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02.02.2019 / Allgemein

Verschiedene Erkenntnisse

Was nach den 90 Minuten in Duisburg blieb, waren Erkenntnisse, die in der Bewertung verschiedenen Seiten zugeordnet werden konnten. 1. Effektivität bleibt das wohl wertvollste Gut im Fußball. 2. In der zweiten Liga begegnen sich nahezu alle Teams auf Augenhöhe. 3. Der SV Darmstadt 98 ist ein Mannschaft, der es teilweise an Konstanz mangelt, die aber nie aufgibt und eine hundertprozentige Moral an den Tag legt. Und 4: mit den Neuzugängen des Winters hat der Kader der Lilien an Optionen und Qualität gewonnen.

Doppelt so viele Torschüsse wie der Gastgeber feuerten die orangefarbenen Darmstädter am Freitagabend ab, doch das eine Tor mehr erzielte der MSV.  "Es ist bitter, wie effektiv Duisburg heute war", resümierte Immanuel Höhn bereits wenige Minuten nach Abpfiff einer Partie, in der er und seine Kollegen "nicht viele Chancen zugelassen" hatten. Allerdings ärgerte sich der 27-Jährige auch über die "Art und Weise" der Gegentore und darüber, dass die Lilien erst nach dem 0:2 "besser in die Partie" fanden.
Fehlende Gier in den Strafräumen
Auch Cheftrainer Dirk Schuster sprach von Treffern, die "zu billig" gefallen seien und monierte im selben Atemzug ein wenig die "fehlende Gier" in beiden Strafräumen. Ebendieser absolute Willen auf den Torerfolg, den die Duisburger an den Tag legten und somit den Grundstein für ihren Erfolg legten. Denn was die Lilien außerhalb der Sechzehnmeterlinien fabrizierten, das hatte durchaus Hand und Fuß. So registrierte Schuster "einige gute Ballpassagen", während Höhn nach dem 0:2 viele "vernünftige Aktionen" im eigenen Spiel gesehen hatte. Dass es nach Schlusspfiff dennoch ohne Punkte nach Hause ging, unterstrich dann allerdings nicht nur die Gnadenlosigkeit der "Zebras", sondern bewies einmal mehr, wie eng das Leistungsniveau der 2. Liga beieinander liegt.
So lagen keine 72 Stunden zwischen dem Gefühl des Sieges über den Tabellendritten St. Pauli und der Niederlage beim bisherigen Schlusslicht an der Wedau. Eine Tatsache, die auch Höhn noch einmal hervorhob: "Es ist egal, ob der Gegner 1. oder 18. ist. Wir können gegen jeden gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren."
Denn erneut waren es die "letzten Kleinigkeiten" (Schuster), die in der Partie den Ausschlag gaben. Dabei wäre die erneut unheimlich große Moral des SV 98 am Ende beinahe noch mit einem Zähler belohnt worden. "Dass Darmstadt 98 nie aufgibt, das haben wir auch in der Halbzeit nochmal angesprochen", verriet MSV-Trainer Torsten Lieberknecht nach Spielende und nachdem die Lilien den perfekten Beweis für seinen Kabinen-Hinweis geliefert hatten.
"Keiner hat sich hängenlassen"
"Keiner hat sich hängenlassen, auch nach dem 0:3. Die Moral hat gestimmt, das habe ich auch schon anders erlebt. Auch wenn wir uns dafür nichts kaufen können", erklärte daher Neuzugang Christoph Moritz am Samstagmittag und sah in der der Darmstädter Moral auch einen Vorteil mit Blick auf die kommende Aufgabe: "Trotz der Niederlage gibt es ein besseres Gefühl als 3, oder sogar 4:0 zu verlieren."
Moritz selbst hatte bei Schlusspfiff als einer von vier Winterzugängen auf dem Platz gestanden und in seiner halbstündigen Einsatzzeit ein sehr ansprechendes Debüt inklusive Torpremiere gefeiert, die für den 29-Jährigen schlussendlich "aber nur auf dem Papier" nachhaltige Wirkung zeigte. Auch Sören Bertram traf erstmals im Trikot des SV 98 und verfestigte gemeinsam mit Moritz, Palsson und Herrmann den Eindruck, dass die Lilien nun über mehr Alternativen und Optionen in ihrem Kader verfügen. Auch, wenn sicherlich noch nicht alles so zusammenlief, wie es sich alle gewünscht hätten.
Da kommt es ganz gelegen, dass nun eine lange Woche bis zum Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim auf die Darmstädter wartet. Und damit genug Zeit, um Abläufe zu verfestigen und auch an der eigenen Effizienz zu arbeiten. Damit ein erneuter Schlussspurt am nächsten Spieltag nicht noch einmal benötigt wird. 

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