FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau fanden sich am Montagabend bei strömendem Regen rund 80 Menschen am Karl-Heß-Platz zusammen, um den Opfern des Holocaust zu gedenken. Teile des Präsidiums, die Fan- und Förderabteilung der Lilien, die Vereinsschreiber des SV 98 und die jüdische Gemeinde organisierten die Veranstaltung und erinnerten mit verschiedenen Redebeiträgen und Aktionen an die schrecklichen Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Am Karl-Heß-Platz wurde eine Fahne mit dem hebräischen Schriftzug für „Darmstadt“ platziert – angelehnt an eine Gedenktafel im Vernichtungslager Belzec in Polen, wo ein Großteil der aus Darmstadt deportierten Menschen ermordet wurde. Auf Plakaten wurden die Namen dieser Menschen dargestellt, um an das namenlose Grauen zu erinnern und die Schicksale dahinter sichtbar zu machen.
„Unsere Generation trägt keine direkte Verantwortung für die schrecklichen Taten des zweiten Weltkriegs und doch haben wir dafür zu sorgen, dass dieser Teil der deutschen Geschichte nicht in Vergessenheit gerät“, mahnte Wolfgang Arnold, Präsidiumsmitglied des SV Darmstadt 98. Er rief die Anwesenden auf, gemeinsam gegen das Vergessen und für die Erinnerung einzutreten. Gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde legte er einen Kranz am Gedenkstein nieder.
Tim Strack von der Fan- und Förderabteilung beklagte, dass 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz der gleiche Hass, der für die Verbrechen verantwortlich war, wieder zu spüren sei. Er ermutigte die Zuhörer, die Strahlkraft des Vereins und der Fans zu nutzen: „Wir müssen die Kraft finden, diesen Entwicklungen entgegenzugehen und für eine lebendige Erinnerungskultur zu kämpfen. Wir dürfen nicht wegschauen!“
Die Vereinsschreiber Thomas Spengler und Jürgen Koch würdigten den Ehrenvorsitzenden des Vereins, Dr. Karl Heß, und nannten ihn ein „zentrales Symbol für diejenigen, die in dieser grausamen Zeit verfolgt, verfehlt, entrechtet, vertrieben oder gar ermordet wurden.“ Dr. Karl Heß war von 1928 bis 1933 Vorsitzender des SV Darmstadt 98. In Folge antisemitischer Ausschreitungen wurde er 1933 aus seinem Amt gedrängt und verlor seine Lizenz als Rechtsanwalt. 2017 wurde ihm der Platz vor dem Merck-Stadion am Böllenfalltor gewidmet und nach ihm benannt.