FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Immer und immer wieder rissen Spieler und Fans gemeinsam die Arme in die Höhe, die Ehrenrunde geriet zu einem kleinen Party-Marathon. Kaum ein Zuschauer verließ das Stadionrund, selbst weit nach Spielende stimmten sie auf dem Vorplatz Gesänge an. Als die lange wartenden Medienvertreter dann endlich ihre Gesprächspartner eingefangen hatten, erlebten sie reihenweise baffe Akteure: angesichts der Teamleistung beim hochverdienten 3:0 gegen Freiburg - und der außergewöhnlichen Atmosphäre im Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor.
"Wenn man das erste Mal im Stadion wäre, könnte man denken, hier wird die Meisterschaft gefeiert", staunte beispielsweise Sven Schipplock: "Das hat nichts mit Abstieg zu tun – das ist Bundesliga-Top-Niveau."
"Das ist Wahnsinn von unseren Fans"
Es ist tatsächlich paradox: Normalerweise tauchen im Angesicht des nahezu feststehenden Abstiegs Misstöne im Team auf, es herrscht Unruhe im Publikum und Krampf auf dem Platz. Bei den Lilien ist nichts dergleichen zu finden. Im Gegenteil. Es scheint, als würden Mannschaft und Anhängerschaft noch ein bisschen näher zusammenrücken, als es ohnehin schon der Fall ist.
Spieler und Trainerstab kämpfen für ihre Fans, und die Fans verausgaben sich für ihren Verein. "Das ist Wahnsinn von unseren Fans – ein Riesendank", zollte auch Cheftrainer Torsten Frings Respekt.
Die Anhänger honorierten mit ihrer lautstarken Unterstützung aber auch die Mentalität und den Kampf ihres Teams. Seit Monaten trotzen die Lilien allen Widerständen und Rückschlagen – Spieltag für Spieltag wird es mit allen Mitteln wieder versucht. Seit drei Wochen werden diese Bemühungen auch endlich belohnt. Und obwohl die Chancen für den Klassenerhalt immer noch im kaum messbaren Bereich dümpeln, spielen die Südhessen wie entfesselt auf. Als Team, gemeinsam, für sich und ihre Ehre.
Das zeigte sich auch an der Personalie Schipplock. Nach seinem sehenswerten Treffer in der 65. Minute sprinteten die Spieler in Höchsttempo auf den Torschützen zu und jubelten ausgelassen mit ihm. Umarmten ihn, klatschten ihn ab, tätschelten ihm liebevoll auf den Hinterkopf. Sie gönnten ihrem Mitspieler das Ende dieser langen Durststrecke ohne Tor, über die bereits hinlänglich geschrieben wurde.
"Ein sehr emotionaler Tag für mich"
"Ich bin natürlich nur raus gegangen, damit Schippo endlich sein Tor machen konnte", verriet Felix Platte – Torschütze zum 1:0 – augenzwinkernd. Betonte dann aber auch: "Man sieht, wie gut ihm das tut. Wir freuen uns alle sehr, dass es endlich geklappt hat." Und auch die Fans feierten den 28-Jährigen ausgelassen. Hinterher musste der Angreifer sogar auf den Zaun klettern, um den Vorsänger zu geben.
"Die Fans haben zu diesem besonderen Moment beigetragen. Es freut mich, dass das Publikum meinen Einsatz honoriert hat", sagte Schipplock, der sich auch freute, gegen Freiburg etwas von dieser Untersützung zurückgeben zu können: "Alle haben mir diesen Moment gegönnt, das macht es zu einem sehr emotionalen Tag für mich."
Nicht nur für Schipplock. Das gesamte Team verließ nach Abpfiff und der Ehrenrunde mit großen Augen den Rasen. Jerôme Gondorf, der den Treffer zum 2:0 erzielt hatte: "Wir haben ein brutal dominantes Spiel abgeliefert. Mit Dortmund war das unsere beste Saison-Leistung." Und der perfekte Rahmen für den Bundesliga-Rekord. Drei Bundesliga-Spiele in Serie hatte der SV 98 zuvor noch nie gewonnen.
Doch im Team ist der "Dorscht" noch nicht erloschen. "Wir versuchen uns gegen alles zu wehren", sagte Jego, und sein Trainer pflichtete ihm bei: "Ich verspreche, dass wir auch in München alles geben werden." Das dürfte nach den vergangenen Wochen ohnehin klar sein.