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10.04.2023 / Profis

Neu und doch vieles altbekannt

Nein, der Mannschaftsbus des SV Darmstadt 98 hielt nicht mehr vorm Stadion. Stattdessen öffnete er nun kurz vor der Haupttribüne seine Türen. Für die Lilien-Profis ging es dann auch nicht mehr ins Funktionsgebäude – so wie es die letzten Jahren der Fall war.

Foto: Dominik Claus

Nein, die Darmstädter schritten die Rampe zum Spielfeld herunter, um dann die Katakomben der neuen Haupttribüne anzusteuern. Denn dort befindet sie sich, die neue Mannschaftskabine der Lilien. Und kurz vor Anpfiff führten die Kapitäne ihre Teams dann auch nicht mehr über die Eckfahne an der Nordtribüne aufs Spielfeld. Nein, durch den neuen Spielertunnel liefen der SV 98 und der SC Paderborn ins Merck-Stadion am Böllenfalltor ein. Die neuen Räumlichkeiten der Haupttribüne, sie wurden am Ostersonntag erstmals unter Pflichtspielbedingungen eingeweiht. Vieles neu also.

“Es war ein besonderer Spieltag heute. Wir als Mannschaft hatten die Ehre, das erste Pflichtspiel im fertig umgebauten Stadion zu machen. Das war ein besonderes Gefühl”, erklärte Matthias Bader voller Stolz. “Und es war total wichtig, dass wir heute direkt mit einem Sieg gestartet sind”, machte auch Torsten Lieberknecht nach Abpfiff im neuen Pressekonferenzraum deutlich. Vom Fluch des neuen Stadions oder ähnlichem könne daher keinen Rede sein, wie der Cheftrainer des SV 98 betonte. Denn obwohl so vieles neu war, blieb doch auch vieles beim alten.

Darmstädter Festung

Die unglaubliche Heimserie zum Beispiel, die der SV Darmstadt 98 durch den 2:1-Erfolg gegen die Ostwestfalen fortsetzte. Fast genau seit einem Jahr sind die Lilien vor heimischer Kulisse nun ungeschlagen. Die letzte Niederlage mussten die Südhessen am Osterfest des vergangenen Jahres über sich ergehen lassen. Doch seitdem ist das Merck-Stadion am Böllenfalltor eine echte Darmstädter Festung. 16 Heimspiele, elf Siege und fünf Remis lautet die saisonübergreifende Bilanz am Bölle. Beeindruckende Zahlen, welche die Lilien um drei weitere Heimpunkte am Ostersonntag ergänzten. Dank Leidenschaft und Willen.

Auch das sind altbekannte Tugenden, die der SV 98 schon die ganze Saison über verkörpert. So also auch am 27. Zweitliga-Spiel gegen den SC Paderborn. “Wir haben erneut gezeigt, dass mit Leidenschaft und dem Willen, das eigene Tor zu verteidigen, einiges möglich ist”, analysierte Bader. Vor allem defensiv präsentierten sich die Lilien wieder einmal bis auf wenige Ausnahmen konzentriert und abgeklärt. Zwar gelang es den Ostwestfalen, wohlgemerkt nach Heidenheim (53) die zweitbeste Offensive (51) der Liga, Marcel Schuhen vom Elfmeterpunkt zu überwinden. Doch stellt der SV 98 mit lediglich 22 Gegentoren weiterhin die beste Defensive des Wettbewerbs.

In den richtigen Momenten zugeschlagen, danach viel verteidigt und unser letztes Hemd gegeben.

Christoph Zimmermann

Zudem siegten die Lilien wieder einmal mit nur einem Tor Unterschied. Alles beim alten also. Angetrieben von der lautstarken Unterstützung der Darmstädter Fans im Merck-Stadion am Böllenfalltor feierte der SV 98 seinen insgesamt 17. Saisonsieg – zwölf davon hat die Lieberknecht-Elf nun schon auf eben jene Weise eingefahren und zum sechsten Mal in dieser Spielzeit mit 2:1 gewonnen. “Zu solchen Siegen gehört viel Arbeit und auch ein Quäntchen Glück, das wollen wir gar nicht abstreiten”, erklärte Christoph Zimmermann nach einem kräftezehrenden Spiel gegen eine qualitativ gut besetzte Paderborner Mannschaft und führte dann weiter aus: “Doch haben wir in den richtigen Momenten zugeschlagen, danach viel verteidigt und unser letztes Hemd gegeben.”

Mit gutem Gefühl an den Rhein

So haben die Lilien nach 27 Spieltagen bereits 58 Zähler auf dem eigenen Punktekonto. Und mit dem Dreier gegen die Ostwestfalen holten die Südhessen in der Rückrunde bereits einen Punkt mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde. Wanderten nach den ersten zehn Duellen zu Beginn dieser Spielzeit 21 Zähler aufs Darmstädter Konto, sind es nach zehn Partien in der zweiten Saisonhälfte bereits 22. “Das fühlt sich gut an”, konnte auch Bader nicht abstreiten.

Doch sind noch immer sieben Partien zu absolvieren und damit weitere 21 Punkte zu vergeben. Den eingeschlagenen Weg weitergehen, so die Devise. Mit Leidenschaft, Einsatz und Willen. “Weitermachen!”, so auch die kurze und zugleich prägnante Aussage von Lieberknecht dazu. Schließlich wartet mit Fortuna Düsseldorf (16.4./13.30 Uhr) gleich die nächste knifflige Aufgabe auf den SV Darmstadt 98. Ein neues Spiel, doch ein altbekannter Gegner. Eine Herausforderung, die die Mannen vom Böllenfalltor aber mit dem nötigen Selbstvertrauen angehen wollen. Zimmermann: “Das wird die nächste extrem harte Partie. Doch wir haben jetzt drei Spiele in Serie gewonnen, das gibt ein gutes Gefühl für die Reise nach Düsseldorf.”

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