Zwei Minuten
Immanuel Höhn ist letzter Mann. Er steht im Mittelkreis als Tobias Kempe zum Freistoß anläuft und den Ball in Richtung des Bochumer Tores zirkuliert. Um einen klaren Blick um die Mauer herum auf den Kasten zu erhaschen, muss er sich ein wenig winden. Dann sieht er die Kugel einschlagen. Ein paar Sekunden später blitzt die pure Freude in seine Augen auf – er rennt zum Torschütze, tätschelt ihm den Kopf, umarmt ihn innig. Doch zwischen Freud und Leid liegen an diesem Samstagmittag nur zwei Minuten: erst der Ausgleich, dann der Siegtreffer des VfL. Wenig später der Schlusspfiff. Wieder steht Höhn in der Mitte des Spielfelds. Er stützt die Arme auf die Knie. In seinen Augen? Schmerz, Enttäuschung, Frust.