FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Mittwochmittag, Medienrunde am Telefon. Erst spricht Braydon Manu mit den Journalisten, 15 Minuten später ist Victor Palsson dran – so der Plan. Doch der isländische Mittelfeldspieler ist schon etwas früher in der Leitung und lauscht zunächst den Worten seines Teamkollegen. Als beide realisieren, dass sie telefonisch miteinander verbunden sind, steigt die Stimmung. "Braydon, my friend", schreit Palsson vor Freude ins Mikrofon. Das fette Grinsen in den Gesichtern der beiden Lilien ist durch das Telefon zu spüren. Wie er Braydons Leistung bewertet, will ein Medienvertreter wissen. "Er hat es sehr gut gemacht. Ich bin wirklich sehr stolz auf ihn", antwortet Palsson. Ein Lob, das Manu nach seinem Pflichtspieldebüt für den SV Darmstadt 98 natürlich annimmt. "Aber nächstes Spiel musst du noch besser werden, beim übernächsten und den Spielen danach auch", schiebt Palsson schnell hinterher. Denn zufrieden geben sich die Lilien auch nach zwei Siegen in Folge nicht. Nein, sie wollen mehr.
Rückblick. Erzgebirgsstadion. Für das Duell in Aue baute Dimitrios Grammozis seine Startformation erneut auf gleich fünf Positionen um. Neben Tobias Kempe, Matthias Bader und Serdar Dursun tauchten dabei auch zwei Namen auf dem Aufstellungsbogen auf, die in dieser Saison noch nicht der ersten Elf angehörten: Saisonpremiere für Sebastian Hertner, Pflichtspiel- sowie Zweitligadebüt für Braydon Manu. Ein Qualitätsverlust, zwei Spieler ohne Matchpraxis ins kalte Wasser zu werfen? Auf keinen Fall. Egal, wer von Beginn an spielt. Egal, wer reinkommt. Die Mannschaft funktioniert. „Zu rotieren macht nur dann Sinn, wenn die Qualität gleichbleibt“, hatte Grammozis schon vor dem Re-Start betont. Und das ist beim SV Darmstadt 98 der Fall. Aber nicht nur das.
„Wir sind charakterstark und geben nicht auf“
Auch der Glaube und Zusammenhalt stimmen innerhalb der Truppe. Ein Beispiel gefällig? Matthias Bader verlor in der Anfangsphase unbedrängt als letzter Mann den Ball, Aue ging aus dem Nichts in Führung. „Das ist Fußball. Fehler passieren, das ist normal. Aber wir standen sofort als komplette Mannschaft hinter ihm“, betonte Palsson. Mundabputzen, weitermachen. Der SV 98 ließ sich auch vom frühen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen. Ganz im Gegenteil. Die Lilien glaubten an sich, glaubten an ihre Stärke und zogen ihren Matchplan weiter durch. „Wir sind charakterstark und geben nicht auf. Auch nach Rückstand kommen wir immer wieder zurück“, weiß Serdar Dursun. 15 Punkte hat der SV 98 in dieser Saison nach Rückstand geholt – mit Abstand der beste Wert der 2. Bundesliga. Und auch Tobias Kempe war sich den Comeback-Qualitäten der Mannschaft stets bewusst. „Ich hatte immer das Gefühl, dass wir zu jeder Zeit auf dem Platz sind, voll da sind und das Spiel auch gewinnen wollen“, erklärte der Torschütze zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Damit war klar: Ein 1:1 reichte den Darmstädtern nicht. Nein, sie wollten mehr.
Und so kamen die Lilien aus der Kabine: Gewillt, das Spiel zu gewinnen. „Wir haben uns in der Halbzeit gesagt, dass wir voll drauf gehen und weiter machen. Und dann haben wir uns mit dem 2:1 und 3:1 belohnt – sicherlich ein verdienter Sieg“, sagte Kempe und hatte damit Recht. Der SV 98 war die deutlich dominantere sowie schlichtweg bessere Mannschaft und gewann das Auswärtsspiel beim FC Erzgebirge Aue letztendlich souverän. Wieder drei Punkte, macht sechs Zähler binnen vier Tagen. Doch Darmstadt will mehr.
Sechs von neun? Nein, neun von neun!
„Wir wollen die Englische Woche nicht mit sechs von neun Punkten beenden. Wir wollen neun von neun. Das ist unsere Mentalität“, stellt Victor Palsson klar. Er verkörpert dieses Selbstvertrauen, das die Lilien seit dem ersten Erfolg nach dem Re-Start der 2. Bundesliga auszeichnet. Mit 42 Punkten befinden sich die Südhessen nun auf Rang fünf liegend in einer komfortablen Situation. Doch von tabellarischen Träumereien ist keine Spur. „Das spielt alles keine Rolle. Wir gucken weder nach unten noch nach oben. Nein, wir schauen nur auf uns“, verdeutlicht die Nummer vier des SV 98. Dass die Lilien mit dieser Einstellung gerade in diesen Tagen gut gefahren sind, hat nicht nur das 4:0 am Bölle gegen St. Pauli, sondern auch der starke Auftritt beim 3:1-Auswärtserfolg im Erzgebirge gezeigt. So wollen die Südhessen nun auch das kommende Heimspiel gegen Greuther Fürth (29.5./18.30 Uhr) angehen – mit Mentalität, Geschlossenheit, dem Glauben an die eigenen Stärken und dem Willen, es in jedem Spiel noch besser zu machen. Sich mit zwei Siegen in dieser Englischen Woche zufriedengeben? Nein. „Wir wollen mehr“, verdeutlicht Palsson mit Blick auf den Freitag.