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12.03.2020 / Allgemein

„Trotz spezieller Situation: Wir müssen alles abrufen“

Bevor der SV Darmstadt 98 am kommenden Samstag auf den Karlsruher SC trifft (14.3./13 Uhr), fand zwei Tage vor dem Spieltag das obligatorische Mediengespräch mit Dimitrios Grammozis statt. Der Lilien-Coach analysierte den KSC und sprach über die Auswirkungen des Corona-Virus.

…zur kommenden Partie:

Weder als Trainer noch als Spieler habe ich bislang vor leeren Rängen gespielt. In den letzten Tagen haben wir alle viele Informationen über das Corona-Virus erhalten – in manchen Ligen wurden die Spieltage komplett abgesagt, manche Spiele fanden ohne und manche mit Zuschauer statt. Im Moment herrscht eine spezielle Situation. Trotzdem müssen wir uns darauf einstellen, am Samstag ein Meisterschaftsspiel zu haben. Wir werden mit Jungs zusammen darüber reden, was uns auch von der Atmosphäre her erwartet. Wir gehen schließlich nicht in ein Testspiel – auch wenn es ohne Zuschauer vielleicht so wirkt. Wir müssen trotzdem die nötige Körperspannung haben. Wir treffen auf einen guten Gegner, gegen den wir wieder alles abrufen müssen – trotz der speziellen Situation.

…über den kommenden Gegner:

Der Karlsruher SC hat trotz des neuen Trainers nicht die optimale Punkteausbeute geholt. Man sieht aber, dass sie eine neue Spielphilosophie haben. Sie wollen aktiver sein und schneller den Ball gewinnen. Das wird uns definitiv vor eine Herausforderung stellen. Christian Eichner variiert in den Grundformationen. Gegen Heidenheim hat er es auch mal mit einer Dreierkette probiert. Der KSC ist sehr flexibel, was die Grundformationen angeht. Wir müssen uns daher gut darauf vorbereiten.

…zum Personal:

Tobias Kempe hatte Probleme mit dem Nacken. Im letzten Spiel wollte er sich im Fallen mit der Hand abstützen, hat dann aber gemerkt, dass es die verletzte Hand war. Deswegen hat er versucht, sich mit dem Kopf abzustützen. Das ging nicht so gut aus, wodurch er im Nackenbereich Probleme hatte. Für das  Spiel sollte er aber fit. sein Ansonsten sind bis auf Immanuel Höhn und Mathias Wittek alle Spieler an Bord.

…über die fehlende Leichtigkeit gegen Bochum:

Wir haben gegen den VfL Bochum die flüssigen Abläufe in unseren Ballbesitzphasen vermissen lassen. Defensiv haben wir gegen eine sehr gute Mannschaft trotzdem sicher gestanden. Das war wichtig, weil Bochum extrem torgefährlich ist. Dennoch sollte man nicht so vermessen sein und sagen, dass in Darmstadt jeder Gegner weggehauen wird. Bochum ist eine starke Mannschaft. Das haben sie gegen uns gezeigt, indem sie eine gute Leistung abgeliefert und uns das Leben schwer gemacht haben. Ich bin mit unserem Auftreten und unserem aktuellen Leistungsstand trotzdem zufrieden. Da gehört auch mal ein Spiel dazu, in dem es kein Offensivspektakel gibt, wie es in den Spielen zuvor der Fall war. Es geht aber nicht darum: eine Woche sind wir top, die andere flop. Gegen Heidenheim haben wir eine Top-Leistung abgeliefert, gegen Bochum eine gute. Es geht vielmehr um die Stabilität, die wir in unserem Spiel haben. Wenn man nicht gewinnen kann, darf man nicht verlieren. Das haben die Jungs getan. Jetzt treffen wir auf einen anderen Gegner unter anderen Bedingungen. Dieser Herausforderung werden wir uns stellen. Die Jungs wissen, dass sie sich im Spiel mit dem Ball in diesem Jahr sehr gut entwickelt haben. Wir haben viele Lösungen parat, die wollen wir auch in Karlsruhe wieder zeigen.

