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28.02.2018 / Allgemein

„Mit Respekt, aber definitiv ohne Angst“

Kurz nachdem Dirk Schuster seinen Platz im Pressekonferenzraum eingenommen hatte, rieb der 50-Jährige für ein paar Sekunden seine Handinnenflächen aneinander. Eine Bewegung, wie sie angesichts der vorherrschenden Temperaturen aktuell vermehrt in Deutschland ausgeführt wird. Nun steht Schuster allerdings auch bei Minusgraden in kurzer Hose auf dem Trainingsplatz und damit überhaupt nicht in dem Verdacht, vergleichsweise schnell ins Frösteln zu kommen. Und so konnte die kurze Geste auch als Vorbote dessen verstanden werden, was der Cheftrainer in der Folge mit seinen Aussagen verdeutlichte. Die Lilien blicken mit Vorfreude und durchaus selbstbewusst auf den kommenden Freitagabend – und auf die Atmosphäre, die den SV 98 in Dresden erwartet.

"Wir fahren mit Respekt, aber definitiv ohne Angst dorthin", so Schuster in freudiger Erwartung angesichts der Stimmung, die den SV 98 beim ersten Gastspiel der Vereinsgeschichte in Sachsens Hauptstadt erwarten wird: "Es wird ein Erlebnis, in Dresden vor einer außergewöhnlichen Kulisse zu spielen."
Die Premierenfahrt tritt der Übungsleiter dabei mit durchweg positiven Gedankengängen an: "Wir sind konkurrenzfähig und gut gerüstet, um Dynamo wehzutun und punktemäßig etwas zu entführen."
Kampfkraft beibehalten, Fehlerquote minimieren
Einen gewissen Teil zu diesem Optimismus trägt auch der Zähler bei, den sich die Lilien am vergangenen Sonntag nach Rückstand und in Unterzahl gegen Heidenheim erkämpften: "Moralisch haben wir viel aus der Partie mitgenommen. Wir haben sehr viel in dieses Spiel investiert und uns mit dem Punkt ein klein wenig belohnt", resümierte Schuster noch einmal, bevor er verdeutlichte, in welchen Bereichen weiterhin Steigerungspotenzial besteht: "Wir haben sehr große Fortschritte in verschiedener Hinsicht gemacht. Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen wir fehlerbehaftet waren. Das zeigt uns, dass wir von der ersten Minute an die maximale Konzentration an den Tag legen müssen. Wir müssen den Fokus dahin setzen, die Kampfkraft beizubehalten und die Fehlerquote weiter zu minimieren. Wir müssen in jeder Situation hellwach sein."
"Uns erwartet eine schwierige Aufgabe"
Denn der kommende Gegner verfügt über die Qualität, jegliche Form von Schlafmützigkeit sofort auszunutzen. Zumal die Sachsen nach zuletzt zwei Siegen in Folge mit breiter Brust in die Partie gehen können. "Uns erwartet eine schwierige Aufgabe", bilanzierte dann auch Schuster angesichts seiner Beobachtungen, die er zum Teil mit den Journalisten teilte: " Sie haben vorne sehr viel Tempo, da erwartet uns einiges an Offensivkraft. Sie sind eine spielerisch starke Mannschaft, die sich auch nicht zu schade ist, kompromisslos zu spielen."
Darüber hinaus erstickte Schuster den Gedankengang, dass die Dresdner den SV 98 angesichts von neun Punkten Vorsprung unterschätzen könnten, umgehend im Keim: "Das werden sie nicht tun. Sie haben bei unseren Spielen sicherlich auch genau hingeschaut. Die Liga ist so ausgeglichen, dass jeder jeden schlagen kann. Da darf keine Mannschaft auf die leichte Schulter genommen werden, weil Kleinigkeiten maximal entscheidend sind."
Angespannte Personalsituation keine Ausrede oder Alibi
Ebendiese Kleinigkeiten fehlten den Lilien in der Vergangenheit an mancher Stelle, um das eigene Punktekonto maßgeblich zu erhöhen. Der Glaube an die eigene Mentalität ("Die Mannschaft ist leistungswillig") und Stärke ist bei Schuster dennoch weiterhin vorhanden – Blicke auf die Konkurrenz oder etwaige Rechenspiele für den gebürtigen Chemnitzer verbieten sich daher absolut: "Wir gucken nicht auf andere. Wir haben keinen Einfluss, was andere Mannschaften machen. Wir müssen auf uns gucken und unsere Punkte einfahren."
Mit der Umsetzung dieser Vorgabe soll am Freitag begonnen werden, auch wenn sich die Personalsituation bei den Lilien durchaus schwierig gestaltet. Kevin Großkreutz und Immanuel Höhn fehlen jeweils gesperrt, Peter Niemeyer (Fuß) und Sandro Sirigu (muskuläre Probleme) fallen zudem weiterhin aus. Auch die Einsätze von Romain Brégerie (Wade) und Slobodan Medojevic (muskuläre Probleme) sind noch ungewiss.
"Das sollen keine Ausreden oder Alibis sein. Wir werden die Problematik mit dem vorhandenen Kader auffangen", wollte sich Schuster trotzdem nicht allzu lange mit der Ausfallliste beschäftigen. Für Klageworte ließ die Vorfreude am Mittwoch keinen Platz.
Bislang haben sich 860 Lilienfans mit Tickets für den Gästebereich eingedeckt. Vor Ort wird es eine Tageskasse geben.

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