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23.07.2022 / Allgemein

Symbiotisch leidend zum Heimsieg

Vor rund anderthalb Wochen – kurz vor dem Auftaktspiel bei Jahn Regensburg – wurde Torsten Lieberknecht im Rahmen des Mediengesprächs gefragt, was denn seine Ziele für die Saison seien. Seine Antwort? Er wolle wieder eine Symbiose aus Fans und Mannschaft entstehen lassen mit einer Mannschaft, die auf dem Platz leidet und Fußball zeigt, mit dem sich die Fans identifizieren können. Spätestens Spieltag zwei bewies: Auch wenn verständlicherweise noch nicht alles funktionierte, die Lilien sind auf einem guten Weg dahin.

Foto: Holtzem

„Wir wollen wieder eine Symbiose aus Fans und Mannschaft entstehen lassen…“

Auch wenn sich das Wetter am Freitagabend gegen den SV Sandhausen von seiner besten Seite zeigte: Zumindest imaginär waren ein paar graue Wolken über dem Merck-Stadion am Böllenfalltor zu sehen, schließlich waren die Vorzeichen alles andere als positiv. Denkbar schlecht waren die Lilien in die Saison gestartet mit einem frühen Gegentreffer in Regensburg, gefolgt von einer ebenso frühen wie strittigen Hinausstellung gegen Patric Pfeiffer. In Unterzahl versuchten die Südhessen alles, doch der große Aufwand wurde nicht belohnt. In der anschließenden Woche gesellte sich zu den bereits bestehenden Ausfällen dann noch Oscar Vilhelmsson hinzu, der mit einem Bänderriss passen musste.

Die Fans spürten, dass sie bereits kurz nach dem Startschuss in die Spielzeit besonders gefordert sein würden. Und sie lieferten. Eine blaue Menschenmasse trieb die zu Beginn wie entfesselt aufspielenden Hausherren unentwegt an. Und sah eine Mannschaft, die für ihre Fans kämpfte. „Unser erstes Heimspiel wollten wir unbedingt gewinnen und das hat man auch von Beginn an gesehen“, unterstrich Fabian Holland, ehe der Kapitän fortführte: „Wir haben die Sandhäuser, die sehr eklig in den Zweikämpfen sind, hinten reindrücken können und uns vor allem in der ersten Halbzeit viele klare Aktionen herausgespielt.“

„… mit einer Mannschaft, die auf dem Platz leidet…“

Schon in Regensburg hatte die Mannschaft von Torsten Lieberknecht bewiesen, dass sie leidensfähig ist und über die Schmerzensgrenze hinausgehen kann, mit einem zweiten Durchgang, in dem man trotz Unterzahl extrem dominant aufgetreten war. Und auch beim ersten Heimspiel 2022/23 unterstrichen die Blau-Weißen: Sie waren gewillt, allen Widrigkeiten und Vorzeichen zu trotzen: Ein fulminanter, explosiver Start mündete in einer frühen Führung, ehe ein Gegentreffer aus dem Nichts die Frage aufkommen ließ: Wie würden die Südhessen mit diesem Nackenschlag umgehen? Die Antwort lieferten sie selbst: Sie schüttelten sich und übernahmen erneut die Spielkontrolle, erspielten sich kurz vor dem Halbzeitpfiff noch mehrere Halbchancen.

Kurz nach dem Wiederanpfiff dann die nächste Hiobsbotschaft: Der bis dato so starke Clemens Riedel musste verletzungsbedingt raus. Die Mannschaft kompensierte jedoch den Ausfall, kombinierte sich traumhaft zum erneuten Führungstreffer. Und auch in der anschließenden zerfahrenen, von Unterbrechungen überzogenen zweiten Hälfte stemmten sich die Hausherren gegen alles, was in Richtung Marcel Schuhens Kasten kam. Und überstanden somit auch die Schlussphase, in der bis dato blasse Gäste noch mal alles nach vorne warfen, um zum Lucky Punch zu kommen. Lieberknecht: „Für die Mannschaft war es ganz wichtig, zu gewinnen und somit ein gutes Gefühl zu haben“, betonte Lieberknecht im Anschluss und sprach von einem „Arbeitssieg“: „Wir müssen aktuell sehr viel arbeiten und haben zudem viele Verletzte zu beklagen.“ 

„.. und Fußball zeigt, mit dem sich die Fans identifizieren können“

Klar: Fußballerisch kann nach 180 absolvierten Pflichtspielminuten noch nicht alles funktionieren. Vor allem, wenn ein Viertel des Kaders nicht zur Verfügung steht. Besonders im zweiten Durchgang setzten beide Teams – abgesehen von Marvin Mehlems 2:1-Treffer – wenige spielerische Glanzpunkte. Dennoch: Die Lilien legten einen kämpferischen Auftritt hin, mit hoher Intensität und viel Leidenschaft. Elemente, die die Fans im Merck-Stadion am Böllenfalltor sehen. Matchwinner Braydon Manu: „Wir haben die Zweikämpfe angenommen und auch überwiegend gewonnen.“ Im ersten Durchgang gespickt mit ansehnlichen, offensiven Highlights, in den zweiten 45 Minuten dann mit dem unbändigen Willen, die Führung über die Zeit zu bringen und die Punkte am Bölle zu behalten.

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