FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Mittwochabend, 22.21 Uhr, Abpfiff im Holstein-Stadion. Die Lilien haben das erste Pflichtspiel des Kalenderjahres mit einem Punktgewinn beendet, 1:1 endete die Partie bei Holstein Kiel. Ein weiterer Zähler auf der Habenseite in dieser unfassbar engen 2. Bundesliga. Donnerstagmittag, 12.21 Uhr, exakt 14 Stunden später, Ankunft am Böllenfalltor. Viel Zeit bleibt dem SV 98 nicht, die 90 Minuten zu reflektieren. Zu intensiv ist der Start ins neue Jahr, es geht direkt in die Vollen. Eine Sieben-Tage-Woche legt die Mannschaft von Cheftrainer Dimitrios Grammozis hin: fünf Trainingseinheiten, zwei Spieltage. Denn am Sonntagmittag, 13.30 Uhr, steht die Heimpartie gegen den VfL Osnabrück an.
Das Programm des SV 98 ist strikt durchgetaktet. Nach der Landung am Frankfurter Flughafen – die Lilien hatten von Mittwoch auf Donnerstag noch in Kiel übernachtet – ging es für Mannschaft und Trainerteam nicht etwa nach Hause. Nein, die Lilien schufteten wieder am Böllenfalltor. Die vergangenen 90 Minuten aus den Knochen bekommen, so der Plan. Arbeiten im Kraftraum, Regeneration, einen letzten Blick in den Rückspiegel werfen, dann den Fokus aber auch schon auf das nächste Spiel lenken.
„Wir werden unsere Schlüsse ziehen und wissen genau, was wir noch verbessern müssen“, hatte Patrick Herrmann bereits nach der Partie betont, die vielversprechend anlief. In einer gut zehnminütigen Drangphase setzten die Darmstädter das um, was sie in der Vorbereitung so häufig einstudiert hatten: frühes Anlaufen, den Gegner unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen. Die Kieler Verteidigung hatte mit dieser Spielweise der Südhessen in der Anfangsphase so ihre Probleme. Sequenzen, die dem Lilien-Coach gefallen dürften. Sequenzen, die als Beispiel dienen, wie es gegen Osnabrück möglich sein könnte, den ersten Dreier im Jahr 2020 einzufahren. „Wir hatten eine taktische Marschroute, leider haben wir diese vor der Pause nur zehn Minuten lang umsetzen können“, stellte der Rechtsverteidiger des SV 98 fest.
Die gute Phase der Darmstädter war zu kurz. Über weite Strecken der ersten Halbzeit sah es nicht danach aus, dass die Lilien etwas Zählbares aus dem hohen Norden mitnehmen könnten – bis zum zu dem Zeitpunkt überraschenden Ausgleichstreffer von Serdar Dursun. „Wir wurden passiver, der Gegner hat uns eingeschnürt“, analysierte Dimitrios Grammozis. Kapitän Fabian Holland: „In der ersten Halbzeit müssen wir anders auftreten. Wir sind zu viel hinterhergelaufen.“ Der 1:0-Führungstreffer war folgerichtig und verdient.
Dass der SV 98 mit einem 1:1 in die Pause ging, war dementsprechend schmeichelhaft. Das wissen auch die Lilien. „Doch nach dem Wiederanpfiff waren wir viel besser in der Partie“, befand Torschütze Serdar Dursun, Holland bekräftigte die Aussage des Stürmers: „Da waren wir energischer, dann sieht es automatisch besser aus.“ Darmstadt nahm die Zweikämpfe an, setzte die Kieler früher unter Druck und ließ sie nicht mehr unbehelligt kombinieren. „Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden, in der zweiten war es eine Leistungssteigerung. Deswegen bin ich insgesamt froh, dass wir bei einem guten Gegner einen Punkt entführen konnten“, verdeutlichte Grammozis.
Mit ein bisschen mehr Spielglück hätten die Lilien sogar drei Big Points an der Förde landen können – verdient hin oder her: Zum einen, als der Schiedsrichter nach einem vermeintlichen Handspiel im Kieler Strafraum nicht auf den Punkt zeigte. Zum anderen, als Marvin Mehlem eine Viertelstunde vor dem Ende das 2:1 auf dem Fuß hatte. Doch so blieb es bei einem Zähler. Dank diesem schob sich der SV 98 in der Tabelle zwar von Platz zwölf auf elf, der Abstand zum Relegationsplatz bleibt aber weiterhin bei zwei Punkten. Letztendlich überwiegt aber die Freude nach einem weiteren Punktgewinn. „Selbst wenn du mit ein bisschen Glück so ein Spiel auch gewinnen kannst. Insgesamt können wir aber mit dem Punkt sehr gut leben“, betonte Dursun.
Schon am kommenden Sonntag – keine vier Tage nach dem Mittwochabendspiel – steht das Duell mit dem VfL Osnabrück vor heimischem Publikum auf dem Programm. Ein Spiel, in dem die Lilien nachlegen wollen, das Selbstbewusstsein von vier ungeschlagenen Partien in Folge mitnehmen und, mit Blick auf den ersten Durchgang in Kiel, doch einiges besser machen wollen.