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24.10.2017 / Allgemein

Stadt und Verein stellen Umbauplan vor

Der Umbau des Merck-Stadions am Böllenfalltor in ein zeitgemäßes, den Nutzeranforderungen des Profifußballs dauerhaft entsprechendes Fußballstadion stellt für die Wissenschaftsstadt Darmstadt ein wesentliches Infrastrukturprojekt und für den SV Darmstadt 98 die Daseinsgrundlage dar. Dies betonten Oberbürgermeister Jochen Partsch und Vereinspräsident Rüdiger Fritsch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am heutigen Dienstag, 24. Oktober 2017.

Zugleich wurde ein gemeinsam entwickeltes Finanzierungskonzept vorgestellt. Die jetzige Entscheidung, sagte Partsch, „steht am Ende eines ausführlichen und kritisch alle rechtlichen Voraussetzungen würdigenden Planungsprozesses – mit einem guten Ergebnis, das den baulichen Notwendigkeiten, den Wünschen der Fans und der Bevölkerung sowie der finanziellen Verantwortung der Wissenschaftsstadt Darmstadt gerecht wird“.
Entsprechende Beschlüsse hatte der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung gefasst. „Seit 2013 und erst recht seit dem ,Wunder von Bielefeld‘ haben wir uns dafür eingesetzt, in Darmstadt die räumlichen Bedingungen für bundesligatauglichen Fußball zu sichern – beginnend mit dem Einbau der Rasenheizung und der Neuverlegung des Spielfelds“, erklärte Oberbürgermeister Partsch. „Das ist uns bisher gelungen, und mit der jetzt ausgearbeiteten Planung tun wir das auch für die Zukunft.“
Lilien-Präsident Fritsch ergänzte: „Damit ist die Grundlage geschaffen für den Masterplan, den wir bis zum 31. Oktober 2017 der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vorlegen werden.“
Umbau und Weiterentwicklung des Stadions am bisherigen Standort werden in enger Abstimmung mit einem Generalplaner (1100 Architekten + Arge Stadion Darmstadt) vollzogen. Bestandteil des Finanzierungskonzepts ist, dass Umbau und Betrieb des Stadions (mit Ausnahme des Annexbaus sowie der Böllenfalltorhalle) künftig durch die vom Sportverein Darmstadt 98 bereits gegründete Tochtergesellschaft, die SV 98 Stadion GmbH (SG), erfolgen.Die Übernahme des Betriebs geschieht zum 1. Januar 2018.
Das Merck-Stadion am Böllenfalltor soll im Wege eines mehrstufigen Umbaus den Anforderungen der DFL angepasst werden. Der Umbau erfolgt über einen Zeitraum von drei Jahren (2018 bis 2020) im laufenden Betrieb. Die einzelnen Bauphasen betreffen das Annexgebäude an der Böllenfalltorhalle, die Gegentribüne und die Haupttribüne. Alle Baumaßnahmen sollen in getrennten Baugenehmigungsverfahren jeweils auf Grundlage des Paragrafen 34 Bundesbaugesetz genehmigt werden.Der bauliche Masterplan sieht im ersten Schritt vor, im April 2018 mit Rück- und Aufbau des Annexgebäudes an der Böllenfalltorhalle zu beginnen.
Das Annexgebäude bietet im Erdgeschoss für die Stadt Räume des Breiten- und Schulsports in Form von zeitgemäßen Umkleiden und WC-Anlagen. Der Lilien-Fanshop wird dort an der Südseite untergebracht sein. Im den beiden oberen Etagen finden die Profiabteilung und die Geschäftsstelle des SV Darmstadt 98 Platz.
Nach der Saison 2017/18 wird mit dem Rückbau der Gegengerade begonnen. Durch eine mobile Stehtribüne für die Gäste wird die Zuschauerzahl bei etwa 11 000 gehalten. Im nächsten Schritt soll bis Jahresende der Stehplatzteil durch eine Teilinbetriebnahme aktiviert werden, womit wieder rund 16 000 Plätze zur Verfügung stehen. Im Sommer 2019 sollen Sitzplatzteil und Dach der Gegengeraden errichtet sein.
Das „Darmstädter Modell“ der Gegengeraden mit Steh- vor Sitzplätzen wird künftig das umgebaute Stadion prägen.Der Annexbau wird im Laufe des Sommers 2019 fertiggestellt sein. Dann kann mit dem Abbruch der Haupttribüne begonnen und dort eine neue zeitgemäße Tribüne errichtet werden, die bis Ende 2020 in Betrieb gehen soll. In der Haupttribüne entsteht ein Businessbereich, der es dem SV Darmstadt 98 ermöglicht, entsprechende Erlöse zu erzielen. Am Ende wird sich das umgebaute Merck-Stadion am Böllenfalltor als reines Spieltagstadion mit vier einzelnen Tribünen und einer Kapazität von 18 603 Zuschauern (9558 Stehplätze und 9045 Sitzplätze) präsentieren.
Um den Schallschutz für das Umfeld zu verbessern, werden einzelne Ecken baulich geschlossen.Der Umbau des Stadions wird insgesamt 28,5 Millionen Euro kosten. Davon übernimmt die Wissenschaftsstadt Darmstadt einen Betrag von 15 Millionen Euro. 10 Millionen Euro steuert der Verein Darmstadt 98 bei, 3,5 Millionen Euro sollen vom Land Hessen kommen. Während der Umbauphase in den drei Spielzeiten von 2018/19 bis 2020/21 muss der SV Darmstadt 98 wegen der geringeren Kapazität des Stadions mit Mindereinnahmen rechnen. Deshalb gewährt die Stadt dem Verein für jede dieser drei Spielzeiten einen Betriebskostenzuschuss in Höhe 450 000 Euro. Das Erbbaurecht für das Stadion und die Trainingsplätze, das bisher die Darmstädter Sportstätten GmbH & Co. KG (DSG) innehat, soll von der Stadt zurückgenommen werden; die Stadt will darüber nun einen Erbbauvertrag mit der neugegründeten SV 98 Stadion GmbH (SG) schließen. Das Erbbaurecht der DSG an der Böllenfalltorhalle bleibt bestehen.

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