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21.05.2020 / Allgemein

„Wir werden ein anderes Gesicht zeigen“

Im ersten Heimspiel nach dem Re-Start der 2. Bundesliga trifft der SV Darmstadt 98 im Merck-Stadion am Böllenfalltor auf den FC St. Pauli (23.5./13 Uhr). Cheftrainer Dimitrios Grammozis hat im Mediengespräch vor dem 27. Spieltag den kommenden Gegner analysiert, über die fehlende Heimspielatmosphäre gesprochen und selbstverständlich das gewohnte Personalupdate geliefert.

…zum Personal:

Die beiden Langzeitverletzten, Mathias Wittek und Immanuel Höhn, stehen uns weiter nicht zur Verfügung, sind aber beide auf dem Weg der Besserung. Ihr Programm läuft sehr gut, die Jungs sind im Aufbau. Matthias Bader war im letzten Spiel nicht dabei und hat die letzten Tage nur individuell trainieren können. Da müssen wir abwarten, wie es heute und morgen aussieht. Er hat immer noch leichte Beschwerden. Dagegen ist Braydon Manu wieder voll einsatzfähig. Er ist hat das Mannschaftstraining komplett mitgemacht. Ich bin froh, dass er wieder dazugestoßen ist, weil er uns in der Offensive eine Option mehr bietet. Er hat es in den letzten Trainingstagen sehr gut gemacht. Marvin Mehlem hatte noch aus dem KSC-Spiel eine Blessur am Bein. Ich hoffe aber, dass es auskuriert ist und er heute wieder am Mannschaftstraining teilnehmen kann.

…über die Leistung in Karlsruhe:

Es ist ein gutes Zeichen, wenn die Spieler nach so einer Partie nicht mit guter Laune nach Hause gehen oder versuchen, die Schuld jemand anderem in die Schuhe zu schieben. Wir haben unter der Woche eine Videoanalyse gemacht. Die Spieler waren dabei sehr selbstkritisch und haben verstanden, dass es mit dieser Art und Weise sehr schwer wird, in der 2. Liga Punkte zu holen. Die Karlsruher haben an diesem Tag mehr in die Waagschale gelegt, um das Spiel zu gewinnen. Wir waren aber nicht unterlegen. Das Spiel hätte – wenn wir unseren Chancen nutzen und in Führung gehen – auch zu unseren Gunsten laufen können. Aber wir waren nicht so zielstrebig genug, wie wir in den Spielen zuvor agiert haben und die Jungs in jedem Moment voll da waren. Wir haben das thematisiert und jetzt gilt es, das KSC-Spiel abzuhaken und die kommende Aufgabe anzugehen.

…über die Trainingswoche:

Unter der Woche hat man auf jeden Fall eine Reaktion gesehen. Uns hat in den vergangenen Spielen unsere Energie ausgezeichnet. Das haben wir in Karlsruhe vermissen lassen. In den Trainingseinheiten haben die Jungs wieder diese Energie an den Tag legt. In den letzten Einheiten vor dem Spiel müssen wir das noch einmal auf dem Platz bringen und dann natürlich auch am Samstag umsetzen. Außerdem haben wir in Karlsruhe gemerkt, wie wichtig es ist, sich ohne Zuschauer gegenseitig noch mehr zu pushen und sich zu unterstützen. Wir müssen uns verbal noch mehr anmachen – im positiven wie im negativen Sinne. Eine Mannschaft muss während eines Spiels leben. Das wird am Samstag entscheidend sein, um die Partie gegen St. Pauli zu gewinnen. Dafür haben wir am Montag und Dienstag ganz normal auf unseren Trainingsplätzen trainiert. Heute werden wir im Stadion trainieren. Dort wird die Taktik im Vordergrund stehen. Wir werden aber auch im Stadion trainieren, um die spezielle Atmosphäre aufzugreifen. Es ist wichtig, dass wir nochmal spüren, wie es ist, ohne Zuschauer zu spielen.

…zum kommenden Gegner:

St. Pauli hat einen tollen Kader. Sie haben viele Variationsmöglichkeiten. Viele Positionen sind bei ihnen doppelt oder sogar dreifach besetzt. Gegen den 1. FC Nürnberg haben sie gezeigt, dass sie gegen einen guten Gegner gewinnen können. Jos Luhukay hat in der letzten Partie eine Systemänderung vorgenommen, mit einer Dreierkette gespielt und gewonnen. Vielleicht macht er es gegen uns genauso, vielleicht wird er wieder umstellen. Die Variationsmöglichkeiten haben sie. Außerdem wissen sie gute Jungs in ihren Reihen, die gerade in der Offensive für Torgefahr sorgen können – wie Henk Veerman oder Dimitrios Diamantakos.

