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21.03.2019 / Allgemein

„Wir arbeiten akribisch weiter“

Seit knapp zwei Monaten steht Patrick Herrmann bei den Lilien unter Vertrag. In diesem Zeitraum ist der 31-Jährige in 5 Spielen zum Einsatz gekommen und stand auch bei den Siegen gegen Kiel und in Hamburg über die volle Distanz auf dem Feld. Mit sv98.de sprach der Rechtsverteidiger über seine Rolle als "Hamburg-Schreck", Muffins nach Spielende und die aktuelle Länderspielpause.

sv98.de: Patrick, mit sechs Punkten in die Länderspielpause. Das hat sicherlich ein gutes Gefühl gegeben?
Patrick Herrmann: Absolut. Aber trotzdem hat auch in diesen Spielen noch nicht alles geklappt, was wir uns vorgenommen hatten. Gegen Hamburg hätten wir in den ersten 20 Minuten sogar noch einen dritten Treffer fangen können, aber die Mentalität und das Bewusstsein, Spiele drehen zu können, das nehmen wir natürlich mit. Speziell nach Hamburg-Spiel sollte uns klar sein, dass wir gegen jeden Gegner bestehen können. Aber wir wissen genau, dass auch das Spiel gegen Regensburg wieder bei null losgeht. Es kommt nichts von alleine. Wir müssen uns wieder unserer Stärken besinnen und Gas geben.
sv98.de: Du selbst standest in beiden Partien in der Startelf und dürftest dementsprechend sehr zufrieden mit der jüngeren Vergangenheit sein?
Herrmann: Es fühlt sich vielleicht nochmal einen Tick anders an, als wenn du vielleicht 90 Minuten auf der Bank warst. Es ist ja klar, dass jedes Spielerherz so tickt, dass man selbst immer auf dem Platz stehen möchte. Für mich waren die Einsätze verbunden mit den Siegen überragend, aber grundsätzlich brauchen wir jeden einzelnen Mann. Es war toll zu sehen, wie sich beispielsweise in Hamburg alle zusammen gefreut haben, das spricht für einen tollen Teamgeist.
sv98.de: Der NDR hat in der vergangenen Woche eine besondere Statistik veröffentlicht. Du hast mit Kiel und Darmstadt in dieser Saison fünf Duelle gegen den HSV und St. Pauli bestritten. Alle fünf hat dein Team für sich entschieden. Musst du über so etwas schmunzeln?
Herrmann: (lacht) Mein Cousin hat mir das Bild geschickt, da musste ich natürlich schon lachen. Einige haben gesagt, dass schaffst nur du. (grinst) Siege sind immer schön, und als Kieler waren es quasi Derbys und natürlich steckt auch jetzt noch ein „halber Kieler“ in mir, da hat es mich natürlich noch einen Ticken mehr gefreut. Fünf Siege in einer Saison, das ist natürlich Wahnsinn.
sv98.de: Speziell die Partien im Volksparkstadion dürften in besonderer Erinnerung bleiben. Ein 3:0 mit Kiel zum Saisonauftakt und nun ein solches Comeback…
Herrmann: Speziell so ein 3:2 erlebt man als Spieler nur selten. Einen 0:2-Rückstand auswärts beim großen Aufstiegsaspiranten zu drehen, das war schon sehr schön. Aber auch so ein Spiel müssen wir richtig einordnen. Am Ende war der Sieg sicherlich auch mit Glück verbunden, obwohl wir uns das Ergebnis über die komplette Spielzeit schon auch verdient hatten. Aber es war ein Spiel, über das wir uns sehr freuen durften und nun geht der Blick wieder auf die nächste Partie.
sv98.de: Einen kurzen Blick zurück müssen wir aber noch werfen. Der Sieg fiel auch noch auf deinen 31. Geburtstag. Nach Abpfiff hattest du plötzlich einen Muffin in der Hand. Wo kam der denn her?
Herrmann: Ich bin nach dem Spiel zu meiner Familie auf die Tribüne geklettert, die hatten einen Muffin mit Kerze dabei, die ich erstmal auspusten durfte. Das war schon schön.
sv98: Zumal du dank des Sieges sogar direkt bei deiner Familie bleiben konntest.
Herrmann: Genau, ich konnte das Wochenende komplett genießen. Zunächst der Sieg und dann die beiden freien Tage, die ich bei der Familie verbringen durfte. Ich konnte mit meiner Frau und meinen Kindern noch ein wenig feiern, wir haben auch spontan noch eine kleine Runde mit Freunden und Bekannten eingeladen.
sv98.de: Nun gilt es, neben der Regeneration auch die Spielidee von Dimitrios Grammozis weiter zu verinnerlichen. Hilft die Länderspielpause in dieser Hinsicht?
Herrmann: Wir arbeiten akribisch weiter. Natürlich kommt so eine Pause speziell den verletzten oder angeschlagenen Spielern zugute, aber alle anderen sollten weiter Gas geben und das machen wir auch. Es wäre schlecht, erst nächste Woche wieder den Kreislauf auf Touren zu bringen und dann zu merken, oh das fällt jetzt aber ein wenig schwer.
sv98.de: Genutzt habt ihr die Pause aber auch für einen Besuch der Fanclubs. Für dich ging es zum Kegeln. Eine willkommene Abwechslung?
Herrmann: Für mich war es eine neue Erfahrung, die ich so noch nicht kannte. Natürlich kannte ich schon gemeinsame Abende von Mannschaft und Fans, aber der direkte Besuch bei den Fanclubs, das war eine coole Sache. Das Kegeln war sehr angenehm, vielleicht auch ein wenig lockerer als eine reine Gesprächsrunde. Gemeinsam zu lachen, sich abzuklatschen, das war schon etwas anderes und eine lustige Sache.
sv98.de: Nach der Pause startet das letzte Viertel dieser Saison. 9 Punkte Vorsprung sehen gut aus, aber für den Klassenerhalt reichen 32 Zähler noch nicht…
Herrmann: Jeder der bei uns spielt, der will auch gegen Regensburg gewinnen. Und auch die dann verbleibenden sieben. Das ist immer unabhängig von der Tabelle, wir werden uns spätestens nächste Woche akribisch auch direkt auf die Regensburger vorbereiten und dann versuchen da weiterzumachen, wo wir zuletzt aufgehört haben.
sv98.de: Was erwartest du für ein Spiel gegen den SSV?
Herrmann: Ich habe Regensburg als recht spielstarke Truppe kennengelernt, die sich aber auch für den langen Ball nicht zu schade ist. Aber sie sind immer für ein Tor gut, dürfen nicht die Anlaufzeit brauchen, die wir in Hamburg gebraucht haben. Wir wollen unseren Plan von Beginn an durchziehen, dann haben wir auch gute Chancen auf die drei Punkte.

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