FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Seit sechs Pflichtspielen ist der SV 98 ungeschlagen. In all diesen Partien stand Fabian Schnellhardt in der Startelf. Wir haben mit dem Mittelfeldspieler über das aktuelle System, sein Passspiel und den Saisonstart gesprochen.
sv98.de: Schnelle, nach Abpfiff am Samstag lag ein Kühlpack auf deinem Oberschenkel. Alles wieder gut?
Schnellhardt: Ja, alles in Ordnung. Ich habe einen Schlag auf die Hüfte bekommen, aber den habe ich gut verkraftet und keine Schmerzen mehr.
sv98.de: Das Kühlpack stand auch ein wenig symbolisch für die intensiven 90 Minuten…
Schnellhardt: Es war das erwartet schwere Spiel. Für beide Mannschaften. Die Heidenheimer respektieren uns und wir respektieren sie, weil es beide Teams über Jahre hinweg ganz passabel machen. Mit etwas mehr Glück hätten wir auch gewinnen können, aber insgesamt können wir schon zufrieden sein.
sv98.de: Das war bereits der Tenor nach Abpiff, daran hat sich bis heute also nichts geändert?
Schnellhardt: Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, insbesondere Zuhause. Aber wenn man den kompletten Spielverlauf betrachtet, dann war es recht ausgeglichenen und mit dem Punktgewinn können wir gut leben.
sv98.de: Zumal nun 13 Punkte nach sechs Spieltagen zu Buche stehen. Insbesondere nach der Auftaktniederlage in Regensburg eine starke Bilanz…
Schnellhardt: Es gibt immer Dinge, die wir verbessern möchten. Aber mit der reinen Punktausbeute können wir zufrieden sein. Sechs Spiele sind allerdings nur ein kleiner Bruchteil einer langen Saison, entsprechend gilt es, in den kommenden Wochen so weiter zu machen.
sv98.de: Seit dem besagten Regensburg-Spiel hast du auch immer in der Startelf gestanden. Entsprechend dürftest du auch ganz zufrieden mit deinem persönlichen Saisonstart sein?
Schnellhardt: Natürlich ist es mein Ziel, Stammspieler zu sein. In den vergangenen Spielen habe ich das Vertrauen des Trainers bekommen und wir haben es insgesamt gut gemacht. Ich finde, man kann auch keinen Spieler herausheben, weil wirklich alle ihren Teil dazu beitragen, dass es derzeit so läuft.
sv98.de: Im aktuellen System stehen drei zentrale Mittelfeldspieler auf dem Platz, neben dir laufen bislang Tobi und Marvin dort auf. Ein ballsicheres Trio…
Alleine durch die Dreierkette haben wir schon eine hohe Ballsicherheit, weil wir dadurch automatisch einen Spieler mehr im Aufbau besitzen. Mit Tobi und Marv fällt das Fußballspielen natürlich leicht, aber da könnte ich auch ganz viele andere Spieler nennen. Es passt wieder sehr gut in dieser Truppe, alle haben Spaß, das ist die Hauptsache.
sv98.de: Wichtig ist natürlich auch die defensive Absicherung im Mittelfeld. Wie läuft da die Absprache und Aufgabenteilung? Nominell seid ihr drei ja eher sogenannte „Achter“, vielleicht sogar Spieler für die Zehnerposition…
Schnellhardt: Ich habe ja schon häufiger mit Tobi auf der Doppelsechs gespielt, auch in anderen Systemen. Die Konterabsicherung bekommen wir da ganz gut hin. Manchmal war ich der alleinige Sechser, manchmal sind wir zu zweit und Marvin spielt eher auf der Zehn, da teilen wir uns den Job ein wenig auf. Da wissen wir schon, was wir zu tun haben.
sv98.de: Du selbst spielst aus diesem Trio die mit Abstand meisten Pässe, im gesamten Team verzeichnet niemand mehr angekommene Zuspiele. Dabei liegt deine Passquote bei 90 Prozent. Ist das auch Teil deiner Aufgabe: Tempo und Rhythmus im Spiel zu bestimmen, während beispielsweise Marvin dann eher für die Risikomomente und den Weg in den Strafraum steht?
