FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Der angeschlagener Boxer. Auf ihn gilt es, besonders zu achten. Ein vermeintlich schwächelnder Gegner, der aber jederzeit den finalen K.o.-Schlag setzen kann. Und doch mobilisiert er noch einmal alle Kräfte. Wenn man nicht aufpasst, kommt er eiskalt zurück und schlägt kompromisslos zu. Die Würzburger Kickers, sie waren so ein angeschlagener Boxer. “Wer sie schon vorher abschreibt, macht einen großen Fehler”, hatte Markus Anfang vor dem Spiel gewarnt. Er sollte Recht behalten.
Mit einer coronabedingten, dünnen Personaldecke reisten die Unterfranken ans Böllenfalltor. Zwölf Feldspieler, dazu zwei Torhüter. “In deren Haut wollte ich heute definitiv nicht stecken”, betonte Marcel Schuhen. Aber, um im Jargon zu bleiben: Sie waren ein gefährlicher Boxer in diesem Zweitligakampf. Einer, der fast nie seine Deckung herunternahm und stattdessen ein, zwei Mal selbst den rechten Schwinger auspackte. Viele Treffer gegen diese Verteidigung setzen? Schwierig. “Würzburg hat alles dafür getan, ihr Tor zu verteidigen. Gegen einen tief stehenden Gegner zu treffen, ist immer schwierig”, verdeutlichte der Cheftrainer der Lilien.
Und doch bestimmte der SV Darmstadt 98 den Fight am Bölle. “Ab der 25. Minute können wir zufrieden sein“, analysierte Marcel Schuhen nach der Partie, betonte aber auch: „Davor war es ein wenig Larifari, ein wenig zu viel Schönspielerei, weil uns Würzburg natürlich auch hat spielen lassen. Die Zielstrebigkeit hat aber gefehlt.“ Nach der Anfangsphase aber sah der Torhüter der Darmstädter, dass sich seine Vorderleute auf die Werte besannen, die es in so einem schwierigen Kampf bedarf. Sie waren zielstrebig und stets darum bemüht, die Deckung der Würzburger auseinanderzureißen. Doch immer in dem Wissen, dass der Gegner alle Kräfte für den einen Punch mobilisieren kann.
Mit Unaufgeregtheit, aber auch der notwendigen Seriosität nahmen sie den Fight an. Weil die Lilien den Gegner – dessen Spieltagskader trotz der Ausfälle aus Zweitliga-Profis bestand – nicht schwächer machten, als er war und sie den angeschlagenen Boxer ernst nahmen. “Wichtig war heute, dass wir konzentriert geblieben sind. Wir hatten viel Ballbesitz und standen in der Restverteidigung gut. Die Jungs sind konzentriert geblieben und haben sich am Ende dafür belohnt”, lobte Anfang.
Der Schlüssel zum Sieg
Er durfte am Seitenrand nach einem stotternden Start ins Spiel einen geduldigen und konzentrierten Auftritt seiner Schützlinge beobachten. Und genau diese Eigenschaften waren letztendlich ausschlaggebend für den Sieg. Mit drei Punkten verabschieden sich die Lilien 2020 vom Merck-Stadion am Böllenfalltor. Und doch steht für die Südhessen noch eine schwergewichtige Aufgabe bevor.
In Dresden wollen sie am Dienstag (22.12., 20.45 Uhr) in das Pokal-Achtelfinale einziehen. Doch im Ring des Rudolf-Harbig-Stadions wartet kein angeschlagener Boxer, Dynamo ist Tabellenführer in der 3. Liga. Vor allem in den letzten Wochen haben sie die Muskeln spielen lassen: Seit acht Spielen ist die SGD ungeschlagen, 7 dieser 8 Begegnungen wurden gewonnen. Und in der ersten Pokalrunde wurde der Hamburger SV auf die Bretter geschickt. “Sie sind in guter Verfassung und haben eine sehr gute Mannschaft zusammen”, weiß Kempe. Aber dank zwei Siegen in Folge reisen die Lilien gespickt mit Selbstvertrauen an die Elbe. Kempe: “Wir haben richtig Bock auf das Spiel und darauf, eine Runde weiterzukommen.“