FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Zusammen gekämpft und zusammen gefeiert. So lassen sich 96 mitreißende Minuten am Millerntor zusammenfassen. Ob Spieler, die Menschen aus dem Staff des SV Darmstadt 98, selbst der Busfahrer: Sie alle rannten mit dem Abpfiff des Spiel beim FC St. Pauli aufs Spielfeld, fielen sich euphorisch in die Arme. Sie ließen ihren Emotionen freien Lauf, schrien ihre Freude und Erleichterung nach diesen extrem nervenaufreibenden 90 Minuten in die Hamburger Nacht. “Es ist total geil”, sollte Marcel Schuhen nur wenige Augenblicke später sagen. Auch Phillip Tietz brachte es mit nur wenigen Worten auf den Punkt: “Ein unglaubliches Gefühl.”
Es war ein Fight, der dem SV 98 drei wichtige Punkte in diesem packenden Saisonendspurt bescherte. Und das auch noch bei der besten Heimmannschaft der 2. Bundesliga. 33 Punkte sammelten die Kiezkicker bis dato vor heimischer Kulisse, verloren zuvor gar nur ein Spiel am Millerntor. Umso bemerkenswerter die Leistung der Südhessen, die vom frenetischen Darmstädter Anhang im Gästeblock angetrieben wurde. “Wir haben heute jeden Lilienfan glücklich gemacht und umgekehrt haben sie uns alle glücklich gemacht. Macht den Fernseher an, schaut und hört Euch unsere Fans an, dann seht Ihr was Leidenschaft, Emotionen und Liebe zu einem Verein bedeuten”, richtete Tietz ein besonderes Lob in Richtung der Fans und befand dann: “Es war ein fantastischer Sieg”. Ein Erfolg, den sich die Blau-Weißen hart erkämpften. Dank lautstarker Unterstützung von den Rängen sowie großem Einsatz und einer stets konsequenten Defensivleistung auf dem Platz.
Gegen alle Widerstände
Denn nachdem die Lilien noch in der ersten Halbzeit immer wieder spielerische Lösungen präsentieren konnten, ging es nach dem Seitenwechsel nur noch um eines: Nämlich alles wegzuverteidigen. “Wir haben es zwar nicht mehr geschafft, in der zweiten Halbzeit für viel Entlastung zu sorgen, aber es schaffen auch nur wenige Teams, 45 Minuten derart leidenschaftlich zu verteidigen”, analysierte Tietz und bekam dabei Unterstützung von Torhüter Schuhen: “Wenn wir auf diese Art und Weise verteidigen, ist es extrem schwer, ein Tor gegen uns zu erzielen. Wir waren ein totales Bollwerk.” Und trotzdem mussten die Darmstädter gleich zahlreiche brenzlige Situationen überstehen. Es gelang. Weil sie sich eben in jeden Ball warfen, weil sie aber auch das nötige Spielglück auf ihrer Seite hatten.
“Doch das haben wir heute einfach mal gebraucht”, erkannte Torsten Lieberknecht. Klar, am Ende waren es nur drei Punkte, auch darüber waren sich alle Beteiligten im Klaren. Aufgrund ihrer Entstehung, die aufgrund eines disziplinierten, kämpferischen Auftritts herrührte. Aber auch auch wegen der vergangenen zwei Wochen, in denen die Lilien sicherlich aktiveren und auch offensiveren Fußball spielten, am Ende aber der Gegner jubelte. Diesmal zeigten sich die Südhessen äußerst effizient. Lieberknecht selbst musste die Partie aufgrund einer Gelbsperre auf der Tribüne und nicht wie sonst an der Seitenlinie verfolgen. Eine ungewohnte Situation. Doch wieder so ein Widerstand in dieser Saison, gegen den sich der SV 98 stemmte. Genauso wie gegen das Fehlen von gleich vier wichtigen Akteure: Fabian Schnellhardt, Lasse Sobiech und Aaron Seydel verletzt, Braydon Manu aufgrund der fünften Gelben Karte nicht spielberechtigt. Doch der Zusammenhalt der blau-weißen Truppe ließ sie all das kompensieren.
Sie mussten kämpfen, sie haben gekämpft
Jeder für jeden. Immer weiter kämpfen, niemals aufgeben. Es sind diese Tugenden, die den SV Darmstadt 98 in der gesamten Spielzeit auszeichnen. Einer, der genau diese Dinge wie kein Zweiter verkörperte, war Jonathan Heimes. Nicht mehr unter uns, doch sein Mut und kämpferischer Geist leben weiter. Sein Motto? ‚Du musst kämpfen‘. “Ein Motto, das wir leben müssen”, hatte Lieberknecht schon auf der Pressekonferenz vor dem Duell auf St. Pauli gefordert. Am Millerntor dann liefen alle Lilien mit den blau-weißen Armbändchen auf. Ein kleines Detail, was jedoch sinnbildlich für den Zusammenhalt in der Mannschaft, aber auch für ihre Identifikation mit dem Verein steht. “Da steckt eine große, ganz besondere Geschichte und viel Kraft dahinter”, betonte der Cheftrainer des SV 98 nach der Partie. Tietz: “Wir werden das Armband weiterhin tragen und bis zum Schluss alles geben.”
Bis zum Schluss dieser Saison sind es nun noch drei Duelle. Das Rennen an der Tabellenspitze, es ist extrem eng und spannend. “Wir wollen wie eine Klette dranbleiben und uns nicht abschütteln lassen”, so Lieberknecht. Aktuell auf dem Relegationsplatz liegend haben die Darmstädter bereits satte 54 Punkte auf der Habenseite. Zum Vergleich: In den vorangegangenen Zweitliga-Spielzeiten holte man 51, 52, 46 und 43 Zähler. Genau dieses Wissen und dieses Selbstvertrauen gilt es nun, mit ins Saisonfinale zu nehmen. Am kommenden Wochenende wartet Aue, dann gastieren die Lilien in Düsseldorf, am 34. Spieltag kommt Paderborn. Schuhen: “Wir nehmen ganz viel Energie mit in die nächsten Wochen.” Und dazu ja auch noch dieses unglaubliche Gefühl vom Millerntor.