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28.11.2024 / Profis

SC Preußen Münster im Gegnercheck

Als Gründungsmitglied der Bundesliga hat sich der SC Preußen Münster in den Geschichtsbüchern des deutschen Fußball-Oberhauses für immer verewigt. 1963 gingen die Münsteraner als eines von 16 Mannschaften in der höchsten Spielklasse an den Start. Eine glorreiche Zeit, die jedoch nur von kurzer Dauer war. Denn direkt in der Gründungssaison stieg Preußen Münster ab. Und dem Verein gelang es seitdem nicht mehr, in die Bundesliga zurückzukehren. Mit der Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga in den 1990er Jahren geriet der SCP dann immer mehr ins Straucheln, scheint mittlerweile aber wieder deutlich gefestigt.

Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Memmler

Nach einem ordentlichen Jahr in der 2. Liga folgte 1991 der Abstieg in die Dritte Liga. Seitdem entwickelte sich der Traditionsverein aus dem Westen Deutschlands zu einer Fahrstuhlmannschaft, die ständig zwischen der dritten und vierten Liga pendelte. Doch nach langen 33 Jahren des Wartens hat der SC Preußen Münster es zurück in die 2. Bundesliga geschafft – 2024 stieg man als Tabellenzweiter ins deutsche Fußball-Unterhaus auf. Zwar steht Münster zurzeit mit elf Zählern auf einem direkten Abstiegsplatz, dennoch ist noch alles möglich: Nur ein Punkt trennt Münster vom rettenden Ufer.

Top-Scorer

Top-Torschützen Top-Vorbereiter
Joshua Mees – 3 Tore  András Németh – 3 Assists
Lukas Frenkert – 2 Tore Lukas Frenkert – 2 Assists
Charalambos Makridis – 2 Tore Joel Grodowski – 2 Assists
Hólmbert Aron Fridjónsson – 2 Tore  Thorben Deters – 2 Assists
Torge Paetow – 2 Tore  Charalambos Makridis – 1 Assists

Der Trainer

Sascha Hildmann und Preußen Münster – eine große Love-Story? In einer Zeit, in der Trainer oft nur kurz bei einem Verein verweilen, feiert Hildmann bald sein fünfjähriges Jubiläum an der Seitenlinie der Münsteraner und hat in dieser Zeit über 200 Spiele der Adler gecoacht. Für den 52-Jährigen hängt die gute Zusammenarbeit an drei wichtigen Säulen: „Vertrauen, Wertschätzung und Menschlichkeit.“

Sein vermeintlich größter Triumph als Trainer gelang ihm in der Saison 2022/23, als Preußen Münster als Meister der Regionalliga West in die 3. Liga aufstieg. Wirklich der größte Triumph? Nein. Hildmann und seine Truppe setzten noch einen drauf, die Erfolgsgeschichte endete nicht: Denn in der folgenden Drittligasaison spielte sein Team eine unglaubliche Rückrunde, blieb von Ende Januar bis Mitte März ungeschlagen und erkämpfte sich als Tabellenzweiter nach 33 Jahren die Rückkehr in die 2. Bundesliga.

„Wir haben über den Aufstieg gar nicht nachgedacht“, erinnerte sich Hildmann im Gespräch mit Sport1 zurück. „Dann legen wir eine unfassbare Rückrunde hin, gewinnen sieben Spiele in Folge und ziehen das durch. Die Mannschaft hat sich toll gefunden. Für mich ist dieser Aufstieg das Größte ever. So viele glückliche Menschen habe ich noch nie gesehen“, schwärmte der Preußen-Coach im Rückblick auf eine magische Saison.

Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Memmler

Prunkstück

Mit Köpfchen an die Sache rangehen. Und damit ist nicht das Nachdenken gemeint. Preußen Münster hat bislang in der Saison fünf Tore per Kopfball erzielt. Ein starker Wert im Ligavergleich. Denn nur zwei Teams in der gesamten 2. Bundesliga – der 1. FC Köln (6) und der Hamburger SV (9) – schafften es bis dato, mehr Tore mit dem Schädel über die Linie zu drücken. Besonders torgefährlich werden die Adler insbesondere zwischen der 16. und 30. Spielminute. Ihr Lieblingsminuten? Zusammen mit dem Karlsruher SC schossen sie in dieser Phase die meisten Tore der Liga (6).

All Eyes on ...

Lukas Frenkert. Ein echter Münsteraner und eine wichtige Säule in der aktuellen Mannschaft von Preußen Münster. Der 1,90 Meter große Innenverteidiger ist in der Fahrradstadt geboren, stammt aus der eigenen Jugend der Adler und hat in dieser Saison den Durchbruch geschafft. Doch der Weg dahin war alles andere als leicht: Gleich so einige Verletzungen warfen den Abwehrspieler immer wieder zurück und bremsten ihn aus.

Also: Mal einen Schritt zurück und dann zwei wieder nach vorn? In der vergangenen Spielzeit ließ sich Frenkert auf Leihbasis zum Regionalligisten 1. FC Bocholt verleihen. Es stellte sich heraus, dass dieser Schritt vollkommen richtig sein sollte. „Die Zeit beim FC hat mir gutgetan,“ betonte der 24-Jährige im Interview mit der SportBild. In Bocholt konnte er sich neu beweisen, wurde schnell zum Leistungsträger und am Ende der Saison sogar von den Fans zum Spieler der Saison gewählt. Trotz anderer Angebote blieb seine Liebe zu Münster bestehen, die er auch öffentlich stets bekundete: „Ich bin Münsteraner mit Leib und Seele. Für mich war immer klar, dass ich einen zweiten Anlauf bei den Preußen nehmen werde.“

Zurück in Münster gehört er zu den Stammkräften von Trainer Sascha Hildmann in der 2. Bundesliga und rechtfertigt mit konstant starken Leistungen das Vertrauen, welches in ihn gesetzt wird. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: Der 24-Jährige stand in allen 13 Ligaspielen über die volle Distanz auf dem Spielfeld, verpasste nicht eine einzige Spielminute. Zudem trug er sich mit zwei Treffern auch schon in die Torjägerliste seiner Mannschaft ein und bereitete zwei weitere Tore vor.

Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Memmler

Blick in die Preußen-Vitrine

  • Deutscher Amateur-Meister: 1993/94
  • Meister Regionalliga West: 2010/11, 2022/23
  • Landespokalsieger: 1996/97, 2007/08, 2008/09, 2009/10, 2013/14, 2020/21
  • Westdeutscher Pokalsieger: 1968/69

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