FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Als die Lilien am Samstag gegen 12.30 Uhr das Merck-Stadion am Böllenfalltor erreichten, gehörte das beständige Klingen in den Ohren allmählich der Vergangenheit an. Die extreme Lautstärke in der Magdeburger MDCC-Arena hatte am Vorabend den Rahmen für einen absoluten Pokalfight gegen den Zweitliga-Konkurrenten geboten, den der SV 98 schlussendlich zu seinen Gunsten entschied. Was dennoch in den Köpfen der Spieler hängenblieb: Das gute Gefühl, in diesem Hexenkessel abgeliefert zu haben und letztendlich nicht unverdient in der 2. Runde zu stehen.
"Im Pokal zählt das Weiterkommen und das haben wir gut gemeistert", fasste Daniel Heuer Fernandes die Quintessenz des Freitagabends gegen den Zweitligisten 1. FC Magdeburg zusammen. Zumal die Lilien an diesem Freitagabend über 90 Minuten den Biss, den Einsatz und die Leidenschaft zeigten, unbedingt weiterkommen zu wollen. Und es nicht nur gegen einen euphorisierten Zweitliga-Aufsteiger ging, sondern auch gegen eine extrem lautstarke Kulisse: "Wir haben es gut gelöst und uns von der Atmosphäre nicht anstecken oder irritieren lassen."
Lust, in so einer Atmosphäre zu spielen
Zu den Spielern mit Magdeburg-Erfahrung zählte auch Marcel Franke, der die Einschätzung seines Schlussmannes in ähnlicher Form direkt nach Schlusspfiff zu Protokoll gegeben hatte: "Ich kannte die Atmosphäre bereits, vor dieser Stimmung muss man auch den Hut ziehen. Wir waren gut vorbereitet, trotzdem war es nicht leicht, dem Nebenmann Kommandos zu geben. Aber wer hat keine Lust, in so einer Atmosphäre Fußball zu spielen?"
Genau diesen Eindruck erweckten die Lilien in Magdeburg von Beginn an. Sie versprühten gegen den Zweitligisten Lust und den unbedingten Willen, in dieser lautstarken Umgebung dagegenzuhalten, mutig nach vorne zu spielen und mit der eigenen Leistung eventuell ein paar Dezibel vom Kessel zu nehmen. Aus diesem Vorhaben entwuchs eine starke Anfangsviertelstunde, die Tobias Kempe mit seinem Elfmetertor bereits in der 3. Minute krönte. Nervenstark vor der blauen Heimkurve, die den Strafstoß des 29-Jährigen mit abertausenden Pfiffen untermalte. "Ich habe zunächst den Pfiff des Schiedsrichters überhaupt nicht gehört", gab der Siegtorschütze später freimütig zu. Ohne dass ihn dieser Umstand aus der Ruhe gebracht hätte: "Ich habe mich dann einfach auf den Schuss konzentriert und zum Glück auch getroffen. Mit dem Tor sind wir optimal gestartet."
Geschüttelt und zufrieden
Einig waren sich die Lilien aber auch in dem Punkt, dass der optimalen Startphase rund 30 Minuten folgten, in denen sich die Darmstädter spielerisch nicht immer die besten Entscheidungen trafen und das Pendel eher in Richtung des FCM ausschlug. "Da hatte Magdeburg das Spiel in der Hand", erklärte Kempe und Franke sprach von "etwas Glück", bei den Offensivaktionen der Hausherren keinen Gegentreffer gefangen zu haben. Erneut nervenstark war dann aber die Reaktion, die der SV 98 mit Wiederanpfiff auf den Platz brachte.
"Da hatte sich Darmstadt etwas geschüttelt", nannte Magdeburg-Trainer Jens Härtel das, was die Lilien ab Minute 46 in der Arena zeigten. Denn: Es schien tatsächlich so, als wären die Angriffsversuche des FCM und der Lärm von den Rängen in der Halbzeitpause aus den orangefarbenen Auswärtstrikots geklopft, und durch eine gehörige Portion an Selbstsicherheit und Überzeugung ersetzt worden. Nahezu im gesamten zweiten Durchgang behielt die Elf von Dirk Schuster die Spielkontrolle. Zudem verzeichnete sie eine Vielzahl an vielversprechenden Angriffen, die allerdings nicht zur Vorentscheidung führten. "Da müssen wir den Deckel drauf machen", monierte Franke daher auch den einzigen Negativpunkt eines ansonsten überzeugenden des zweiten Abschnitts. Sein Fazit: "Trotzdem sind wir weiter, und damit können wir zufrieden sein."
Charakter- und Nervenstärke bewiesen
Denn ein Auswärtssieg in Magdeburg gehört zu den Erfolgen, die nur mit einer geschlossenen Teamleistung sowie großer Charakter- und Nervenstärke realisiert werden können. Beide Faktoren brachten die Lilien in Magdeburg absolut auf den Platz. Ein Umstand, der neben der zweiten Pokalrunde auch ein gutes Gefühl für die kommenden Aufgaben in der Runde gibt, wie auch Kempe unterstrich "Heute haben wir wieder gezeigt, was uns ausmacht. Diesen Schwung nehmen wir mit in die Liga."