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24.08.2019 / Allgemein

Nicht schön, aber wichtig

Zugegeben, das Highlightvideo der Spielzeit 2019/20 dürfte sich wohl ohne Szenen der Begegnung Darmstadt gegen Dresden vom 4. Spieltag abspielen. Keine Tore, wenig Chancen auf beiden Seiten, die 94 Minuten am Freitagabend waren keine für die Ewigkeit. Was die anderthalb Stunden im Merck-Stadion am Böllenfalltor aber auf jeden Fall demonstrierten, war die erhoffte "Defensiv-Reaktion" (Yannick Stark) nach der 0:4-Packung von Osnabrück zum Wochenstart. Ein kompaktes Auftreten, das sicherlich nicht die Attraktivitäts-Skala sprengte, aber für eine weiße Weste und einen weiteren Zähler auf dem Punktekonto sorgte.

"Es muss nicht immer Spaß machen", so Tim Skarke, angesprochen auf die eher abwartende Spielweise seiner Farben, die auch die Offensivspieler immer wieder in den Defensivverbund involvierte. "Natürlich wäre Offensivfußball vielleicht attraktiver", ergänzte der 22-Jährige, um dann anzufügen: "Aber speziell heute war die Kompaktheit unheimlich wichtig, nachdem wir am Montag vier Tore gefressen haben."
"Mussten eine Defensiv-Reaktion zeigen"
Rund 92 Stunden nach dem Abpfiff von Osnabrück waren die Lilien daher mit einer klaren Marschroute in das zweite Heimspiel der Saison gegangen, wie auch Yannick Stark bestätigte: "Wir mussten eine Defensiv-Reaktion zeigen. Unser Hauptaugenmerk war heute die eigene Kompaktheit. Das war sicher nicht attraktiv, aber es muss schlussendlich erfolgreich sein."
Und Erfolg lässt sich im Fußball meist an der Punktzahl ablesen. Eine Tatsache, von der auch der gestrige Gegner aus Dresden ein Lied singen kann. Bereits in den Spielen gegen Nürnberg (64%), Karlsruhe (71%) und Heidenheim (60%) hatten die Sachsen – wie auch am Böllenfalltor (70%) – über deutlich mehr Ballbesitz verfügt, aber allein die Begegnung gegen Heidenheim siegreich gestalten können. "Dimi (Grammozis) ist ein Fußball-Fanatiker, den ich sehr schätze. Er guckt unglaublich viele Spiele und wird sicherlich unsere Partien gegen Nürnberg und Karlsruhe gesehen haben, als wir im Ballbesitz Fehler gemacht haben und bestraft wurden. Das wird er seiner Mannschaft für heute auch mitgegeben haben", zeigte sich Dynamo-Cheftrainer Christian Fiel nach Abpfiff nicht unbedingt überrascht von der Herangehensweise des Kontrahenten, mit der seine Elf in der jungen Saison bereits ihre Schwierigkeiten gehabt hatte.
Und auch am Böllenfalltor gelang es den Dresdnern über weite Strecken nicht, den eigenen Ballbesitz in gefährliche Situationen umzumünzen, das Lilien-Bollwerk zeigte von Beginn an, dass die vier Gegentreffer von Osnabrück als "Ausrutscher" in die eigene Statistik eingehen sollten. "Nach so einer Niederlage ist es nicht so leicht, in das nächste Spiel zu gehen. Daher war es war eine gute Reaktion", resümierte Dario Dumic am Samstagvormittag mit Blick auf den Vortag, an dem auch der Innenverteidiger "sehr wenige Chancen" beobachtet hatte.
Zurück zu den Basics
Mit seiner Einschätzung lag der Bosnier auf einer Wellenlänge mit Victor Palsson, der bereits nach Abpfiff erklärt hatte: "Wir mussten zurückkehren zu unseren Basics, damit es wieder schwierig ist, gegen uns Tore zu machen. Die Null hinten war wichtig für uns, speziell nach dem ‚Scheiß-Spiel‘ von Osnabrück."
Dass auch offensiv die Null nach Abpfiff auf der Anzeigetafel prangte, wollten die Lilien aber ebenfalls nicht verhehlen und sahen im eigenen Angriffsspiel daher auch das größte Verbesserungspotenzial. "Wir haben auf Konter gelauert, die wir dann besser ausspielen müssen", bilanzierte beispielsweise Skarke angesichts von einigen falschen Entscheidungen im Angriffsdrittel, die auch Grammozis beobachtet hatte: "Leider waren wir etwas zu überstürzt und haben den letzten Pass nicht sauber ausgespielt."
"Nach vorne wollen wir es wieder besser machen"
Entsprechend wenig zwingende Strafraumaktionen konnten die Darmstädter daher am Freitagabend verbuchen, das torlose Remis stand somit als logisches Resultat einer Begegnung, die den SV 98 neben dem fünften Saisonzähler auch wieder das Gefühl bescherte, sich auf die eigene Defensive verlassen zu können. "Wir haben gut gekämpft, waren gut organisiert und haben die wichtige Null gehalten. Darauf können wir aufbauen für Sandhausen", lautete das entsprechende Fazit von Palsson, während Skarke den nächsten Entwicklungsschritt genauer skizzierte: "Nach vorne wollen wir es natürlich wieder besser machen. Da gilt es, an die ersten beiden Saisonspiele anzuknüpfen."

Defensiv war dieses Vorhaben bereits am Freitagabend gelungen. Und einen Platz im Saisonrückblick können sich die Lilien auch noch an den verbleibenden 30 Spieltagen sichern. 

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