FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Fan- und Förderabteilung (AGFFA), dem vorbereitenden Gremium für die im Januar 2013 startende Fanabteilung, sollte mit den Verantwortlichen des SV98 und den Fans offen und direkt über die aktuelle sportliche Situation diskutiert werden. Trotz kurzfristiger Planung konnte die AGFFA über 100 Besucher in der Lilienschänke begrüßen.
Vom SV98 erschienen für das Präsidium Rüdiger Fritsch, Markus Pfitzner und Uwe Kuhl. Für die Mannschaft kam Trainer Jürgen Seeberger mit Mannschaftskapitän Jan Zimmermann und dem Doppeltorschützen vom Samstag Preston Zimmerman. Zunächst stand, wie zu erwarten, Trainer Seeberger im Mittelpunkt der vielen Fragen. Taktische Varianten wurden erklärt, auch wurde klar gestellt, daß man verletzungsbedingt oder auch wegen Formschwächen nicht immer so aufstellen konnte wie man sich das gewünscht hätte. Nach anfänglichem Zögern und vorsichtigerem Antworten drang der Grundgedanke der Veranstaltung, Tacheles zu reden, immer mehr durch. Der Trainer gestand ein, daß man bis zum Spiel gegen Erfurt den Ernst der Lage nicht so verinnerlicht hatte. Die Erwartungshaltung vor der Saison war sicher viel höher, was es der Mannschaft nicht einfacher machte. Das wurde später auch von Jan Zimmermann bestätigt. Preston Zimmerman wurde in seiner längeren, sehr emotionalen Ansprache noch deutlicher: „Was soll man drumherum reden, wir haben Spiele verloren, weil wir Scheiße gespielt haben! Wir haben alle persönliche Fehler gemacht im Spiel. Ich freue mich, daß ich in Haching 2 Tore geschossen habe, aber das war zu wenig, es war nur 1 Punkt! Aber wir müssen jetzt anfangen alles besser zu machen und nicht an die vergangenen Spiele denken!“ Gleiches wurde auch von Jan Zimmermann gesagt, der noch einmal klar stellte, daß die Mannschaft zusammengerückt ist, daß sie hinter dem Trainer steht und daß es keine Grüppchenbildung gibt. Er forderte auch die Fans auf, sich hinter die Mannschaft zu stellen. Auch wenn es mal nicht so läuft. Das sei die große Chance des SV98, daß sie dieses Publikum hat. Aber auch, daß wir hier einen Verein haben, der sauber und ordentlich arbeitet, bei dem es die vereinbarten Gehälter auch gibt und sie auch, im Vergleich zu anderen Vereinen, pünktlich gezahlt werden. Gerade als Kapitän der nicht nur vor der Mannschaft steht, sondern sie auch gut genug kennt, ist er, wie alle anderen auch, überzeugt, daß gemeinsam mit den Fans der Klassenerhalt geschafft wird. Zum Thema Änderungen am Kader mit Abgängen und natürlich Neuzugängen wurde auch vom Präsidium versichert, daß zur Zeit kräftig daran gearbeitet wird. Daß jetzt keine Namen nach draußen dringen, ist eine seit einigen Jahren bewährte Geschäftspolitik. Der Vorstand betonte auf Nachfragen, daß man für den Klasseneerhalt alles finanziell mögliche machen wird, aber die seriöse Linie, nur auszugeben was man auch hat, nicht verlassen wird. Uwe Kuhl brachte es mit seinem Statement zum Schluss auf den Punkt: „Ich habe sehr lange hier gespielt, in guten wie in schlechten Zeiten. Aber was hier immer den Ausschlag gegeben hat war der Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Publikum. Auch wenn gemeckert wird, und das ist das gute Recht des Zuschauer wenn die Leistung nicht stimmt, hat immer die Gemeinsamkeit über Allem gestanden. Und so muß es in dieser schwierigen Phase auch sein. Deshalb haben wir uns auch spontan und sehr gerne hier gestellt und sind der außergewöhnlichen Idee eines Tachelesabend gefolgt.“
Während der Veranstaltung wurde übrigens ein Phrasenschwein durch die Reihen gegeben, in dem sich eine freiwillige Spende für die Kinderkrebsstation des Alice-Hospital in Höhe von unglaublichen, aber wahren 118,98 Euro sammelte!
Ein Ziel der Veranstaltung wurde in Gänze erreicht: Die Fans führten Regie, sie stellten die Fragen, für die es keine Tabus gab. Die Fan- und Förderabteilung moderierte lediglich, und zwar so zurückhaltend wie irgend möglich, Funktionäre und Spieler antworteten.
Die Fan- und Förderabteilung befindet sich derzeit -wie weithin bekannt -noch in der Gründungsphase. Insofern war dieser Diskussionsabend die erste Veranstaltung einer noch jungen und sich in den Kinderschuhen befindlichen Abteilung. Erste Schritte in Kinderschuhen wirken manchmal staksig, vielleicht auch holprig oder gar unbeholfen. Vor diesem Hintergrund war dieser Abend durchaus gelungen. Wenn dem einen oder anderen Teilnehmer nicht alles vollkommen rund vorkam und nicht hundertprozentig gefallen hat, so bitten wir dies ebenso zu beachten, wie die Tatsache, dass der Abend aus Zeitdruck aus dem Boden gestampft wurde. Es ist in so einer Situation sicherlich keine Selbstverständlichkeit, daß sich mehrere Präsidiumsvertreter und sportlich Verantwortliche in solch einer Offenheit den Fans für ihre Fragen zur Verfügung stellen. Wir danken deshalb nochmals allen Diskutanten, den Rede und Antwort stehenden Offiziellen sowie dem Wirt der Lilienschänke Roger Menzer für die Teilnahme bzw. Unterstützung.
(Quelle: AGFFA)