FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Lautstark machte die Südtribüne nach Abpfiff deutlich, welcher Spieler sich zu ihnen auf den Zaun gesellen sollte. Yannick Stark war der Auserwählte, den sich die Unterstützer für die Siegesfeier an ihre Seite wünschten. Doch der Besungene wiegelte zunächst ab. Per Handzeichen machte Stark deutlich, dass er nicht herausgehoben werden wollte. Dass es an diesem Nachmittag nicht um einzelne Personen ging. Sondern um das gesamte Team. Um die drei Punkte, die als Einheit erkämpft worden waren. Um den Sieg der gesamten Mannschaft.
Natürlich passte Stark rein optisch in diesem Moment am besten in die Heldenrolle. Mit dick angeschwollener Nase, diese gefüllt mit blutgetränkten Taschentüchern – der Mittelfeldspieler war das Symbol für einen Kampf, aus dem die Lilien als Sieger hervorgegangen waren. Doch was Stark buchstäblich ins Gesicht geschrieben stand, hatten alle Akteure zuvor auf dem Spielfeld verkörpert. Jeder einzelne hatte seine Leistung abgerufen.
Konzentrierte Defensivleistung
„Der Sieg gehört heute allen Jungs“, fasste Dimitrios Grammozis daher im Nachgang treffend zusammen, was seine Mannschaft zuvor auf den Rasen gebracht hatte. 54 Prozent der Zweikämpfe gewannen die Darmstädter, trotz halbstündiger Unterzahl verzeichneten sie auch in puncto Ballbesitz ein leichtes Übergewicht. Und wirklich gefährlich wurde es nur in der neunten Minute, als Denis Linsmayer aus kurzer Distanz eine Gäste-Führung verpasste.
„Wir haben als Team sehr gut gearbeitet. Wir haben gut verteidigt und dann eben das Standardtor gemacht. Ein großes Lob an die Mannschaft“, so Victor Palsson, der anschließend noch eine passende Überschrift für den Tag fand: „Das war Leidenschaft pur.“
Tatsächlich waren es ganz viele kleine Komponenten, die schlussendlich im zweiten Sieg in Folge mündeten. Leidenschaft, spielerische Momente, die Effektivität nach Standards. Aber auch ein unbeugsamer Siegeswille und drei Einwechselspieler, die sich nahtlos einfügten und in Unterzahl einen großen Teil zum Heimsieg beitrugen.
Einheit auf Platz und Rängen als Matchwinner
„Dass ich jetzt lächeln kann, habe ich den anderen Jungs zu verdanken. Sie haben das Spiel sehr gut über die Zeit gefightet“, erklärte Immanuel Höhn, der zunächst den Treffer des Tages erzielte, aber nur knapp zwei Minuten später mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Doch den fehlenden Feldspieler kompensierten die Lilien mit Entschlossenheit und einer großen Portion „einer-für-den-anderen.“
Ein Motto, dass auch die Lilien-Anhänger beherzigten und speziell in der Schlussphase den elften Mann bildeten. „Ich möchte ein ganz großes Kompliment an die Mannschaft und die Fans aussprechen. Wer heute im Stadion war, hat diese Einheit gesehen“, schwärmte Grammozis nach dem siebten ungeschlagenen Spiel in Serie angesichts des Zusammenspiels zwischen Spielfeld und Tribünen. Und so waren es unzählige lächelnde Gesichter, die nach Spielende im Merck-Stadion am Böllenfalltor zu sehen waren. Vor Freude über den Heimsieg. Über drei Punkte. Und darüber, den Abstand auf die Abstiegsränge auf acht Zähler erhöht zu haben. „Das tut gut“, verriet auch Höhn, der aber sofort anfügte: „Wir wissen aber, wie schnell es in dieser Liga gehen kann.“
„Brauchen auch in Nürnberg exakt diese Leidenschaft“
Ähnliche Worte fand Palsson, der Rechenspiele aller Art sofort im Keim erstickte: „Wir haben noch 12 Spiele. In dieser Liga kann alles passieren. Deswegen denken wir nur an das nächste Spiel. Das macht für uns einfach am meisten Sinn.“
Das besagte nächste Spiel beschwert den Lilien eine schwere Herausforderung in Nürnberg. Und nicht nur Cheftrainer Grammozis weiß, was bei den formstarken Franken benötigt wird: „Wir fangen jetzt nicht an zu spinnen und denken, dass es dort von alleine geht. Wir brauchen auch in Nürnberg exakt diese Leidenschaft.“
Denn klar wurde am Sonntag einmal mehr: Funktionieren die Lilien als Team, sind sie extrem schwer zu schlagen.