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07.02.2022 / Allgemein

Nicht unser Tag

Ja, es gibt sie. Solche Tage. Auch in einem bis dato so positiven Saisonverlauf der Lilien. Und ganze 21 Zweitliga-Spieltage dauerte es, bis ein solcher nun den SV Darmstadt 98 erwischte. 0:5-Heimniederlage gegen den Hamburger SV. Ein Tag, an dem einfach nichts gelingen wollte. Beim Gegner dagegen alles. Oder wie Fabian Holland es bereits wenige Minuten nach Abpfiff ungeschönt und ehrlich auf den Punkt brachte: "Wir haben richtig auf die Fresse bekommen."

Foto: Dominik Claus

Klar, auch Spiele gegen Rostock und Düsseldorf liefen nicht so wie erhofft. Und doch war es der erste richtig verpatzte Tag am Bölle in dieser Spielzeit – nach zuletzt fünf ungeschlagenen Spielen in Folge und sieben Punkten zum Start in die Rückrunde. Zudem bleiben die Lilien erstmals seit insgesamt 18 Partien ohne eigenen Treffer. Doch änderte das nichts daran, dass diese erste Rückrunden-Niederlage mächtig wehtat. „Als Sportler will man immer gewinnen, da ist so eine deutliche und verdiente Niederlage natürlich schmerzhaft“, gab Marcel Schuhen zu Protokoll. Der SV 98 hatte sich vor der Begegnung viel vorgenommen, musste aber bereits nach 13 Minuten den schweren Rucksack – gefüllt mit einem 0:3-Rückstand – mit sich herumschleppen. Nach solch einer Anfangsviertelstunde noch einmal zurückkommen? „Das ist immens schwierig“, wusste der Lilien-Keeper. Gerade wenn man einer Truppe namens Hamburger SV gegenübersteht – ein Schwergewicht der 2. Bundesliga, einer der ganz großen Aufstiegsanwärter. Einfach eine Mannschaft mit enormer Qualität.

Sahnetag vs. gebrauchter Tag

„Wir müssen dem HSV einfach Respekt zollen, dass sie heute so einen Sahnetag erwischt und verdient gewonnen haben“, erklärte Torsten Lieberknecht. Vor allem in puncto Effizienz und Positionsspiel sowie in der gesamten Umsetzung des Matchplans seien die Rothosen einfach besser gewesen. „Dagegen hat bei uns der ein oder andere nicht die individuelle Leistung gezeigt, die er in der Lage ist zu zeigen. In vielen Momenten waren wir dem HSV nicht gewachsen“, bilanzierte der Cheftrainer des SV 98.

Und doch war es positiv zu sehen, wie sich die Lilien nach dem Seitenwechsel zu wehren versuchten. Lieberknecht über den zweiten Durchgang: „Da haben wir ein ordentliches Gesicht gezeigt, wir wollten uns nicht ergeben.“ Mehr Zugriff, eine bessere Ordnung und mehr Zug zum Tor. Die Chancen, die Partie noch einmal spannender zu machen, sie waren durchaus da. Das sehenswerte Tor durch Aaron Seydel, welches korrekterweise aberkannt wurde, zum Beispiel oder der Pfostentreffer von Mathias Honsak – die beiden i-Tüpfelchen auf diesen gebrauchten Tag.

„Dafür sind wir mental viel zu stark“

„Doch trotzdem wird uns diese Niederlage nicht umhauen. Dafür sind wir mental viel zu stark“, wusste Holland schon am Sonntagnachmittag. Ein Eindruck, der sich auch mit einer Nacht Abstand verfestigte, wie Schuhen in einer virtuellen Medienrunde am Montagmittag (7.2.) verriet: „Es fühlt sich am Tag danach nicht so an, als ob das Spiel Nachwirkungen haben wird oder etwas zusammenfällt. Es war auf Deutsch gesagt einfach ein Scheißtag. Aber wir haben die Partie vernünftig sowie klar und deutlich analysiert und werden unsere Lehren daraus ziehen.“

Dass die Lilien genau das können, haben sie im Verlauf dieser Saison bereits mehrfach nachgewiesen. Die Corona-Misere beantworteten die Südhessen mit einem Kantersieg gegen den FC Ingolstadt. Nach den Pleiten in Rostock und Heidenheim folgten Siege gegen Dresden und Sandhausen. Nach dem 1:3 gegen Düsseldorf gaben die Lilien mit dem 1:0-Erfolg in Paderborn abermals die richtige Antwort. Die Lilien haben ihre Wiederaufsteher-Qualitäten in dieser Spielzeit schon zu Genüge gezeigt. Klar, die 0:5-Niederlage gegen den HSV nervt. Dennoch spielen die mit 39 Saisonzählern bestückten Darmstädter weiterhin eine bislang „eine geile Runde“ (O-Ton Schuhen).

Diese gilt es bereits am kommenden Sonntag (13.2./13.30 Uhr) in der HDI-Arena fortzusetzen. Das 0:5 gegen den Hamburger SV? Nicht unser Tag. Aber er ist analysiert und abgehakt. Der Fokus richtet sich nun ausschließlich auf die Herausforderung bei Hannover 96. Schuhen selbstbewusst: „Ich habe richtig Bock auf das Spiel. Gegen Hannover wollen wir die nächste richtige Reaktion und wieder unser Gesicht zeigen.“

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