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18.06.2019 / Allgemein

„Tage, durch die wir uns quälen müssen“

Bereits zum sechsten Mal geht Fabian Holland mit den Lilien in eine Saisonvorbereitung. Mit sv98.de sprach der Kapitän über neue Gesichter im Kader, die "schlimmste Phase der Saison" und Ansprüche an sich selbst.

sv98.de: Fabi, Trainingsauftakt und der Platz ist voll mit Spielern. Das hast du in deiner Zeit in Darmstadt auch schon anders erlebt…
Fabian Holland: Eigentlich in jedem Jahr (lacht) So viele waren wir beim Trainingsauftakt noch nie. Für uns ist diese Situation natürlich viel besser. Wir haben eine gute Truppe beisammen, können sofort sehr intensive Einheiten machen und auch Spielformen mit eine großen Spieleranzahl. Und natürlich hilft es auch bei der Integration der neuen Spieler, wenn sie von Anfang an dabei sind.
sv98.de: Und jeder verspürt auf seiner Position sofort Konkurrenzkampf…
Holland: Auf jeden Fall. Es geht sofort los, keiner kann sich zu Beginn vielleicht noch etwas rausnehmen. Insgesamt ist es für alle Spieler extrem positiv, dass schon eine klare Kaderstruktur zu erkennen ist. Die Neuzugänge können sich vom Start weg an das neue Team gewöhnen, umgekehrt haben wir alle die Chance, sie über mehrere Wochen kennenzulernen.
sv98.de: Insgesamt sieben Neuzugänge sind dabei. Wie ist der erste Eindruck?
Holland: Sportlich ist es natürlich noch schwer abzuschätzen. Aber ich bin sicher, dass uns jeder einzelne nach vorne bringen wird. In der Kabine waren alle noch ein wenig zurückhaltend, das ist für die ersten Tage aber auch völlig normal. Einige Spieler kennen wir ja auch schon vom direkten Aufeinandertreffen, viele haben ja schon zuvor in der zweiten Liga gespielt. Ich glaube nicht, dass sie eine lange Anlaufzeit benötigen werden.
sv98.de: Inwiefern siehst du es als Kapitän auch als deine Aufgabe an, die Jungs möglichst schnell zu integrieren.
Holland: Diese Aufgabe haben wir schon in den vergangenen Jahren als Mannschaft immer gut gemeistert, aber natürlich möchte ich auch hier als Kapitän vorangehen. Ich werde sicherlich regelmäßig auf die neuen Spieler zugehen, immer ansprechbar sein und meine Hilfe anbieten. In welchem Bereich auch immer. Grundsätzlich haben wir es aber noch keinem Spieler schwer gemacht, sich in unserer Truppe einzufinden. Das wird auch in dieser Saison wieder klappen.
sv98.de: Alle Neuzugänge sind jünger als du selbst. Zählst du dich plötzlich selbst zum älteren Eisen?
Holland: Der Altersdurchschnitt ist definitiv gesunken. Aber die jungen Spieler bringen frischen Wind rein, das tut uns sicherlich gut. Ich weiß selbst, dass ich nicht mehr zu den Talenten gezählt werden kann, aber damit komme ich klar. Im Spiel „Alt gegen Jung“ werde ich sicherlich jetzt im Team der Alten auflaufen (lacht).
sv98.de: Mit mehr als 100 Zweitligaspielen gehörst du zu den Erfahrensten. Ist es dir auch wichtig, diese Erfahrung an die jungen Spieler weiterzugeben?
Holland: Natürlich. Ich will Tipps geben und Hilfestellungen leisten – auf und auch neben dem Platz. Allgemein ist die Kommunikation auf dem Platz extrem wichtig, da darf sich aber auch jeder junge Spieler sofort einbringen. Aber natürlich sehe ich mich als Kapitän dort speziell in der Pflicht, den Mund aufzumachen und vielleicht auch mal einen anderen Ton anzuschlagen.
sv98.de: Für dich ist es bereits die sechste Sommervorbereitung in Darmstadt. Eine Phase, durch die du dich quälen musst oder in die du mit Vorfreude startest?
Holland: Vorfreude auf den Start war schon vorhanden, aber in der Vorbereitung liegt man dann häufig müde auf der Couch und freut sich nicht unbedingt auf die nächste Einheit (grinst). Es gibt schon einige Tage, durch die wir uns quälen müssen. Ich habe in meiner Karriere schon einige Vorbereitungen erlebt, leichter wird es dadurch aber leider nicht. Ich würde schon sagen, dass die Vorbereitung die schlimmste Zeit der Saison ist (lacht).
sv98.de: Zuvor hast du hingegen vier sehr schöne Wochen verbracht. Neben deinem Urlaub hast du deine Frau nach der standesamtlichen Heirat im Vorjahr nun auch in einer freien Trauung geehelicht. Dementsprechend gerne dürftest du auf die Sommerpause zurückblicken?
Holland: Es war eine etwas größere Hochzeit und ein sehr schönes Erlebnis. Mein bester Freund hat ebenfalls geheiratet, auch das war ein besonderer Moment für mich. Dazu dann noch der Urlaub, da sind die vier Wochen natürlich sehr schnell vorbeigegangen. Aber so ist es meist mit der Sommerpause.
sv98.de: Kommt trotzdem irgendwann der Punkt, an dem die Füße wieder jucken?
Holland: Ich hätte auch noch eine Woche länger Pause machen können, da möchte ich nicht lügen (schmunzelt). Aber ja, irgendwann kommt dann schon wieder das Verlangen nach dem Ball am Fuß, man möchte aktiv werden und auch wieder auf dem Platz stehen. Das Kribbeln ist relativ schnell wieder da.
sv98.de: Glücklicherweise hattet ihr ja eure individuellen Laufpläne zur aktiven Betätigung…
Holland: (lacht) Das ist nicht unbedingt die Aktivität, nach der man sich in der Pause sehnt. Da musste ich mich auch manchmal ein wenig aufraffen, um alles nach Plan durchzuziehen. Aber diese Pläne haben natürlich alle ihren Sinn und ohne eine gewisse Grundfitness wäre die Vorbereitung jetzt noch deutlich schlimmer.
sv98.de: Dennoch ist es sicherlich schöner, die Strapazen nun als Gruppe zu bewältigen…
Holland: Schön ist vielleicht der falsche Ausdruck (lacht). Aber es hilft schon, wenn sich der Nebenmann genauso quält. Gemeinsam pusht man sich immer nochmal um ein paar Prozentpunkte, als Team fällt vieles leichter. Schlussendlich sind es aber die eigenen Beine, in denen die Kilometer der Vorbereitung zu spüren sind.
sv98.de: Die Teamkollegen nach einem Monat wiederzusehen ist aber schon etwas, auf das ihr euch alle gefreut habt, oder?
Holland: Absolut. Es ist ein wenig wie ein Klassentreffen. Alle haben in den vier Wochen unterschiedliche Dinge erlebt, jeder hat etwas zu erzählen. Da ist es schon schön, wieder in die Kabine zu kommen, sich auszutauschen und die Sommerpause Revue passieren zu lassen.

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