FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Cheftrainer Dirk Schuster hatte unmittelbar nach dem HSV-Heimspiel - der vierten Niederlage in Folge - gesagt, man wolle in der Länderspielpause die "Reset"-Taste drücken. Das Unentschieden in Regensburg bewies: Die Taste ist tief eingedrückt. Mehr noch: Auch des "Play"-Buttons bedienten sich die Lilien am Sonntagnachmittag mit Leidenschaft.
Dies bewies vor allem die erste Halbzeit, in der die Gäste nicht nur mit der nötigen Aggressivität und defensiven Stabilität zu Werke gingen, sondern auch mit viel Spielwitz und Mut. Das untermauerten bereits die ersten Sekunden der Partie in der Continental Arena: Joevin Jones bediente Fabian Holland auf dem linken Flügel, von wo der Ball auf Tobias Kempe gechippt wurde, der den Ball direkt wieder auf die linke Außenbahn zum gestarteten Marvin Mehlem verarbeitete. In letzter Sekunde klärte ein Regensburger die scharfe Hereingabe vor dem einschussbereiten Serdar Dursun. Ein Start mit Fahrt.
Gelungene Balance
Auch in der restlichen Anfangsphase setzten die Südhessen die Jahn-Elf gehörig unter Druck. Ein völlig anderer Spielbeginn als noch gegen Kiel und der HSV, als jeweils die Gegner zunächst das Zepter an sich gerissen hatten. Slobodan Medojevic: "Nach vier Niederlagen in Folge wollten wir mit der richtigen Balance ins Spiel gehen. Das haben wir meiner Meinung nach gut gemacht, besonders vor der Pause." Nach der Pause mussten die Lilien, die völlig verdient durch Jones in Führung gegangen waren, dennoch einen Gegentreffer schlucken. Ein Ausreißer in einer ansonsten konzentrierten Defensivleistung. Anschließend hatten beide Teams das Visier nach oben geklappt und drängten auf den Sieg. So sehr der SV 98 auch Chancen zum 2:0 hatte, so sehr konnte er sich in der Schlussphase dann auch bei Daniel Heuer Fernandes bedanken, der den Auswärtszähler festhielt. "Der Punktgewinn ist besonders auf Grund der ersten Halbzeit verdient", bilanzierte Marcel Heller: "Am Ende hatten wir ein bisschen Glück, aber die Chance auf zweite Tor für uns war ebenfalls vorhanden."
"Haben hart in der Länderspielpause gearbeitet und an den Stellschrauben gedreht"
Auch wenn die Lilien defensiv zum Schluss noch mal zittern mussten: Es war ein Schritt in die richtige Richtung und der Lohn für zwei extrem harte Trainingswochen. Verstärkt war vor der Länderspielpause die mannschaftliche Abwehrarbeit thematisiert worden. Gegen form- und offensivstarke Regensburger stimmten über weite Strecken des Spiels die defensive Zuordnung sowie die nötige Robustheit. "Wir haben hart in der Länderspielpause gearbeitet, an den Stellschrauben gedreht, ich denke, das hat man über weite Strecken des Spiels gesehen", sagte hinterher Kempe. Die harte Arbeit fruchtete: Hinten wurde resolut verteidigt, und nach Balleroberungen hämmerten die Lilien auf die "Fast-forward"-Taste: Über die Flügelspieler Heller und Jones zogen die Gäste präzise und schnelle Konter auf, die meist in gefährlichen Strafraumszenen mündeten.
Dieses Potpourri aus bedingungsloser Defensivarbeit und direkten Umschaltaktionen wollen die Lilien auch am Freitag servieren. Dann geht es am heimischen Böllenfalltor gegen den Tabellenzweiten Greuther Fürth. Kempe: "Da müssen wir nun weiter dran bleiben und auch zuhause so auftreten." Also quasi die "Retry"-Taste.