FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Der Abpfiff war noch keine zwei Minuten alt, da versammelten sich die Lilien im geschlossenen Kreis, um gemeinsam durchzuatmen. Und natürlich stach in diesem Moment die Enttäuschung über den späten Ausgleich die Zufriedenheit über die couragierte Leistung aus. Doch genau diese hatten die Spieler im weißen Dress gezeigt. Und spätestens, als die Akteure wenig später vor den rund 800 mitgereisten Fans standen, wussten sie das ebenfalls. Denn in der Kurve applaudierten sich beide Seiten. Für den jeweiligen Einsatz über 94 Minuten - und aufgrund des zumindest einen Auswärtspunktes, den die Lilien allen Umständen zum Trotz mit auf die Rückreise nahmen.
"In der aktuellen Phase ist der Fußballgott leider nicht so oft auf unserer Seite." Die Worte, die Aytac Sulu angesprochen auf sein Eigentor in der 11. Minute nutzte, hätten sich auch als Überschrift für das gesamte Spiel verwenden lassen. Von der Hüfte des Kapitäns prallte der Ball nach einer verlängerten Ecke zur frühen Braunschweiger Führung ins eigene Netz.
Und die ohne fünf Leistungsträger angetretenen Lilien brauchten eine gewisse Zeit, um sich von diesem Rückschlag zu erholen. Genauer gesagt bis zur 27. Minute und einer Szene, die vielen anderen Teams das Genick gebrochen hätte. Die für diese Darmstädter Mannschaft aber den "Hallo-Wach-Effekt" darstellte, wie es Torsten Frings später analysierte.
Ohne Chance auf den Ball grätschte Julius Biada in Sandro Sirigu, für den die Partie nach dieser Aktion beendet war. Umso bitterer wurde das Einsteigen, da Braunschweigs Mittelfeldmann statt der nicht nur für Frings "ganz klaren Roten Karte" von Schiedsrichter Patrick Alt nur den Gelben Karton gezeigt bekam.
"Wir fallen nicht zusammen oder bemitleiden uns selbst"
Ein früher Rückstand, ein vielleicht schwer verletzter Mitspieler, ein nicht gegebener Platzverweis – eine Situation, an der andere Mannschaften vielleicht zerbrechen würden. Nicht aber die Lilien. Frings: "Die Jungs nehmen die Situation an und haben auch heute diese Mentalität auf den Platz gebracht."
Denn während Sirigu gestützt in Richtung Kabine humpelte und sich Markus Steinhöfer zur Einwechslung bereit machte, da nahm sich Marvin Mehlem ein Herz und traf zum 1:1 in die Maschen. Ein Tor, das den Charakter der Mannschaft bestmöglich abbildete. "Wir beschäftigen uns nicht lange mit den Rückschlägen, auch wenn wir in letzter Zeit viele davon hinnehmen mussten", betonte Sulu: "Wir fallen nicht zusammen oder bemitleiden uns selbst. So haben wir auch heute nach dem Rückstand alles rausgeholt."
Hinten stabil und mit offensivem Mut übernahm der SV 98 nun immer mehr die Kontrolle und belohnte sich in der 52. Minute mit dem Führungstreffer von Wilson Kamavuaka selbst. Genau diesen Spielstand wies die Braunschweiger Anzeigetafel dann auch in den folgenden 40 Minuten aus. Bis der letzte Rückschlag folgte, nach dem den Lilien die Zeit für eine erneute Gegenantwort fehlte.
"Sind auf dem richtigen Weg"
"Am Ende haben wir es nicht geschafft, den Sieg über die Runden zu bringen", trauerte Kamavuaka den beiden Punkten nach, die seiner Mannschaft in der Nachspielzeit verloren gingen – insbesondere, weil die volle Punktzahl nicht nur aus Sicht des Beinahe-Siegtorschützen "absolut verdient" gewesen wäre.
Unterm Strich stehen nun sieben Spiele ohne Sieg – eine Bilanz, auf die auch die Lilien gut und gerne verzichten könnten. Aber eine Bilanz, die ohne einen genaueren Blick auf die einzelnen Begleitumstände eine nichtssagende ist. " Es ist momentan eine Phase, die dazu gehört und die nahezu jede Mannschaft in einer Saison erlebt", so Sulu auf Nachfrage, bevor er konkretisierte: "Auf den ersten Blick sehen die Ergebnisse immer negativ aus. Aber wer sieht, wie die Mannschaft täglich arbeitet und heute reagiert hat, der weiß, dass wir auf dem richtigen Weg sind."
Diesen Weg gilt es nach der Länderspielpause fortzusetzen, wenn die Lilien den SV Sandhausen empfangen.