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27.09.2018 / Allgemein

Weiter fürs Spielglück arbeiten

"Fußball ist ein Ergebnissport." Für diese Binsenweisheit wurden schon unzählige Euros in die vielen Phrasenschweine der Republik eingezahlt. Doch der rege Gebrauch ändert nichts am Wahrheitsgehalt dieser Aussage. Das bestätigte auch Dirk Schuster am Donnerstag. Zusätzlich stellte der 50-Jährige aber heraus, welche Komponenten schlussendlich zu einem jeweiligen Resultat führen. Und warum er trotz des negativen Spielausganges von Dienstag durchaus positiv auf das Spiel in Kiel blickt.

Bereits im geschlossenen Kreis nach Abpfiff und insbesondere am Mittwoch hatte Schuster seinem Team vermittelt, die Partie nicht möglichst schnell abzuhaken, sondern die Begegnung viel eher losgelöst vom schlussendlichen Endresultat zu betrachten: "Wir haben daran appelliert, das Positive mitzunehmen. Wir haben aufgezeigt, dass es einen Trend in die richtige Richtung gab und dass wir auf diesem Weg weitergehen müssen", verriet der Übungsleiter, der aber auch zugab, dass seine Spieler "das Negativerlebnis erst einmal verarbeiten mussten."
Das Zustandekommens dieses Negativerlebnisses bröselte Schuster am Donnerstag auf Nachfrage noch einmal auf, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits der "volle Fokus" auf der nächsten Herausforderung gegen Holstein Kiel lag. Denn die Erkenntnisse von Dienstag könnten den Lilien auch zum Wochenausklang eine gewisse Hilfestellung geben: "In der zweiten Liga ist es gang und gäbe, dass sich viele Teams auf Augenhöhe begegnen, dass Kleinigkeiten den Ausschlag geben, dass das Spielglück ein wenig entscheidend ist und auch äußere Einflüsse manchmal dem Spiel eine andere Richtung geben."
Arbeit an erster Stelle
Speziell in den vergangenen beiden Partien waren die Lilien in dieser Hinsicht laut Schuster "nicht vom Positiven verwöhnt worden", bereits morgen bietet sich dem Team die Chance, diesen Umstand aus eigener Kraft wieder zu verändern. "Wir dürfen uns nicht von äußeren Einflüssen in der Konzentration beeinträchtigen lassen", machte der gebürtige Chemnitzer deutlich und forderte von seiner Elf das erneute Abrufen der Grundtugenden: "Die Arbeit steht über allem. Laufbereitschaft, Einsatzbereitschaft und Kampfbereitschaft müssen da sein, dazu soll sich dann die spielerische Qualität paaren. Erst muss die Pflicht erledigt werden, dann kommt die Kür."
Die angesprochene Pflicht erledigten die Lilien am Dienstag, die punktemäßige Kür blieb allerdings verwehrt. "Ich war mit der Bereitschaft in kämpferischer Hinsicht und der Mentalität mehr als zufrieden", so Schuster beim letzten Blick zurück, bevor er seine Ausführungen um ein Versprechen für den morgigen Spieltag erweiterte: "Wir werden die Mannschaft gut vorbereiten und dann eine Partie erleben, in der wir alles versuchen werden, was in unserer Macht steht."
"Störche" im eigenen Nest eine Heimmacht
Wie schwer die Aufgabe werden dürfte, die Schuster und seine Mannschaft in Kiel erwartet, das verdeutlicht bereits ein Blick in die Statistik. Von saisonübergreifend 20 Heimspielen verloren die "Störche" gerade einmal zwei und auch vor der spielerischen Qualität des Gegners zollte Schuster seinen Respekt: "Kiel ist eine sehr offensivstarke Mannschaft, die im Spielaufbau verschiedene Variationen spielen. Sie sind bei Standardsituationen gefährlich, haben schnelle Außen und wechseln oft die Positionen. Sie stellen die Gegner immer wieder vor verschiedene Aufgaben."
"Wollen die Räume nutzen"
Die Lösung dieser Aufgaben gelang den Lilien in der Vorsaison durchaus passabel, damals trotzte man dem letztjährigen Relegationsteilnehmer ein torloses Unentschieden ab. Einen Teil der Ansätze, um erneut mit Zählern aus dem Norden zurückzukehren, verriet Schuster bereits am Donnerstag: "Wir müssen sauber dagegen spielen und die offensiven Bemühungen eindämmen. Und auf der anderen Seite wollen wir die Räume nutzen, die von den Kielern angeboten werden."
Kehrt zusätzlich zur Einhaltung dieser Vorsätze auch das "Spielglück" wieder stärker auf Darmstädter Seite zurück, könnte der Blick auf das Endergebnis bereits am späten Freitagabend ein positives Gefühl auslösen.
Bislang wurden 318 Tickets für die Begegnung verkauft, vor Ort wird es eine Tageskasse geben.

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