…über KSC-Stürmer Philipp Hofmann:

Vielleicht treffe ich ihn ja im Kabinengang und stelle ihm ein Bein (lacht.). Aber soweit wird es nicht kommen. Er ist ein außergewöhnlich guter Stürmer. Das hat er in dieser Saison bereits bewiesen. Er ist ein wichtiger Faktor für den KSC, um Spiele zu gewinnen. Er ist ein Fixpunkt, weil er nicht nur viele Tore erzielt, sondern auch viele Bälle festmacht und ablegt. Seine Torquote spricht außerdem für sich. Wir werden uns aber nicht nur auf Philipp Hofmann konzentrieren. Die Mannschaft hat einige gute Jungs in ihren Reihen. Marvin Wanitzek ist zum Beispiel ein sehr guter Spieler, der immer wieder in die Spitze rückt und für Torgefahr sorgt. Wie jede Woche in dieser 2. Liga gilt: Auch eine Mannschaft, die vielleicht momentan nicht die nötigen Ergebnisse liefert, kann trotzdem gegen jedes Team gewinnen. Wir müssen Einhundertprozent geben und wollen zeigen, was wir können. Das haben wir in den letzten Spielen getan und wollen es auch in Karlsruhe wieder beweisen.

…über die Corona-Thematik:

Wir haben alle Familien und Kinder, um die es in erster Linie geht. Die Gesundheit der Menschen steht immer im Vordergrund. Der Sport und besonders der Fußball ist ein wichtiger Bestandteil in der Gesellschaft, wird aber in dieser Thematik zweitrangig. Wenn es eine Gefährdung der Bevölkerung gibt, sollte man über alle Schritte nachdenken. Doch darüber müssen Spezialisten, Virologen und Gesundheitsämter entscheiden. Im Moment gibt es aber noch nicht die eine Richtlinie: von Bundesland zu Bundesland und von Land zu Land wird der Umgang mit dem Corona-Virus unterschiedlich gehandhabt. Darum herrscht eine gewisse Unsicherheit. Aber wir sind alle Profis genug: Wir wissen, dass wir uns – Stand jetzt – ganz normal auf das kommende Spiel vorbereiten.

…über einen möglichen Nachteil der Heimmannschaft bei einem Geisterspiel:

Diese Thematik kann man aus zwei Blickrichtungen betrachten. Auf der einen Seite kann es ein Nachteil für die Heimmannschaft sein, wenn die Fans nicht da sind. Auf der anderen Seite verspürt das Heimteam ohne die eigenen Fans vielleicht weniger Druck und kann dadurch befreiter aufspielen. Ich kann nicht genau sagen, was ein Geisterspiel für Auswirkungen haben wird. Sowohl für die Karlsruher als auch für uns ist es eine spezielle Situation. Wir werden sehen, welche der beiden Mannschaften diese besser annimmt und es in diesem Spiel mehr will. Wir können nur auf uns schauen und werden versuchen, uns top vorzubereiten.

…über fehlende Zuschauer im Stadion:

Dass keine Fans im Stadion sind, ist auf jeden Fall ein großer Einschnitt. Wenn man ins Stadion kommt, die Fans sieht und hört, trägt das in enormer Art und Weise dazu bei, dass man heiß und hochmotiviert in ein Spiel geht. Für beide Mannschaften wird es eine Herausforderung. Wir dürfen nicht jammern. Wir müssen die positiven Dinge herausziehen. Das Coaching und die Kommunikation untereinander werden noch wichtiger. Uns als Trainer bietet ein leeres Stadion die Möglichkeit, noch mehr Einfluss auf das Spiel zu nehmen. Darüber hinaus müssen wir natürlich aufpassen, was wir sagen: In der großen Kulisse verstummt dann doch das ein oder andere aus der Emotion heraus gesprochene Wort (lacht).

…über die Aussetzung von Spieltagen:

Wir sind nicht diejenigen, die es entscheiden. Da gibt es Spezialisten und Leute, die sich tagtäglich damit beschäftigen. Wenn gesagt wird, dass wir am Wochenende spielen, dann werden wir spielen. Wenn kurzfristig etwas anderes gesagt wird, werden wir uns auf die neue Situation einstellen.

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