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04.12.2017 / Allgemein

Schnee im Getriebe

Eine dichte Schneedecke, permanenter Flocken-Nachschub und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Was für Liebhaber der Vorweihnachtszeit nach dem perfekten Rahmen für den ersten Adventssonntag klingt, sorgt bei Profifußballern viel eher für größeres Unbehagen. Äußere Bedingungen dieser Art erschweren das Spiel mit dem runden Leder naturgemäß ungemein und sorgen zudem dafür, dass die Teams gezwungen werden, von ihrer gewohnten Spielweise abzuweichen. Eine Herausforderung, die Jahn Regensburg am Sonntag besser bewältigte als der SV 98.

Die Oberpfälzer arrangierten sich schnell mit dem seifigen und nassen Untergrund, der durch den durchgehenden Schneefall bis zum Schlusspfiff weiß in das weite Stadionrund schimmerte. An manchen Stellen wurde der Ball extrem schnell, an anderen blieb er einfach liegen. Kombinationsfußball über mehrere Stationen nahezu unmöglich. „Regensburg ist von Beginn an besser mit den Bedingungen klar gekommen“, bilanzierte Fabian Holland, der einen Mitgrund dafür in der sonst üblichen Spielidee des SV 98 sah: „Wir wollen immer spielerische Lösungen finden, das war heute nicht möglich. Das, worauf es bei diesem Belag ankam, die langen Bälle vorne zu kontrollieren und in der Offensive auch ein wenig Ruhe reinzubekommen, das hat Regensburg definitiv besser gemacht.“
Auch, weil der SSV im Schneetreiben am Böllenfalltor eben nicht so weit von seiner Norm abweichen musste, wie es bei den Lilien der Fall war. „Dieses Spiel liegt uns natürlich mehr“, gestand Gäste-Trainer Achim Beierlorzer nach Abpfiff und konkretisierte: „Zweite Bälle gewinnen und dann schnell nach vorne zu spielen. Das haben wir von Beginn an geschafft.“
Umgekehrt sah auch Torsten Frings, dass seine Mannschaft die Verhältnisse „nicht so angenommen hat“ wie der Gegner. „Der Kampf um den zweiten Ball war ganz wichtig, das hat Regensburg eindeutig besser gemacht“, bestätigte der Cheftrainer der Lilien, was sein Trainerkollege Sekunden zuvor bereits veranschaulicht hatte.
Doch auch wenn der SSV sein grundlegendes Konzept auf winterlichem Untergrund größtenteils beibehalten konnte, ihre Unterlegenheit wollten die Lilien darauf nicht hinunterbrechen: „Für beide Teams galten dieselben Bedingungen. Deswegen dürfen wir uns nicht beschweren oder Ausreden suchen“, nahm Markus Steinhöfer sich und seine Teamkollegen in die Pflicht, bevor er anfügte: „Die Partie ist mit normalen Maßstäben schwer zu beurteilen. Trotzdem haben wir kein gutes Spiel gemacht, so ehrlich müssen wir sein.“
Viel war auf Zufall ausgelegt in den 93 Minuten am Böllen(schnee)falltor, vielen langen Bällen wurde die Hoffnung auf eine gegnerische Unachtsamkeit mit auf den Weg gegeben. Einzig, der SSV Jahn wollte den Lilien eben diesen Gefallen nicht tun: „Regensburg hat heute weniger Fehler gemacht und wir bei einer Standardsituation ein wenig gepennt“, zog Steinhöfer ein Fazit, das in seinen Augen auch mit der Formkurve beider Teams zu tun hatte: „Das war heute eine Art Opposite-Game. Regensburg kam mit 10 Punkten aus vier Spielen, wir haben lange nicht gewonnen. Da war ihre Brust natürlich breiter. Auch das hilft bei solchen Bedingungen.“
Und so musste Frings nach Abpfiff von einer „verdienten Niederlage“ seines Teams sprechen, das auch nach dem Rückstand „nie richtig gefährlich“ wurde.
Die Chance, wieder mehr Durchschlagskraft zu entwickeln und sich besser auf bestimmte Gegebenheiten einzustellen, bietet sich den Lilien bereits am Freitag, wenn der Hinrunden-Abschluss in Aue ansteht.
„Ob wir 5, 8 oder 10 Spiele nicht gewonnen haben, ist nicht wichtig. Wir müssen in Aue endlich in die Spur finden“, blickte Steinhöfer bereits voraus. Angesichts der geographischen Lage und des angesagten Wetterberichtes für das Erzgebirge könnte es erneut eine Schneespur werden, in der die Lilien zurückkehren möchten. Ein Umstand, den der 31-Jährige mit Blick auf Freitag einkalkuliert: „Dort werden ähnliche Bedingungen herrschen. Darauf müssen wir uns schleunigst einstellen.“ Damit das Lilien-Getriebe im 17. Saisonspiel entgegen aller Widerstände funktioniert. 

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