Samstag, Spieltag. Doch was zeichnet eine Familie aus? Richtig, sie hält zusammen. Sie rückt nach Schockmomenten noch enger zusammen. Das haben die Lilien in einem schwierigen Spiel gegen den VfL Bochum eindrucksvoll getan. Den freien Platz neben Dario Dumic in der Innenverteidigung, der durch die Höhn-Verletzung frei wurde, übernahm Nicolai Rapp. Mit Erfolg. “Er kommt rein und es funktioniert”, so das Sonderlob des Schlussmanns, der gegen die Mannschaft aus dem Ruhrpott nicht allzu viel zu tun bekam – ein paar Flanken abfangen, ein paar Kontakte mit dem Fuß. Mehr nicht. Das spricht für eine sehr gute Defensivarbeit der Lilien. Denn mit dem VfL gastierte die drittstärkste Offensive der Liga im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Mit im Gepäck hatte die Bochumer Reisegruppe natürlich auch die beiden Top-Knipser Silvere Ganvoula und Danny Blum, die gemeinsam die Hälfte aller 40 Saisontreffer des VfL erzielten. Doch nur letzterer hatte eine dicke Chance. Ansonsten ließ der SV 98 nichts zu.
Erneut ohne Gegentreffer
Zum zweiten Mal in Folge stand hinten die Null. Weil das dieses Mal aber auch vorne der Fall war, blieb es bei einem torlosen Remis. Zwar haben die Lilien damit den fünften Sieg in Folge verpasst, dennoch bleibt die Ungeschlagen-Serie von zehn Partien weiter bestehen. “Man durfte nicht davon ausgehen, dass wir in der Rückrunde alle Spiele dominieren, alles weghauen und immer gewinnen”, betont Grammozis, dessen Mannschaft schnell realisierte, dass es gegen den VfL aus Bochum eher harte Kost war. Das Motto daher? “Wenn du ein Spiel nicht gewinnen kannst, darfst du es nicht verlieren”, so der Lilien-Coach. Und in genau diesem Punkt ist der SV Darmstadt 98 in dieser Saison deutlich gereift.
Kein Tor erzielt, aber auch keines zugelassen
In der Hinrunde gab es genau solche Spiele – ein teilweise mäßiger Unterhaltungswert für neutrale Zuschauer, weil beide Seiten sich weitestgehend neutralisierten. Vor allem die beiden Hinrunden-Partien in Heidenheim und in Sandhausen standen beispielhaft dafür – beide Duelle verloren die Lilien knapp mit 0:1. Doch der Reifeprozess wirkt, der SV 98 hat sich weiterentwickelt. “Wenn man das Gefühl hat, dass nach vorne wenig geht, muss man als Mannschaft auch zusehen, dass hinten gut gestanden wird. Diesen Mix zu finden, ist nicht leicht. Aber heute ist uns das gut gelungen”, stellt Fabian Holland fest. Das Gefühl, dass die Lilien noch so ein bitteres Gegentor wie in Heidenheim oder Sandhausen fangen könnten, hatte am Samstagnachmittag niemand. Der SV 98 wollte sich vor heimischen Publikum die volle Punktausbeute schnappen, doch am Böllenfalltor können sie mit dem Zähler leben.
Dieser gibt dem SV Darmstadt 98 weiter Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben. Schon am nächsten Samstag haben die Lilien beim Karlsruher SC (14.3./13 Uhr) ein kniffliges, möglicherweise auch hitziges Spiel vor der Brust. Doch die Lilien sind darauf vorbereitet – dank Zusammenhalt und Reife.