FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
„Der erste Eindruck zählt, der letzte Eindruck bleibt“. Wie viel Wahrheit in dieser Weisheit steckt, sei dahingestellt. Unbestritten ist aber, dass der letzte Lilien-Moment 2017 noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Zu eindrucksvoll waren die Bilder, die sich in den Sekunden vor und nach Abpfiff der Partie in Fürth abspielten. Und die der SV 98 neben dem verdienten Auswärtspunkt mit in die Wintervorbereitung nimmt.
Die Bilder der Flanke, die Hamit Altintop in der 94. Minuten in den Strafraum der Kleeblätter schaufelte. Eine Hereingabe, der die Blicke aller Zuschauer und Protagonisten folgten und die immer länger wurde, bis sie schlussendlich genau im linken Kreuzeck des Fürther Gehäuses zur Landung ansetzte. Der Ausgleich mit der letzten Aktion des Spiels.
„Das war nicht so gewollt, aber trotzdem ein unbeschreibliches Gefühl“, gab Altintop später freimütig zu und ergänzte: „Der Ball sollte scharf in die gefährliche Zone, schlussendlich ist er im Tor runtergekommen. Also dort, wo er zuvor nicht reinfallen wollte.“
Glück erzwungen
Dem sich anschließenden Jubelsturm tat die Portion Zufall, die dem Treffer anhaftete, keinen Abbruch. Im Gegenteil. Es dauerte einen kurzen Moment des Realisierens, dann wurde Altintop unter einer orangefarbenen Traube aus Lilien begraben, in deren Freudengeschrei der Schlusspfiff beinahe unterging.
„Es ist schön, dass wir mit der letzten Aktion und einer leicht verunglückten Flanke den Punkt mitnehmen“, analysierte Aytac Sulu wenig später den Schlussakt, den sich die Lilien nicht nur in den Augen des Kapitäns an diesem Tag verdient hatten: „Es freut mich, dass wir auch mal das Glück haben. Und dieses Glück haben wir uns heute erzwungen.“
"Das wird sie beflügeln"
Denn trotz der aktuellen Phase und des Rückstandes, dem der SV 98 ab der 45. Minute hinterherlief, versuchten die Lilien bis tief in die Nachspielzeit alles, um den direkten Tabellennachbarn auch über die Winterpause hinter sich zu lassen.
„Die Mannschaft hat ihren Glauben bestärkt, dass man fast aussichtslose Dinge noch in positive Energie umwandeln kann. Das wird sie beflügeln“, lobte Cheftrainer Dirk Schuster nach Abpfiff die Moral seiner Mannschaft, gestand aber auch: „Wenn du in der letzten Sekunde mit so einem Sonntagsschuss den Ausgleich machst, dann ist das ziemlich glücklich.“
Doch auch Schuster wusste, dass sich die Mannschaft diesen Glücksmoment mit ihrer „kämpferischen Einstellung“ durchaus verdient hatte und zeigte sich dementsprechend froh über den „positiven Start“ in die Rückrunde.
Harte Wochen hinter sich, harte Wochen vor sich
So groß die Freude über den Punktgewinn im Frankenland auch war, die Gesamtbilanz von 19 Punkten aus 18 Partien hinterlässt viel Steigerungspotenzial für die ausstehenden 16 Saisonspiele: „Die letzten Wochen waren hart und enttäuschend. Das kann auch das Tor nicht wettmachen“, so Altintop, der den Blick schon nach vorne richtete: „Wir müssen den Tank jetzt wieder voll machen und die Spiele schnell abhaken. Und dann im neuen Jahr unsere Qualität auf den Platz bringen.“
Auch Schuster wollte sich nicht durch den späten Treffer blenden lassen: „Die Mannschaft hat sich für den Einsatz belohnt, aber wir haben noch genug Baustellen, die wir in der Winterpause bearbeiten müssen – vor allem im taktischen Bereich.“
Und so kündigte der 49-Jährige bereits auf der Pressekonferenz eine „kurze aber harte“ Vorbereitung für seine Spieler an. Strapazen, die sich mit den emotionalen Eindrücken aus Fürth aber deutlich positiver angehen und überstehen lassen.