FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Die Reaktion nach Abpfiff war im Vorfeld wohl von den meisten Außenstehenden erwartet worden. Enttäuscht sanken die Lilien zu Boden, leere Blicke hefteten sich auf die Anzeigetafel. Eher unerwartet war hingegen das Ergebnis, das der flimmernde LED-Bildschirm auswies und damit für diese Reaktionen sorgte. Ein 1:1 hatten die Südhessen dem Aufstiegsfavoriten aus der Hansestadt abgerungen. Dass trotz des Punktgewinnes im Volkspark ausschließlich die Spieler des SV 98 einen geknickten Eindruck machten, lag am turbulenten Schlussakkord der Begegnung. Und einer Entscheidung, die ebenfalls nicht unbedingt zu erwarten gewesen war.
95 Minuten waren gespielt, als es im Strafraum der Lilien zu der Szene kam, die im Nachgang für Unmengen an Gesprächsstoff sorgte. Per Grätsche war Dario Dumic im Zweikampf mit Manuel Wintzheimer zu Werke gegangen und hatte dabei zunächst das Spielgerät touchiert, dann den HSV-Angreifer getroffen. Eine zweifellos knifflige Szene, die Schiedsrichter Robert Hartmann mit Abstoß für Darmstadt bewertete. Zunächst.
Zwischen Ärger und Stolz
Denn nach Rücksprache mit dem Videoassistenten und einigen Minuten der Materialsichtung entschied Hartmann auf den Elfmeter, den Aaron Hunt zum Ausgleich verwandelte. "Da er sich die Szene mehrere Minuten angucken musste, war er sich ja offensichtlich nicht sicher. Und dann greift er so ins Spiel ein. Damit habe ich einfach ein Problem", erklärte Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch mit Blick auf die Sequenz, die auch beim Torschützen Tim Skarke Fragen aufgeworfen hatte: "Der Schiedsrichter hat sich die Szene lange angesehen. Das spricht ja eher gegen eine klare Fehlentscheidung, die revidiert werden muss."
Schlussendlich ließ sich die Entscheidung naturgemäß nicht zurückdrehen, sodass sich auch die Lilien lieber auf die vorangegangen 94 Minuten konzentrieren wollten. Und auf eine Leistung, mit der nicht jeder gerechnet hätte. "Wir sind als Team aufgetreten, haben sehr gut gestanden und werden uns auch bald über den Punkt freuen können", so Skarke, der die Lilien mit seinem rasanten Jokertor 14 Sekunden nach seiner Einwechslung in Führung gebracht hatte.
Rund um den Treffer des Neuzuganges hatte speziell die Defensive als Basis für den Achtungserfolg des SV 98 fungiert. Trotz dessen, dass der HSV, vor allem in der ersten Halbzeit deutlich mehr Spielanteile hatte, schafften es die Lilien, kaum Großchancen zuzulassen. Insbesondere im letzten Drittel hinderten immer ein oder mehrere Darmstädter die vor dem Spiel bei den Buchmachern deutlich favorisierten Rothosen am Torabschluss. "Es hat mir richtig Spaß gemacht, mit dieser Mannschaft zu spielen. Die Jungs haben sich reingeworfen, Bälle geblockt und sind bis zur Erschöpfung gelaufen. Das macht mich wirklich stolz", sprach Marcel Schuhen ein großes Lob an seine Vorderleute aus, ergänzte aber auch: "Vor dem Spiel hätten wir einen Punkt in Hamburg vielleicht unterschrieben, nach diesem Spielverlauf natürlich nicht mehr."
Eine nachvollziehbare Aussage des Schlussmannes, nach einer Begegnung, in der nicht immer alles nachvollziehbar gewesen war. So hatten die Lilien Glück bei einer möglichen Elfmetersituation in der ersten Halbzeit, später folgte dann zunächst Unverständnis über die lange Nachspielzeit (5 Minuten), bevor die Strafstoß-Entscheidung einen kuriosen Nachmittag abrundete.
Komplimente und Selbstvertrauen
Am Ende der Gefühlsachterbahn standen aber doch die positiven Erkenntnisse des Tages, die gemeinsam mit dem ersten Punkt der Saison zurück nach Darmstadt genommen wurden. "Kompliment an die Jungs. Defensiv haben wir eine Top-Leistung abgeliefert", fasste Dimitrios Grammozis daher zusammen, bevor er anfügte: "Ich bin mit der Leistung zufrieden und hoffe, dass wir daraus Selbstvertrauen ziehen können." Eine erneute leidenschaftliche Leistung und Selbstvertrauen. Komponenten, die auch gegen Kiel wichtig sein werden. Damit die Lilien am kommenden Sonntag nicht enttäuscht zu Boden sinken, sondern vor Freude die Faust ballen.