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30.09.2017 / Allgemein

Selbstauferlegte Hausaufgaben

„Es werden Rückschläge kommen.“ Der Satz, den Torsten Frings seit Saisonbeginn quasi gebetsmühlenartig wiederholt, wurde in Ingolstadt Realität. Erstmals in dieser Spielzeit traten die Lilien die Heimreise nach einem Auswärtsspiel ohne Punkte im Gepäck an. Was Spieler und Verantwortliche aber mit an Bord des Mannschaftsbusses nahmen, war eine To-do-Liste, die es in der anstehenden Länderspielpause anzugehen gilt

„Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, an den Dingen zu arbeiten“, benannte Sandro Sirigu den Zeitrahmen für die selbstauferlegten Hausaufgaben, deren Inhalt der 28-Jährige dann auch konkretisierte: „Wir wollen wieder stabiler stehen. Wir werden viel an der Torverteidigung üben, 1-gegen-1-Situationen trainieren, um im nächsten Spiel einen Schritt weiter zu sein.“
Neben den taktischen Übungsformen weiß Sirigu aber auch um die Arbeit im Kopf, die es braucht, um die gemeinsamen Defensivaufgaben zur völligen Zufriedenheit zu erfüllen: „Natürlich ist ein Zu-Null-Spiel unser Ziel. Dafür dürfen wir uns aber nicht auf den Nebenmann verlassen und deshalb einen Schritt weniger machen. Vielmehr braucht es einen Schritt mehr.“
Eben dieser Extra-Schritt fehlte in einigen Situationen gegen eine Ingolstädter Mannschaft, die „all das nachgeholt hat, was sie in den ersten Spielen hat vermissen lassen“, wie Sirigu richtig analysierte. Die Schanzer brachten die beste Saisonleistung auf den Platz – gepaart mit der unheimlichen individuellen Qualität eine Mischung, der die Lilien an diesem Tag nicht genug entgegensetzen konnten. „Ingolstadt hat gezeigt, warum sie früher oder später weiter oben in der Tabelle stehen werden“, zollte auch Aytac Sulu dem Gegner Respekt, setzte die Niederlage aber auch in Relation zum bisherigen Saisonverlauf seiner Mannschaft: „Wir werden das Spiel analysieren, wissen aber auch, dass wir bereits ordentlich gepunktet haben. Zwei Niederlagen nach Neun Spielen sind mit dieser neuen Mannschaft vollkommen okay.“
Eine Ansicht, die sich der Lilien-Kapitän mit seinem Cheftrainer teilte. „Es war ein Spiel, aus dem wir lernen müssen“, zeigte sich Frings nach Spielende selbstkritisch, ergänzte aber: „Trotzdem spielen wir bislang eine gute Runde und haben weiterhin 15 Punkte."
Eine Anzahl, die Sirigu vor der Saison als Ausbeute aus den ersten neun Partien „absolut unterschrieben“ hätte, die aber bei keinem der Beteiligten den Blick auf die bevorstehende Arbeit trübt. „Wir haben Qualität, aber es fehlt noch die Konstanz. Daran arbeiten wir“, versprach daher Hamit Altintop stellvertretend, dem die Länderspielpause aus mehreren Gründen gelegen kommt: „Auf der einen Seite können wir regenerieren und auf der anderen die Probleme annehmen und sie lösen.“
Zur Hausaufgabenüberprüfung kommt dann der FC Nürnberg am 16. Oktober ans Böllenfalltor. Erneut eine starke Mannschaft gegen die der SV 98 beweisen kann, was Frings bereits wenige Minuten nach Abpfiff einforderte: „Wir stehen für Kampf und Leidenschaft, und das wollen wir auch wieder zeigen.“

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