FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Emotional und leidenschaftlich wurde debattiert, doch am Ende war die Marschrichtung klar. Zusammen soll nun unter höchstem Zeitdruck endlich die Stadion-Frage in Darmstadt gelöst werden. Der gemeinsame Abschlusstenor bei der Info-Veranstaltung von Präsident Rüdiger Fritsch und Bürgermeister Rafael Reißer: "Wir bekommen das hin!"
In den rund anderthalb Stunden am Dienstagabend (2.5.) hatten Fritsch und Reißer zuvor die rund 400 Fans in und vor der Lilienschänke über den Status quo bei der Stadion-Frage, die DFL-Fristen und die kommende Herangehensweise informiert. Viele konnten nicht mehr die überfüllte Lilien-Gaststätte betreten, sie verfolgten den von der Fan- und Förderabteilung organisierten Diskussionsabend über Lautsprecher im Außenbereich.
Spätestens am Ende der Veranstaltung war allen Fans innerhalb und außerhalb der Lilienschänke klar: Es ist 5 nach 12. "Wir laufen in eine Katastrophe", schlug Fritsch Alarm. Nicht ohne Grund: Der Schuh drückt, sehr zeitnah muss in den kommenden Wochen ein belastbarer Masterplan stehen. Fritsch: "Es herrscht ein gemeinsamer Wille in der Politik über annähernd alle Fraktionen für das Stadion. Wir brauchen eine Aufbruchstimmung. Wenn nicht jetzt, wann dann?"
Ergebnisse der Machbarkeitsstudie bis Mitte Juni
Derzeit läuft die Vertiefungsphase für eine von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie, bei der vier Standorte im Detail untersucht werden. In der Studie werden die Areale in Arheilgen, südlich der B26, in Eberstadt-West und am Gehaborner Hof in Weiterstadt analysiert. Das Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor wird derzeit ebenfalls in Bezug auf einen möglichen Umbau neu untersucht. Bis Mitte Juni sollen die Ergebnisse präsentiert werden, wie Bürgermeister Reißer bestätigte.
Dass eine sportliche Zukunft am Böllenfalltor aufgrund des jetzigen Zustands unvorstellbar ist, wurde während der Veranstaltung immer deutlicher. Fritsch listete die zahlreichen Mängel auf: völligst unzeitgemäße Bedingungen für die Profimannschaft, eine veraltete Bausubstanz, mangelnde sanitäre Bereiche und insbesondere die hohen ständigen Sanierungs- und Instandhaltungskosten. Diese führen in Verbindung mit schlechten Vermarktungspotenzialen dazu, dass das Stadion für Stadt und Verein ein "wirtschaftlicher Unsinn" ist. "Wir brauchen kein Dach über der Gegengerade, sondern ein neues, zeitgemäßes Stadion", warnte der Lilien-Präsident eindringlich.
Fritsch: "Verein und Stadt müssen das im Schulterschluss erledigen"
Fakt ist, dass der Verein nicht über ein entsprechendes Grundstück verfügt und auch keine Baugenehmigung erteilen kann – das kann nur die Stadt Darmstadt. An welchem der geprüften neuen Orte oder doch in einem umgebauten Böllenfalltorstadion der SV 98 seine Heimspiele nun in Zukunft austragen wird, muss entschieden werden: Wichtig ist, dass zeitnah eine Lösung gefunden wird. Fritsch: "Wir wollten informieren und die Brisanz darstellen. Ich hoffe, dass nun alle wissen, wie ernst es ist. Verein und Stadt müssen das im Schulterschluss erledigen." Auch Reißer versprach, gemeinsam mit dem SV 98 zeitnah einen tragfähigen Masterplan präsentieren zu können.
Bereits am Mittwoch (3.5.) sitzen Oberbürgermeister Jochen Partsch und weitere wichtige Vertreter der Stadt deshalb erneut mit dem Verein zusammen, um eine Lösung in der Stadionfrage zu erörtern. Fritsch: "Es ist nicht hoffnungslos. Wir sind in den nächsten Tagen in guten Gesprächen. Man muss sehen, es bewegt sich etwas."