FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Enttäuscht schmiss Serdar Dursun beim Gang in die Auswärtskurve nach Abpfiff eine Wasserflasche neben das Tor – es war schon fast sinnbildlich, dass auch sie nicht im Heidenheimer Kasten landete. Wieder hatten sich die Lilien für einen engagierten Auftritt nicht belohnt, erneut hatte das Team von Dimitrios Grammozis viel gearbeitet und probiert, dennoch sollte es am Ende nicht sein. Mehr Torschüsse, mehr Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe – aber die wichtigste Statistik gewann in einer grundsätzlich ausgeglichenen Partie Heidenheim.
Da half es auch nichts, dass Heidenheims Trainer Frank Schmidt auf der anschließenden Pressekonferenz nicht nur ein paar wohlwollende Worte für den Auftritt des Gegners fand, sondern fast schon ein Loblied auf die Gäste sang. Darmstadt habe sein Team gut analysiert und die Räume eng gemacht, auch die Umstellungen seien nur bedingt gelungen. „Es war aber auch schwierig gegen einen sehr guten Gegner, der sehr gut organisiert war und bei Kontern immer gefährlich ist.“
Spielerische Kurve zeigt nach oben, Ergebniskurve nach unten
Dennoch bleibt am Ende zu konstatieren: So zufriedenstellend die Heimbilanz ist, so ernüchternd sind die Ergebnisse in der Fremde. Nach dem Auswärtsspiel beim SV Sandhausen war die Partie in Heidenheim bereits die zweite Partie, in der Kleinigkeiten die Partie entschieden. Eigene nicht genutzt Chancen hier, eine Unkonzentriertheit auf der anderen Feldseite dort. „Wir haben gerade wenig Glück“, bilanzierte Tim Skarke nach dem Spiel, der selbst zweimal am stark reagierenden FCH-Keeper Müller scheiterte. Glück – beziehungsweise der Mangel daran – war denn auch das Wort, das nach Abschluss relativ häufig fiel. Hatte man zu Beginn der Saison noch in der Vorwärtsbewegung Luft nach oben gehabt und sich hochprozentig bei den wenigen Chancen gezeigt, ist es nun kurioserweise genau umgekehrt. Die spielerischen Auftritte verbessern sich, auch defensiv ließ man in Heidenheim kaum etwas zu – doch am Ende steht dennoch nicht der Dreier zu Buche.
„Haben aktuell nicht das Spielglück“
„Für ein Auswärtsspiel hatten wir viele Torchancen, aber wir haben aktuell nicht das Spielglück, dass mal ein Ball reingeht und wir auch mal in Führung gehen“, bilanzierte Grammozis, der sah, wie sein Team einen blitzsaubere erste Hälfte hinlegte. Insbesondere im Mittelfeld ließen die Lilien den Ball ordentlich in den eigenen Reihen laufen. Fabian Schnellhardt und Seung-Ho Paik fungierten immer wieder als Anspielstation und verlagerten des Öfteren das Spiel. Zeitweise hatten die Darmstädter mehr Spielanteile und ließen dabei Ball und Gegner laufen. Insgesamt 53 % Ballbesitz untermauerten dies. Vor allem über die linke Seite fanden die Gäste über Kapitän Fabian Holland und den emsigen Skarke immer wieder Lösungen, auch nach dem Gegentreffer. Doch: Auch in der Schlussphase verhinderten Müller und die Latte den Ausgleich. Was also kann man mit einem Tag Abstand aus der Partie mitnehmen, außer dem Umstand, dass es in der Fremde wieder nicht zum Dreier gelangt hat? Die Balance zwischen Defensive und Offensive hat gestimmt, vielleicht noch besser als beim wilden Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Die Lilien agierten routinierter als noch in der Vorwoche, ließen dafür aber die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen.
Fehlende Tore als Knackpunkt
„Wir versuchen nicht mehr nur zu reagieren, sondern agieren mittlerweile mutiger und forcieren das Spiel mit dem Ball“, analysierte Grammozis: „Das haben die Jungs seit dem Sandhausen-Spiel gut gemacht. Man sieht auch, dass wir zu Torchancen kommen – wir müssen aber weiter daran arbeiten, dass wir diese auch mal in Tore ummünzen. Das ist der Knackpunkt.“ Und Rechtsverteidiger Patrick Herrmann bilanzierte es so: „Wir müssen es schaffen, unsere Qualitäten so umzusetzen, dass die Punkte bei uns bleiben. Wir müssen aber auch die minimalen Fehler analysieren und abstellen, damit wir nächste Woche punkten“. Dann geht es nach Bochum. Und damit verbunden die nächste Chance auf einen Erfolg in der Fremde.