FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Ein wenig Schmunzeln musste Carsten Wehlmann schon, als er den Wald aus Mikrofonen und Kameras in der Mixed-Zone am Böllenfalltor erblickte. Es herrschte dichtes Gedränge um den neuen Sportlichen Leiter des SV 98, der sich am Dienstagmittag den Fragen der Journalisten in der Trainerthematik stellte. Und dabei mit seinen 1,91 Meter nicht nur körperlich den Mittelpunkt der Runde bildete, sondern auch durchaus konkrete Aussagen in Bezug auf die Nachfolge Dirk Schusters traf.
"Wir brauchen einen Trainer, der die Situation annimmt, sich mit dem Kader identifizieren kann und damit arbeiten möchte", erklärte der 46-Jährige auf die Frage nach dem gesuchten Profil eines neuen Übungsleiters, das er in der Folge weiter ausführte: „Wir schauen, dass wir einen Trainer holen, der vielleicht noch nicht am Ende seiner Karriere steht und sich auch noch mitentwickeln kann. Dem wir aber zutrauen, die jetzige Situation anzunehmen und die nötigen Punkte einzufahren.“
Ziel: Schnellstmöglich die bestmögliche Lösung
Denn klar ist: Primär ginge es bei der Auswahl natürlich "um die aktuelle Situation", der "Ausblick auf die Zukunft" sei darüber hinaus aber ebenfalls ein wichtiges Kriterium. „Es wird kein Feuerwehrmann“, verdeutlichte Wehlmann daher noch einmal und sprach davon, „schnellstmöglich die bestmögliche Lösung“ für die Lilien zu finden.
Am Vortag war der bisherige Sportkoordinator zum Sportlichen Leiter ernannt und mit der neuen Aufgabe beauftragt worden. "Die Suche hat erst gestern begonnen. Das gebührt alleine der Respekt gegenüber dem bisherigen Trainerteam", so der frühere Profitorwart, der ergänzte: "Dadurch ist das Zeitfenster ein kurzes, und es könnte bis Samstag schwierig werden, wir arbeiten aber an einer Lösung."
"Wir haben Trainer kontaktiert und es finden bereits Gespräche statt"
Diverse Namen möglicher Nachfolger waren seit dem Montagmittag durch die Medienlandschaft gekreist, an Spekulationen dieser Art wollte sich Wehlmann naturgemäß nicht beteiligen, schränkte aber ein: "Die Liste der Kandidaten ist überschaubar, auch wenn ich keine Zahlen nennen möchte. Wir haben Trainer kontaktiert und es finden bereits Gespräche statt."
Zwar sei seit gestern eine "Vielzahl an Bewerbungen" auf den Schreibtisch des Hamburgs gelandet, die Chancen für Kandidaturen dieser Art aber verschwindend gering: „Wir gehen da keine Liste durch, sondern haben unsere eigenen Ideen.“
Ideen, die sich bei Wehlmann auch mit den Erfahrungen paaren, die der langjährige Chefscout von Holstein Kiel in der Vergangenheit gesammelt hat: "Ich bin seit mehr als 20 Jahren im Fußballgeschäft beschäftigt, von daher kenne ich nicht nur Spieler, sondern auch Trainer."
"Wir vertrauen dem Kader, der da ist. Und das muss der neue Trainer auch"
Wehlmann geht also nicht unbedarft oder ohne Vorkenntnisse an die Auswahl, der Norddeutsche verfügt über ein breites Netzwerk, in dem er nun anhand der eigenen Vorstellungen und der lilienspezifischen Raster nach der Ideallösung sucht. "Der neue Mann muss sich mit der Aufgabe und den Spielern identifizieren können. Es gibt keine Transferperiode mehr. Wir vertrauen dem Kader, der da ist. Und das muss der neue Trainer auch."
Es waren prägnante Sätze mit klarer Botschaft, die Wehlmann den Journalisten mit auf den Weg gab. Und ihnen damit in nur knapp 10 Minuten eine ordentliche Portion an Informationszuwachs verschaffte. Während er selbst kaum Zeit verlor, um sich wieder an seine Arbeit zu machen. Der Suche nach dem richtigen Mann für die Lilien-Bank.