. Karlsruhe ist die Mannschaft, die die höchste Effektivität in der Liga besitzt, die mit den wenigsten Chancen die meisten Tore macht. Und das ist etwas, worauf wir sehr achten müssen.

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