FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
“Zufrieden sind wir nicht, weil es unser Anspruch war, heute drei Punkte zu holen”, sagte Aaron Seydel und sprach damit so manchem Lilien-Fan in den Sekunden nach Abpfiff aus der Seele. Im Merck-Stadion am Böllenfalltor aber, dort war nur einen ganz kurzen Moment lang die Enttäuschung über den späten Gegentreffer und den Spielausgang spürbar. Was dann geschah, zeugte abermals vom guten Gespür der blau-weißen Anhänger. Nur wenige Sekunden vergingen, als das gesamte Stadion die Vereinshymne anstimmte, die Mannschaft auf ihrer Runde durchs Böllenfalltor mit Applaus bedachte und sie mit lautstarken Gesängen ins Wochenende verabschiedete.
Ein Wochenende, in welches der SV Darmstadt 98 mit nun 48 Zählern auf der Habenseite startet. Und das nach 26 Spieltagen. “Wir haben 1:1 gespielt und einen Punkt mehr auf dem Konto”, bemerkte Fabian Holland nach dem Remis gegen den SV Sandhausen. Den Kopf aufgrund des späten Ausgleichs in den Sand stecken? Auf keinen Fall. Warum auch? Die Lilien spielen die beste Zweitliga-Saison seit den 1980er Jahren. Und der SV 98 ist – wie Torsten Lieberknecht immer wieder gerne betont – noch immer munter bei der Musik dabei. Genau dies honorierten auch die Darmstädter Fans im unter Corona-Vorgaben mit über 11.000 Zuschauern ausverkauften Merck-Stadion am Böllenfalltor. Holland: “Es ist immer ein gutes Gefühl, die Fans im Rücken zu wissen – vor dem Spiel, währenddessen und auch danach.”
Von Darmstädter Stabilität und respektvollem Auftreten
“Sie haben ein sehr gutes Gespür”, bescheinigte auch sein Cheftrainer den blau-weißen Anhängern und ergänzte: “Denn sie sehen eine Mannschaft, die alles dafür tut, Spiele zu gewinnen.” Wenn das allerdings mal nicht gelingen sollte, dann ist es eben wichtig, trotzdem Zählbares mitzunehmen. In dieser enorm engen und ausgeglichenen 2. Bundesliga kommt es genau darauf an. “Wir müssen punkten, punkten, punkten”, lautet ein ebenso gern benutzter Lieberknecht-Satz auf den Pressekonferenzen vor den Spieltagen unter der Woche. Und seine Mannschaft, sie setzt dies um. So sind die Lilien seit fünf Spielen ungeschlagen – zwei Siege, drei Remis. “Wir zeigen uns stabil”, verdeutlichte der Lilien-Coach nach dem Sandhausen-Spiel: ”Die Stabilität der Mannschaft ist da für das, was noch kommt.”
Gefestigt auftreten, nicht Laissez-faire oder übermütig. Auch nicht gegen Mannschaften aus dem Abstiegskampf. Das bewiesen die Lilien am Freitagabend, als sie mit Sandhausen den Tabellenfünfzehnten und gleichzeitig aber das zweitbeste Team der Rückrunde empfingen. “Wir sind sehr respektvoll mit der Situation des Gegners umgegangen”, analysierte Lieberknecht. Ein Indikator: Das Zweikampfverhalten. Eigentlich etwas, was vor allem die Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel auszeichnet. “Der Gegner war uns in allem überlegen – gerade in puncto Zweikampfverhalten”, musste aber selbst Gästetrainer Alois Schwartz über die ersten 30 Minuten der Partie anerkennen. Die Lilien waren von Beginn an bissig, erspielten sich Chancen und ließen defensiv nahezu nichts anbrennen. Folgerichtig gingen die Hausherren in Führung und mit dieser in die Pause.
Ärgern übers Gegentor, Bock auf Bremen
“Wir wussten schon in der Halbzeit, dass wir definitiv noch ein Tor nachlegen müssen”, so Holland. Das gelang jedoch nicht. “Und dann kann immer einer reinrutschen”, wusste Torschütze Seydel über die Tücken einer knappen 1:0-Führung im Fußball. Denn genau das geschah und in der 84. Minute fiel der späte Gegentreffer. Ein Tor, über das sich die Lilien selbstverständlich ärgerten. Seydel: “Es ist bitter, dass das Tor durch die einzige richtige Chance der Sandhäuser fällt.” Schließlich war dies in einer über 90 Minuten konzentrierten und stabilen Defensivleistung der einzige unachtsame Moment der Darmstädter Mannschaft, die aber selbst nach dem Ausgleich nicht aufsteckte und sich schließlich sogar noch die Möglichkeit auf einen späten Dreier erspielte, diesen jedoch verpasste.
Sich über den einen Moment Unachtsamkeit ärgern? Nachvollziehbar. Hadern? Auf keinen Fall. Warum auch? Am nächsten Wochenende (19.3./20.30 Uhr) gastiert der SV Darmstadt 98 beim SV Werder Bremen. Es ist – Stand Samstagvormittag (12.3.) – das Duell zwischen dem Tabellenersten und -zweiten der 2. Bundesliga. Allein dieser Satz dient als Beleg für eine bis dato bemerkenswerte Saison des SV 98. “Die Situation und die Top-Spiele wie nächste Woche in Bremen haben wir uns hart erarbeitet. Da hat jeder Bock drauf”, verdeutlichte Holland, der Kapitän einer stabilen Mannschaft.