FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Die Spuren dieses Abends? Sie waren nicht zu übersehen. Tim Skarke und Patric Pfeiffer humpelten über den Rasen des Volksparkstadions, Marcel Schuhen musste, dick bandagiert, sogar gestützt werden. Aus Felix Plattes rechtem Nasenloch lugte das Ende eines blutigen Taschentuchs hervor. Doch kurz nach Abpfiff waren alle Schmerzen erst einmal vergessen. Gemeinsam standen die Lilien im Mannschaftskreis und lauschten den Worten ihres Cheftrainers: "Geile Leistung. Geiles Spiel!"
Für ausgelassene Jubelfeiern fehlte im Anschluss an das obligatorische Zusammenkommen nach Spielende dann aber doch die Kraft. Viel eher lagen sich die Spieler immer wieder in den Armen. Erleichterung, Stolz, für den ein oder anderen sicherlich auch eine gegenseitige Stütze, weil selbst das reine Stehen schwer fiel. „In Hamburg musst du immer auch leiden“, erklärte Erich Berko wenig später. Was er damit meinte? Das ständige Verschieben in höchstem Tempo, das permanente Anlaufen des Ballführenden, die hundertprozentige Konzentration in jeder einzelnen Aktion. Unfassbar anstrengend für Körper und Kopf. „Wenn du hier nicht arbeitest und nicht kämpfst, hast du keine Chance“, verdeutlichte dann auch Serdar Dursun, nachdem er und seine Teamkollegen genau das getan hatten. Und zwar ohne jede Ausnahme. Jeder der Akteure leerte den eigenen Tank, um seinen Teil zu den drei Punkten beim Tabellenzweiten beizusteuern.
„Alles richtig gemacht“
Auch die Verletzungen von Skarke und Pfeiffer bremsten die orangefarbenen Darmstädter an diesem Abend nicht aus. „Es war toll zu sehen, wie sich die Jungs, die reingekommen sind, nahtlos eingefügt haben“, so Markus Anfang angesichts der Leistungen von Mathias Honsak und Lukas Mai. Honsak war es dann auch, der Berko in der 51. Minute so mustergültig bediente, dass dieser den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 versenken konnte. „In der vergangenen Woche hat uns die Effizienz gefehlt, das haben wir heute besser gemacht“, resümierte der Torschütze, auf dessen Führungstreffer Dursun knappe zehn Minuten später ein weiteres Tor folgen ließ. „Heute hat jeder alles gegeben und gefightet. Wenn du dann hier gewinnst, hast du alles richtig gemacht“, lautete das Resümee des gebürtigen Hamburgers, der bereits seinen 17. Saisontreffer erzielte.
Die 36 Minuten nach dem 2:0 entwickelten sich dann immer mehr zu einem „Überlebenskampf“. Der HSV drückte, die Lilien blockten, köpften, fighteten. Sie litten für den Erfolg. Allein Jeremy Dudziak fand eine Lücke im Bollwerk in Orange. Nicht genug, um dem SV 98 die Punkte noch zu entreißen. Punkte, die dem Darmstädter enorm gut tun, wie auch Berko weiß: „Wir können jetzt ein wenig entspannter in das Wochenende gehen. Wir kennen die Tabellenkonstellation. Dieser Sieg war extrem wichtig.“
„Wir müssen weiter Punkte holen“
Mit nun 35 Zähler haben sich die Lilien ein kleines Polster verschafft, der Erfolg im Volksparkstadion hievt das Team zumindest vorübergehend auf Platz vier der Rückrundentabelle. Zurücklehnen bleibt aber weiterhin keine Option. Anfang: „Dieser Sieg ist wertvoll. Wir haben aus den letzten fünf Spielen zehn Punkte geholt. Aber wir sind noch lange nicht raus, wir müssen weiter Punkte holen, mit Fürth steht die nächste schwere Aufgabe vor der Tür.“
Bis dahin gilt es, die Blessuren zu kurieren, den Akku wieder aufzufüllen und dann erneut als Team aufzutreten. Um auch am kommenden Freitag nach Abpfiff erschöpft, aber glücklich auf den Rasen zu sinken. Wer siegen will, muss leiden. Das wurde in Hamburg erneut deutlich.