…über die fehlende Heimspielatmosphäre am Bölle:

Die Zuschauer waren ein ganz wichtiger Grund für unsere Serie am Böllenfalltor. Es wird für uns kein Vorteil sein, dass unsere Fans nicht im Stadion sind. Dennoch müssen wir die aktuelle Situation annehmen. Wir können nicht jede Woche jammern: Die Zuschauer sind nicht da und das ist nicht schön. Andere Vereine haben genau das gleiche Problem. Unsere Fans fehlen uns, ganz klar. Aber wir konzentrieren uns jetzt nur auf das Spiel und nehmen die Dinge so an, wie sie sind. Natürlich wäre es schön gewesen, unter anderen Umständen gegen St. Pauli zu spielen. Unsere Fans sind schließlich ein Energiespender. Das im März angesetzte Montagsspiel hätte sicherlich zusätzliche Energie freigesetzt – ein Live-Spiel, dazu am Abend unter Flutlicht. Das hätten die Spieler gern mitgenommen. Aber wir freuen uns trotzdem auf den Samstag. Wir haben Bock, uns mit einem guten Gegner zu messen.

…über einen möglichen Heimvorteil:

Diesen Heimvorteil gibt es nicht mehr in der Art und Weise, wie es ihn vorher gegeben hat. Natürlich kennen wir hier am Bölle den Platz, das Stadion und die Gegebenheiten besser als der Gegner. Vielleicht könnte das ein Vorteil sein. Aber diesen klaren Heimvorteil sehe ich nicht.

…über die Motivation bei Geisterspielen:

Wir sind nicht im Niemandsland der Tabelle. Wir haben noch ein ganz klares Ziel: Wir wollen bis zum Ende der Saison möglichst viele Spiele gewinnen. Ich hoffe, dass wir jetzt gegen St. Pauli ein gutes Spiel abliefern, ein anderes Gesicht zeigen und die drei Punkte holen. Ich freue mich auf jedes Spiel – egal, ob es das erste Spiel oder ein Saisonfinale ist. Wir fokussieren uns zu einhundert Prozent. Und die Ziele sind zudem klar:  Wir wollen gewinnen. Wir wollen hungrig sein. Wir sind eine Mannschaft, die als Einheit arbeitet und sich auf dem Platz gegenseitig hilft. Das alles wollen wir gegen St. Pauli zeigen. Es wird aber nicht einfach. St. Pauli wird sich auf dem Sieg gegen Nürnberg nicht ausruhen. Wir werden vielmehr auf eine Mannschaft treffen, die uns alles abverlangen wird. Das ist Ansporn genug, in dieses Spiel reinzugehen und Volldampf zu geben. Dass die Mannschaft sich von der vermeintlich sicheren Tabellensituation einlullen lässt, lassen wir nicht zu. Dafür sind wir aber auch zu heiß auf jedes Spiel. Ich kann in keinster Weise erkennen, dass sich jemand hängen lässt.

…über die anstehende Geburt des Kindes von Fabian Holland:

Aus der eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass die Geburt des eigenen Kindes etwas ganz Besonderes ist und es einen selbst sehr prägt. Ich hoffe, dass Fabi bei der Geburt dabei sein kann. Aber ich hoffe auch, dass sich sein Sohn bis nach dem Spiel Zeit lässt. Wichtig ist, dass alle gesund bleiben und das Kind gesund zur Welt kommt. Vielleicht kann Fabi unter seinem Trikot schon den grünen Krankenhauskittel anziehen, damit er nach dem Spiel keine Zeit verliert, sollte es dann passieren (lacht).

…über die folgende englische Woche:

Es ist klar, dass wir die Trainingsintensität dem Spielrhythmus anpassen müssen. Machen wir zu viel, sind die Jungs im Spiel müde. Machen wir zu wenig, haben sie nicht die nötige Belastung in den Beinen. Das ist die größte Herausforderung in der englischen Woche. Wir werden schauen, wie wir die Belastung auch im Hinblick auf Spielminuten steuern. Schließlich haben die Möglichkeit, fünfmal während einer Partie zu wechseln, was ein Vorteil ist. Man wird sehen, inwieweit eine Rotation möglich ist. Drei Spiele in sechs Tagen sind sehr knackig.

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