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08.03.2025 / Profis

Mit Taktik und Stabilität: So gelangen die drei Heimpunkte

Der SV 98 hat den nächsten Heimerfolg feiern können. Nur kurz in der Anfangsphase mussten alle, die es mit den Lilien halten, gegen den Karlsruher SC den Atem anhalten. In der Folge schlug das Pendel klar in Richtung der Südhessen aus. Wir betrachten mit einer Nacht Abstand gewohnt analytisch die vorangegangene Partie und beleuchten insbesondere die Ausrichtung der Hausherren.

Foto: eibner Pressefotos

Szene des Spiels:

Die sechste Minute. Viele Dinge liefen an diesem Freitagabend beim SV 98 sehr gut bis hervorragend. In dieser Rubrik taucht aber ganz bewusst eine Szene des Gegners auf. Weil sie auch zeigte, dass der SV 98 diesmal in einer entscheidenden Situation das beim Fußball auch notwendige Spielglück hatte, was bei einem erfolgreichen Spiel grundsätzlich immer dazu gehört. Und dieses Spielglück brachte mit sich, dass die Lilien keinen frühen Nackenschlag in Form eines Rückstands verkraften mussten. In der Anfangsphase nämlich drückte Nicolai Rapp eine Wanitzek-Ecke auf das Tor, Marcel Schuhen konnte den Kopfball mit seinem Körper abwehren. Und den Nachschuss setzte Marcel Franke aus kurzer Distanz an die Latte.

In der Folge ließen die Hausherren defensiv kaum noch etwas anbrennen. Aber das Pendel hätte nach sechs Zeigerumdrehungen auch in die andere Richtung ausschlagen können. Schuhen: „Wir hatten zu Beginn bei der Standardsituation ein wenig Glück. Wenn der KSC da in Führung geht, wird es wahrscheinlich ein anderes Spiel. So gehen wir wenig später selbst mit 1:0 in Führung.“

Das lief gut:

Die Stabilität. Viel wurde nach dem vergangenen Wochenende (zurecht) darüber geschrieben und gesprochen, wie es sein konnte, dass die Lilien nach hervorragenden 60 Minuten in der letzten halben Stunde vier Gegentreffer in Magdeburg kassieren konnten. Gegen Karlsruhe hingegen ließ die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt nach der Anfangsphase ihren Kontrahenten zu keiner Zeit in das Spiel kommen. Immer wieder zudem fuhren die Südhessen gefährliche Angriffe. Insbesondere im zweiten Durchgang verhinderte die eine oder andere Glanztat von KSC-Schlussmann Max Weiß einen noch höheren Spielstand. „Der beste Mann war bei uns der Torwart, bei einem 0:3 ist das selten gut“, kommentierte KSC-Trainer Christian Eichner trocken. Kohfeldt sah eine total geschlossene, „sehr gute Mannschaftsleistung von fast jedem Spieler“ und fügte an: „In Summe war das richtig gut und auch sehr, sehr erwachsen gespielt.“

Die taktische Herangehensweise. Hängt viel mit der Stabilität zusammen, sei dennoch hier gesondert erwähnt: Der berühmte Matchplan ist am Freitagabend voll aufgegangen. Der SV 98 zeigte sich gut eingestellt und vorbereitet auf die Gäste. Merveille Papela begann die Partie bei eigenem Aufbau zwischen den Innenverteidigern, damit Andreas Müller noch umtriebiger im Mittelfeld seine Kreise ziehen konnte. Der überall aufzufindende Fraser Hornby fungierte in einer Spielmacher-Rolle, um die Sechser im 3-5-2-System der Badener vor Entscheidungen zu stellen. Dazu gab es klare Angriffsmuster über beide Seiten: Rechts war es das Ziel, den Ball direkt auf Isac Lidberg zu spielen, links sollte Killian Corredor eher als abkippender Spieler agieren, um den überlaufenden Guille Bueno oder die eigenen Mittelfeldspieler mitzunehmen.

Nachdem der KSC dann gegen Ende der ersten Halbzeit mit drei Spielern angelaufen ist, stellten die Lilien um, postierten die Außenverteidiger etwas nach hinten, dafür rückte Papela auf und fungierte mit Müller als klassische Doppelsechs. „Das Spiel hat gezeigt, was wir insbesondere seit der Rückrunde gesagt haben: Wir müssen lernen, um in dieser Liga stabil zu stehen, wir müssen auch mal lernen, erwachsen zu spielen“, äußerte sich ein zufriedener Lilien-Trainer hinterher. Kohfeldt: „Und dazu gehört es dann vielleicht auch mal, dass natürlich der Wunsch jeden Spielers und wahrscheinlich auch jeden Trainers, gefühlt nach sechs Sekunden den Ball wiederzuhaben und jedes Pressing durchzuspielen, nicht immer realisierbar ist. Das wird nicht gehen, weil das Risiko dann zu hoch ist.“

Foto: Stefan Holtzem
Foto: Stefan Holtzem
Foto: Stefan Holtzem
Foto: eibner Pressefotos
Foto: eibner Pressefotos
Foto: eibner Pressefotos
Foto: Stefan Holtzem
Foto: Stefan Holtzem

Das lief nicht gut:

Den Sack zu spät zugemacht. Viel zu schreiben gibt es in dieser Kategorie nicht. Defensiv zeigte man sich bis auf die Szene in der sechsten Minute hellwach, auch nach vorne erspielten sich die Lilien zahlreiche Chancen. 24 zu 7 Torschüsse sprechen hier eine klare Sprache. Ja, man hätte der Partie noch früher einen eindeutigen Verlauf geben und für eine völlig tiefenentspannte zweite Halbzeit sorgen können. Aber bei einem 3:0 fällt auch mit viel Mühe das Knoddern schwer.  

Zitat des Tages

Als Mannschaft waren wir kompakt, die Fans haben uns zusätzlich gepusht. Das Bölle ist ein magischer Ort, wenn es richtig angezündet wird.

Merveille Papela

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