FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Nachdem sich der Mannschaftskreis aus Spielern, Betreuern und Trainerteam aufgelöst hatte, begaben sich die Lilien geschlossen zu den mitgereisten Fans. Rund 3000 Anhänger in blau und weiß hatten den SV 98 nach Sandhausen begleitet und verabschiedeten ihr Team nun mit aufmunterndem Applaus und lautem Gesang in die Nacht. Denn auch die Supporter hatten erkannt, dass die Darmstädter an diesem Freitag keineswegs die schwächere Mannschaft gewesen waren, sondern durchaus etwas Zählbares verdient gehabt hätten.
Natürlich war dabei sowohl auf den Gesichtern im Fanblock als auch auf dem Spielfeld die Enttäuschung über die leeren Hände abzulesen, mit denen der Tross den Rückweg nach Südhessen antreten musste. Speziell die ersten 45 Minuten sorgten in der anschließenden Analyse aber für viele positive Ansätze: „In der ersten Halbzeit haben wir mit Abstand unser bestes Saisonspiel gemacht“, bilanzierte beispielsweise Immanuel Höhn, der "viele Großchancen" seiner Farben registriert hatte und folgerichtig ergänzte: "Da müssen wir in Führung liegen."
Überraschte Gastgeber
Auch losgelöst von den reinen Torabschlüssen vermittelten die Lilien vom Anpfiff weg den Eindruck, nach der durchwachsenen Vorwoche die passende Antwort zu geben. "Die Körpersprache war so, wie wir uns das vorgestellt haben", lobte Dimitrios Grammozis in Bezug auf den ersten Durchgang, in dem seine Mannschaft die selbstbewussten Gastgeber vor große Probleme stellte. "Aufgrund der letzten Partien hatten wir Darmstadt passiver erwartet, doch die Initiative ging sofort von ihnen aus", erklärte daher auch SVS-Cheftrainer Uwe Koschinat, der eingestehen musste: "In dieser Phase sind wie viel hinterher gelaufen und es ist uns nicht gelungen, Zugriff auf die Spieler in den Zwischenräumen zu bekommen. Wir hatten großes Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind."
Glück, das dem SV 98 über die gesamte Spielzeit ein wenig abhanden ging und sich mit der fehlenden Effektivität paarte, die der Gastgeber direkt nach der Pause an den Tag legte. „In der zweiten Halbzeit wollten wir unser Spiel beibehalten und bekommen dann die kalte Dusche mit dem Rückstand“, so Grammozis in Bezug auf den schlussendlich entscheidenden Treffer in der 47. Minute.
"Bis zur letzten Sekunde dran geglaubt"
Ein Rückstand, der durch den Platzverweise gegen Victor Palsson rund 10 Minuten später zu einer noch größeren Herausforderung für die Lilien anwuchs. "Nach der roten Karte muss man das Spiel anders bewerten", resümierte Höhn angesichts des sich in der Folge verändernden Spielgeschehens, in dem sich dem SV 98 aber auch in nummerischer Unterlegenheit die Chance auf den Ausgleichstreffer bot. "Trotz der Situation haben wir bis zur letzten Sekunde dran geglaubt", erklärte Fabian Holland nach dem Auslaufen am Samstag und ordnete die neunzig Minuten auch im Gesamtkontext der vergangenen beiden Wochen ein: "Es waren drei komplett unterschiedliche Spiele. Osnabrück war zum Vergessen, Dresden war eine leichte Steigerung und der gestrige Auftritt war von der gesamten Mannschaft ein ganz anderer und ein Schritt nach vorne. Wir hatten die Chancen, haben es besser gespielt und hatten offensive Aktionen. Jetzt muss der Ball nur noch rein."
Ein kurzer Satz, der aber das aktuelle Kernproblem der Lilien auf den Kopf trifft. Denn defensiv ist die Elf von Grammozis nach dem "kollektiven Versagen" von Osnabrück schnell wieder auf den richtigen Pfad zurückgekehrt, offensiv fehlt es trotz erkennbarem Fortschritt aber aktuell am Torerfolg.
"Ein großes Kompliment an unsere Fans"
Trübsal blasen wollte bei den Lilien aber niemand nach der knappen Niederlage, viel eher kreisten die Aussagen um die Weiterentwicklung im eigenen Spiel, wie Höhn verdeutlichte: "In den vergangenen beiden Spielen hatten wir sehr wenige Chancen, das war heute viel besser. Leider haben wir sie nicht genutzt, aber auch das kann passieren. Wichtig ist, dass wir eine gute Leistung abgerufen haben. Ich weiß auch nicht, warum man von einem Negativtrend sprechen sollte. Hier verliert keiner die Nerven und unsere Punkte werden wir dann in zwei Wochen nach der Länderspielpause holen."
Punkte, die bereits in Sandhausen verdient gewesen wären, wie der Applaus der mitgereisten Anhänger bewies. "Ein großes Kompliment an unsere Fans, die uns heute toll unterstützt haben", gab Grammozis das erhaltene akustische Lob in verbaler Form zurück, bevor er anfügte: "Die Mannschaft hatte sich den Applaus heute verdient. Auch, wenn wir mit dem Ergebnis natürlich überhaupt nicht zufrieden sein können."