FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Es war ein früher Nackenschlag. Manuel Schäffler, Top-Stürmer in Diensten des SV Wehen Wiesbaden, witterte bereits nach fünf Minuten seine Chance. Und Schäffler ist einer, der nicht viele Chancen benötigt. Dass das so ist, wusste auch die Darmstädter Defensive. Gewiss trafen der Name und das Konterfei des Angreifers in der Spielvorbereitung sowohl auf das Hörorgan als auch auf den Sehnerv der Lilien. Doch verhindern konnten sie dessen Treffer nicht, Schäffler netzte ein. Allerdings hat sich der SV Darmstadt 98 in dieser Saison schon häufig mit solchen Nackenschläge arrangiert. Oftmals verpassten die Gegner den Lilien in dieser Saison den symbolträchtigen Treffer auf die Rückseite des Halses. Doch hat sich der SV 98 davon beirren lassen? Hat er sich nicht gewehrt oder gar aufgegeben? Nein. Denn die Lilien können einstecken. Und austeilen. Und das voller Überzeugung.
Schließlich war das frühe 0:1 im Duell mit dem Nachbarn aus der hessischen Landeshauptstadt nicht das erste Mal, dass die Lilien in Rückstand gerieten. Diese Situation gab es in dieser Saison häufig – 19 Mal, um genau zu sein. Doch was zeichnet einen Überzeugungstäter aus? Der Glaube an die eigene Stärke – in guten wie in schlechten Phasen. Dass der SV Darmstadt 98 das Paradebeispiel eines Überzeugungstäters ist, verdeutlicht allein der kurze Blick auf die Statistik: Kein Team der beiden höchsten deutschen Spielklassen holte so viele Siege (5) und so viele Punkte (21) nach Rückstand wie die Mannschaft vom Böllenfalltor.
Charakterstärke, Glaube…
Die gründe dafür liegen auf der Hand, Dimitrios Grammozis brachte sie nach Abpfiff auf den Punkt: „Die Jungs haben einmal mehr eine tolle Moral und wieder großen Charakter gezeigt“, so der Cheftrainer des SV 98. Dabei hieß es doch schon, dass es für die Lilien im Saisonendspurt eh um nichts mehr gehe. Der Klassenerhalt? Sicher. Das Eingreifen in den Aufstiegskampf? Nicht mehr möglich. Innerhalb des Teams hatten solche Gedankengänge aber keinen Platz. „Wir haben noch Ziele. Wir haben uns zusammengesetzt und darüber gesprochen, wo wir hinwollen. Wir wollen unseren Tabellenplatz verteidigen. Dafür war der Sieg gegen Wiesbaden enorm wichtig“, betonte Victor Palsson, der von einem Austrudeln der Saison überhaupt nichts wissen will. Stattdessen hob er die Willensstärke und Mentalität seiner Mannschaft hervor.
Denn es sind genau diese Eigenschaften, die ebenfalls dafür sorgten, dass die 98er nach Tiefschlägen nie am Boden liegen blieben. Sie stehen wieder auf, helfen sich gegenseitig. In dem Wissen um die eigenen Qualitäten glauben die Lilien stets an ihre Chance. Und daran, dass der SV 98 gegen Wiesbaden noch mindestens ein Tor erzielen würde, zweifelte ohnehin niemand. Auch zahlreiche sowie vielversprechende, aber vergebende Möglichkeiten zum Ausgleich konnten der Einstellung der Mannen vom Böllenfalltor nichts anhaben. „Wir wussten, dass irgendwann der Ball reingehen wird“, verdeutlichte Felix Platte die Überzeugung einer jeden Lilie. Und sie belohnten sich dafür. Serdar Dursun knipste das 1:1. „Wir wussten auch, dass Wiesbaden ins Wanken kommt, wenn wir so früh wie möglich den Ausgleich erzielen“, so der Torschütze. Er sollte Recht behalten. Es folgte das 2:1 durch Seung-ho Paik – ein gewaltiger Schuss voller Überzeugung – sowie die endgültige Entscheidung in wunderschöner Koproduktion von Vorarbeiter Ensar Arslan und Vollstrecker Marcel Heller.
…und Geschlossenheit
Doch es sind nicht nur Torschützen und Vorarbeiter, die dieses Team ausmachen. Es sind nicht nur die elf Männer, die auf dem Feld stehen. Nein, es gehören weit mehr dazu. Genauer gesagt: alle. Die Mannschaft überzeugt durch ihre enorme Geschlossenheit. Die Stimmung in der Kabine, auf dem Trainingsplatz, im Stadion? Überragend. „Ich habe noch nie für ein Team gespielt, das so geschlossen aufgetreten ist“, richtete Palsson emotionale und lobende Worte an seine Mitspieler. Denn zusammen erleben sie Höhen, zusammen durchstehen sie Tiefen. Gemeinsam kassieren sie Nackenschläge, gemeinsam teilen sie aus.
Und gemeinsam haben sie noch ein letztes Ziel in dieser Saison: Auch am 34. Spieltag gegen den VfB Stuttgart (28.6. / 15.30 Uhr) gewinnen. Dass die Lilien das können, haben sie nicht erst am vergangenen Wochenende unter Beweis gestellt – trotz eines deftigen Nackenschlags direkt zum Beginn der Partie. Doch selbst, wenn es auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Nackenschläge geben sollte, so wissen die Lilien eines ganz sicher: Sie können einstecken. Und austeilen. Und das aus voller Überzeugung.