FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Immer wieder das gleiche Bild. Eine Lilie im blau-weißen Trikot, die mit ihren Händen kreisende Bewegung vor ihrem Körper machte. Fabian Holland war einer, der diese Bewegung auffällig häufig machte, doch auch seine Mitspieler taten es ihm nach. Diese fordernde Symbolik, welche verdeutlichten sollte: weiter, weiter, weiter. Eine Reaktion der Darmstädter wie man sie im zweiten Durchgang nahezu im Minutentakt auf dem Spielfeld sah. Hintereinander weg zischten die Bälle auf den Kasten des Gegners, hintereinander weg pushten sich die Mannen des SV Darmstadt 98 gegenseitig, auf gar keinen Fall nachzulassen.
Belohnt wurde dieser Aufwand allerdings nicht. Erstmals seit September sowie insgesamt sieben ungeschlagenen in Serie ging der SV 98 nach dem 1:3 gegen Fortuna Düsseldorf wieder als Verlierer vom Platz – gar erstmals seit Juli wieder in einem Heimspiel. In einem wohlgemerkt ausgeglichenen Duell am Freitagabend. “Unter dem Strich war Düsseldorf vor der Pause besser und wir danach”, fasste Marcel Schuhen die beiden Halbzeiten am Böllenfalltor zusammen. Ein Blick auf die Statistik: Die nahezu übereinstimmenden Anteile an Ballbesitz, die gleiche Pass- und eine identische Zweikampfquote. Nur Torschüsse (21) hatten die Südhessen mehr als doppelt so viele wie der Gegner (10). Doch reichten den Rheinländern diese zu den entscheidenden drei Treffern, die an diesem Abend den Unterschied machten.
“Fortuna war heute das, was uns in den letzten Wochen ausgezeichnet hat: sehr effektiv”, erkannte Torsten Lieberknecht. Er hatte schon vor der Partie vor einem “sensationell gut zusammengestellten Kader” der Düsseldorfer gewarnt. Eine Mannschaft mit enormen Erstliga-Potential in den eigenen Reihen, die den SV 98 vor allem im ersten Spielabschnitt vor Probleme stellte. Herausforderungen, die dieses Mal nicht zu meistern waren. Und dennoch. “Wir haben in den letzten Wochen nicht alles rosarot gesehen, genauso sehen wir jetzt nicht alles schlecht”, betonte Lieberknecht. Schließlich waren es verschiedene Reaktionen, die Mut machten und die Lilien weiterhin mit breiter Brust auftreten lassen.
Reaktion Nr. 1 – Die zweite Halbzeit!
Mit einem 0:2-Rückstand verabschiedeten sich die Darmstädter nach 45 Minuten für eine Viertelstunde in der Kabine. “In der Pause war ich trotzdem überzeugt, dass wir das Ding noch drehen können”, so Lieberknecht. Dabei war er nicht der einzige. Mit Willen, Entschlossenheit und der nötigen Portion an Aggressivität marschierten die Blau-Weißen wieder auf den Rasen. Dort brannten sie eine Leistung auf den Rasen, die zwischenzeitlich in einem Powerplay aufs Düsseldorfer Tor ausartete. Auch ohne ‚Sahnefußball‘ zu zeigen, erspielten sich die Lilien zahlreiche Möglichkeiten. “Doch leider ist es uns in der Druckphase nach der Pause nicht gelungen, den Anschlusstreffer zu erzielen”, erklärte Schuhen.
Denn es fehlte einerseits die gewisse Kaltschnäuzigkeit vor dem Kasten, andererseits erwischte Fortuna-Keeper Raphael Wolf aber auch einen enorm guten Tag. Trotzdem. “Man kann der Mannschaft im zweiten Durchgang keinen Vorwurf machen”, verdeutlichte Lieberknecht. Der Cheftrainer des SV 98 sah ein Team, “dass alles dafür getan hat, das Spiel nicht zu verlieren.” Das gelang zwar nicht, doch beeindruckte Phillip Tietz noch eine andere Tatsache. Der Stürmer: “Es gibt sicherlich Teams, die sich in so einem Spiel untereinander anschnauzen, aber trotz der Niederlage hat man auch heute gesehen, dass wir eine Mannschaft sind.” Auf dem Platz? Die richtige Reaktion.
Reaktion Nr. 2 – Auf den Rängen!
Und dann waren da ja auch noch die Lilien-Fans auf den drei fertigen Tribünen im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Ein Publikum mit einem sehr guten Gespür, das die kämpferische Leistung der Mannschaft anerkannte. Selbst nach Spielende gab es minutenlange Gesänge von den Rängen. Lieberknecht: “Die Fans haben nach Abpfiff honoriert, dass die Mannschaft alles dafür getan hat, nicht als Verlierer vom Platz zu gehen.” Gleiches merkte auch Tietz an: “Obwohl wir verloren haben, haben wir einmal mehr gespürt, dass die Fans hinter uns stehen und uns den Rücken stärken. Auf den Rängen? Die richtige Reaktion.
Reaktion Nr. 3 – In Paderborn?
Die Reaktionen des Publikums und diese der Mannschaft in der zweiten Halbzeit, sie stimmten. Doch half dies alles nichts, die Niederlage abzuwenden. “Man hatte das Gefühl, es sollte heute nicht sein”, so Schuhen, der allerdings erkannte und verdeutlichte: “Das ist nicht das erste Spiel, das wir verloren haben. Eine Entwicklung geht nicht immer nur nach oben. Jetzt geht es darum, wie wir mit der Niederlage umgehen.”
Denn die dritte und letzte Reaktion war am Freitagabend noch nicht sichtbar. Sie wird sich erst in einer Woche zeigen. Dann, wenn die Lilien am kommenden Samstag (11.12./13.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim SC Paderborn gefordert sind. Doch wer den blau-weißen Protagonisten im Nachgang des Düsseldorf-Spiels zuhörte, darf annehmen, dass die Lilien mit großer Wahrscheinlichkeit die Energie nach dieser Niederlage in die richtigen Bahnen zu lenken wissen. Das 1:3 abhaken, auch in Ostwestfalen wieder mit breiter Brust antreten. Schuhen: “Warum sollte man sich jetzt auch verkriechen? Im Gegenteil. Wir wollen in Paderborn eine Reaktion zeigen.”