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03.01.2015 / Allgemein

Tobias Kempe: „Ich bin eh nicht so der verwöhnte Typ“

Damit die Winterpause für Euch nicht ganz so Lilien-arm ist, folgen in den kommenden Tagen einige Lesestoffe auf dem aktuellen Mitgliedermagazin "der 98er". Heute ein Beitrag zu Neuzugang Tobias Kempe.

Tobias Kempe (25), seit dieser Saison bei den Lilien, stammt aus einer „Fußballerfamilie“. Sein älterer Bruder kickt beim Ligakonkurrenten Karlsruher SC und auch sein Vater ist vielen älteren Fußballfans noch bekannt: Thomas Kempe hat in den 80er- und 90er-Jahren fast 400 Bundesligaspiele für Duisburg, Bochum und Stuttgart bestritten.
Nachdem Tobias Kempe in seinem Heimatverein TV Voerde die Kindheit bis zur frühen Jugend verbrachte, spielte er für eineinhalb Jahre bei Borussia Mönchengladbach in der C-Jugend. Auf einem Sichtungsturnier in Duisburg wurde er von Mirko Votava gesichtet und verbrachte dann vier Jahre bei Werder Bremen. „Eine Zeit, die mich sehr geprägt hat“, sagt er heute.
Anschließend gelang ihm der Sprung in die 2. Liga zum damaligen Aufsteiger Erzgebirge Aue, mit dem er umgehend Herbstmeister wurde (am Ende der Saison lagen die Veilchen auf Platz 5). Nach zwei Jahren holte ihn Trainer Roger Schmidt zum heutigen Bundesligisten SC Paderborn. Allerdings verließ Schmidt den Verein nach kurzer Zeit -und Kempe kam mit dessen Nachfolger weniger gut zurecht. Nach einem halben Jahr verließ er Paderborn, und ging nach Dresden.
Für Kempe eine zwiespältige Zeit: „Das war nicht einfach, eineinhalb Jahre purer Abstiegskampf. Im ersten Jahr haben wir das noch geschafft, im zweiten Jahr dann der Abstieg. Das war keine gute Zeit. Der mediale Druck und auch der Druck der Fans waren in Dresden sehr hoch. Am letzten Spieltag gegen Bielefeld hatten wir einen ganz schlechten Tag. Vielleicht war der Druck einfach zu hoch. Wir sind ängstlich ins Spiel gegangen, vorher hatten die Fans unseren Bus durch die Stadt begleitet, ich glaube das war auch nicht für alle Spieler so gut.
Auch nach dem Spiel war das keine einfache Situation, ich will so etwas eigentlich nicht wieder erleben. Für die 3. Liga hatte ich in Dresden keinen Vertrag. Wir sind dann erst mal in den Urlaub gefahren, um den Kopf frei zu bekommen. Das Relegationsspiel der Lilien konnte ich in Spanien nicht sehen, wir haben es aber im Liveticker verfolgt und uns für Darmstadt gefreut -schließlich hatten wir am letzten Spieltag gegen die Bielefelder verloren.“
Nach dem Urlaub gab es über Kempes Berater den Kontakt zu Darmstadt 98.
„Ich war dann einmal hier am Böllenfalltor, das hat mir auf Anhieb gefallen. Gut, das Stadion war nicht entscheidend, aber ich bin eh nicht so der verwöhnte Typ, es muss nicht alles vom Feinsten sein. Aber ich muss mich wohlfühlen, und der Trainer hat mir das Gefühl gegeben, dass er mich unbedingt will.“
Kempe etablierte bei den Lilien als Stammspieler:
„Die ersten Spiele hier waren einigermaßen okay, aber man braucht natürlich ein Eingewöhnungsphase, um reinzukommen und die Mannschaft und das Spielsystem kennenzulernen. Dann wurde es immer besser, die Standards kamen genauer und ich hatte auch ein paar Assists. Ein paar Tore mehr hätten es noch sein können. Aber letztlich läuft es bisher sehr gut und ich bin mit meiner Leistung ganz zufrieden. Jedoch ist die Saison noch lang, da kann noch viel passieren. Ganz wichtig sind die Punkte, die wir bisher eingefahren haben.“
Verantwortlich für den aktuellen Erfolg in der 2. Bundesliga ist für Kempe der Teamgeist:  
„Ich finde es klasse, wie die Mannschaft zusammenhält, das merkt man schon im Training. Wenn es auf den Platz geht, gibt hier jeder Vollgas gibt und kämpft mit 100 Prozent um seinen Platz. Aber danach in der Kabine merkt man: Wir sind eine Mannschaft, jeder gönnt jedem seinen Platz in der Startelf und keiner ist beleidigt, wenn er nicht spielt. Auch die Spieler, die ins Spiel reinkommen, geben sofort alles, da merkt man, dass das Team intakt ist. Und so leben die Trainer das auch vor. Das ist schon super und daher kommt wohl auch der aktuelle Erfolg. Was am Ende der Saison steht, kann man nicht sagen. Ziel bleiben die 40 Punkte, wir wollen nicht absteigen. Vorher können wir nicht über neue Ziele reden.“

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