FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Auswärtspartien des SV 98 beim Hamburger SV folgen in der Regel einem ähnlichen Muster: Die Lilien pfeffern einen leidenschaftlichen, energiegeladenen Auftritt auf den Rasen des Volksparkstadions, müssen hier und da auch Druckphasen entstehen, ehe dem HSV oft noch ein später Treffer gelingt. Entweder zum Anschlusstreffer oder Ausgleich, an dessen Ende aber meist etwas Zählbares für die Gäste übrig bleibt. So viel zur nüchternen Aneinanderreihung scheinbarer Gesetzmäßigkeiten, die jedoch dem Geschehen am Freitagabend (19.8.) und vor allem der mitreißenden Leistung der Südhessen nicht ansatzweise gerecht wird.
Vor allem im ersten Durchgang lieferten sich beide Seiten einen offenen, mutigen Fight, in dem die spielstarken Lilien aber den besseren Beginn verbuchen konnten und auch insgesamt die Oberhand behielten. 13 zu 7 Torschüsse, mehr gelaufene Kilometer sowie eine bessere Zweikampfquote untermauerten die Entschlossenheit und den Glauben, mit dem die in blau gekleideten Darmstädter im ersten Durchgang im Volkspark zu Werke gingen. „Es war ein intensives Spiel, in das wir super reingekommen sind“, ordnete auch Torsten Lieberknecht den Auftritt mitsamt der frühen Tore von Patric Pfeiffer (4.) und Phillip Tietz (7.) ein. Neben der defensiv stabilen Leistung lobte der Cheftrainer auch die Vorwärtsbewegung seiner Schützlinge: „Wir hatten sogar noch vor der Pause gute Möglichkeiten, das 3:0 zu machen.“ Auch nach dem Seitenwechsel kamen die Lilien besser in das Spiel, welches nach einer Stunde hektischer wurde, garniert mit vielen Unterbrechungen und Karten. Texte und Beiträge, die sich hauptsächlich auf das Kartenfestival der letzten halben Stunde fokussieren, verkennen aber, dass sich beide Mannschaften davor einen offensiven, intensiven Schlagabtausch lieferten, den man getrost als Spektakel bezeichnen konnte. Gewisse eingangs-erwähnte Muster lassen sich bei den Lilien aber auch mit Blick auf die vergangenen Wochen langsam erkennen.
Resilienz gegenüber Ausfällen
Da wäre zum einen der Umstand, dass sich die südhessische Truppe von personellen Ausfällen – vor allem in der zentralen Defensive – nicht beeindrucken lässt. Für die HSV-Partie etwa stand der frischgebackene Vater Christoph Zimmermann nicht zur Verfügung. Die Lilien kompensierten den Ausfall wie schon andere Ausfälle in den vergangenen Wochen und ließen gegen die vermutlich stärkste Offensive der Liga kaum Großchancen zu. Kurios: Die Hintermannschaft des SVD lief in dieser Saison bis auf die Rostock-Partie in jedem Spiel in einer unterschiedlichen Konstellation auf. Dennoch kassierte man in den vergangenen vier Pflichtspielen lediglich ein Gegentor. Marcel Schuhen: „Insgesamt sind wir heute mutig angelaufen – aber nicht blind, sondern sehr intelligent. Nach der 2:0-Führung war es dann eben nicht so, dass wir nur hinten drinstanden. Im Gegenteil.“ Und lieferte damit die perfekte Überleitung zur nächsten Erkenntnis.
Verbesserte Effizienz
Denn zum anderen lässt sich erkennen, dass die Südhessen in der Lage sind, Lösungen zu finden und sich eine Vielzahl von Chancen zu erspielen – unabhängig vom Gegner. Während man in den Auswärtsspielen in Ingolstadt und Braunschweig noch verschwenderisch mit den Möglichkeiten umging, netzte der SV 98 gegen Rostock viermal und zeigte sich auch in Hamburg vom Anpfiff weg maximal effektiv. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es die Südhessen verpassten, den vielzitierten Deckel auf die Partie zu setzen und vorhandene Chancen zum 3:0 ausließen.
Demütiger Umgang mit der Erfolgsserie
Als „verdienten“ Sieg ordneten die Beteiligten den Auswärtsdreier hinterher ein, merkten aber auch an, dass man sich von dem Coup im Volksparkstadion nicht den Kopf verdrehen lassen will. Während Lieberknecht davon sprach, dass es wichtig sei, demütig zu bleiben, betonte Marcel Schuhen: „Wir haben fünf Siege in Folge eingefahren, wissen aber vernünftig damit umzugehen.“ Und sein Kapitän unterstrich: „Wir werden Woche für Woche diesen Job machen müssen, ganz egal, wie der Gegner heißt.“ Der heißt nun 1. FC Heidenheim – eine Mannschaft, die ebenfalls glänzend in die Spielzeit gestartet ist. Es wartet der nächste schwierige Härtetest in dieser unberechenbaren Liga. Gegen ein weiteres Muster hätten die Lilien aber sicherlich nichts einzuwenden: In den vergangenen drei Spielzeiten siegte man zuhause gegen den FCH.