Schnellhardt: Das Passspiel ist schon meine Stärke. Ich kannte die Statistiken jetzt nicht genau, aber das freut mich natürlich. Klar ist auch, dass ich auf der tieferen Position mehr einfachere Pässe spiele als beispielsweise Marvin. Er sucht noch häufiger das Risiko, dafür zeigen seine Scorerpunkte ja, dass er sehr gut in die Saison gekommen ist. Natürlich versuche ich schon, bestmöglich einen Rhythmus für die Mannschaft zu finden, aber da steht auch immer noch ein Gegner auf dem Platz. Teilweise bleibt mehr Zeit für den Aufbau, gegen eine pressende Mannschaft wie Heidenheim sind dann oft schnellere Entscheidungen gefragt.
sv98.de: Dazu kommt aber auch eine starke Zweikampfquote von fast 60 Prozent. Selbst überrascht, dass du als „Techniker“ so viele Duelle für dich entscheiden kannst?
Die erste Frage ist dabei ja immer, was überhaupt als Zweikampf gewertet wird. (lacht) Aber ich denke schon, dass diese Zahlen eine grobe Orientierung geben und da sind solche Werte sicherlich nicht verkehrt.
sv98.de: Und wo wir schon bei Zahlen sind: Das 1:0 gegen Heidenheim hast du mit einem schönen Ball in die Tiefe vorbereitet. Vielleicht ein Punkt, den du noch öfter umsetzen möchtest: Gefahr im letzten Drittel erzeugen?
Natürlich geht man mit der Hoffnung ins Spiel, vielleicht ein Tor zu erzielen oder einen Assist zu geben. Aber das ist nicht das Wichtigste. Wenn wir jedes Spiel gewinnen und ich nie eine Torbeteiligung habe, bin ich trotzdem der glücklichste Mann. Allerdings möchte ich mich in dieser Hinsicht schon noch ein wenig verbessern.
sv98.de: Heute seid ihn in die Vorbereitung auf das nächste Heimspiel gestartet. Arminia Bielefeld wird am Sonntag zu Gast sein. Und spätestens seit dem vergangenen Spieltag weiß jeder, dass der aktuelle Tabellenplatz nicht zur Qualität der Arminia passt…
Schnellhardt: Absolut. Es sind erst sechs Spieltage rum, die Arminia musste sich da sicherlich auch erstmal finden und vielleicht auch ein wenig den Abstieg verdauen. Aber sie haben eine sehr gute Mannschaft mit ganz viel Qualität im Kader. Es wird die nächste schwere Aufgabe, aber wir freuen uns sehr darauf.
sv98.de: Wünscht ihr euch nicht auch mal eine Woche, in der ein leichteres Spiel warten würde? Oder findest du es gut, dass man in der zweiten Liga an 34. Spieltagen immer Vollgas geben muss?
Schnellhardt: Wir müssen jedes Wochenende auf Spannung sein, es gibt keine leichten Gegner. Es hilft, dass jeder Spieler von Saisonbeginn an darüber Bescheid weiß. Wichtig ist auch, dass wir gesehen haben, dass wir jedes Spiel gewinnen können, wenn wir an unsere Leistungsgrenze kommen. Das gibt ein gutes Gefühl. Umgekehrt haben wir aber auch schon oft gesehen, dass jedes Spiel verloren gehen kann, wenn nur ein paar Prozent fehlen.
sv98.de: Ihr habt seit Mitte April nicht mehr am Böllenfalltor verloren. Gibt so etwas automatisch noch mehr Selbstvertrauen für das anstehende Heimspiel?
Schnellhardt: Auf jeden Fall. Generell habe ich in meiner Zeit hier nicht so viele Heimspiele verloren. Diese Darmstädter Stärke kannte ich auch schon vorher als gegnerischer Spieler, allein wegen der besonderen Stimmung hier. Es hilft uns, wenn im Hinterkopf immer auch das Wissen steckt, dass wir Zuhause nur sehr schwer zu schlagen sind.