FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Er war der Matchwinner, der umjubelte Siegtorschütze. Bereits in seinem zweiten Pflichtspieleinsatz für den SV Darmstadt 98 knipste Oscar Vilhelmsson seinen ersten Treffer im Dress der 98er – und was für einen. Abgezockt, eiskalt und dann auch noch wunderschön. Doch sich selbst nach dem 1:0-Auswärtssieg bei Eintracht Braunschweig in den Mittelpunkt stellen? Das war nicht sein Ding. Fabian Holland musste mit einem kräftigen Schubser schon ordentlich nachhelfen, ehe sich der 18-Jährige seinen verdienten Extra-Applaus von den mitgereisten Lilien-Fans abholte. Eine Szene, die nur wenige Sekunden andauerte. Dann reihte sich Vilhelmsson bereits wieder ein. Ins Kollektiv der Darmstädter Protagonisten vor der Gästekurve. Eine Mannschaft, die sich natürlich noch immer in einem Prozess befindet, die sich aber dennoch stets weiterentwickelt. Woche für Woche.
Klar ist in solch einem Prozess auch, dass noch nicht alles perfekt laufen kann. Das beste Beispiel? Die erste Halbzeit in Braunschweig. Ein erster Durchgang, in dem nicht alles schlecht, aber Luft nach oben war. Zwar rissen die Lilien nach einer anfänglichen Druckphase der Braunschweiger das Spielgeschehen mehr und mehr an sich, hätten kurz vor dem Pausenpfiff sogar in Führung gehen können. „Doch hatten wir viel zu wenig Präzision und hätten unser Spiel mit vielen Ballverlusten fast selbst gekillt“, fand Torsten Lieberknecht auf der Pressekonferenz nach Abpfiff deutliche Worte. Seine Analyse gab der Cheftrainer in ähnlicher Form bereits nach 45 Minuten an seine Mannschaft weiter.
Aus Fehlern lernen
So wie die Zwischenüberschrift lautet auch das Ziel in einem Prozess der Weiterentwicklung. Schon nach dem missglückten Saisonstart in Regensburg (0:2) unterzogen sich die Darmstädter einer intensiven Fehleranalyse. „Im Fußball geht es immer darum, Dinge zu lernen und clever zu sein. Das müssen wir in Zukunft besser machen“, sagte Marcel Schuhen noch nach Abpfiff in Regensburg. Und Fabian Schnellhardt untermauerte dann in der Mixed-Zone im Eintracht-Stadion: „Wir haben viele Schlüsse aus dem ersten Spiel gezogen.“ Den Beweis dieser erfolgreichen Nachbesprechung lieferten die Lilien ein paar Tage später mit dem Heimsieg gegen Sandhausen und eine Woche darauf mit dem Weiterkommen im DFB-Pokal.
Und in Braunschweig reichten dann schon 15 Pausenminuten, um aus den eigenen Fehlern der ersten Hälfte zu lernen. „Wir wollten öfter und schneller die Tiefe suchen, die Flügel besser bespielen und die Ballverluste im Zentrum abstellen“, so Lieberknecht, der lobend anfügte: „Das ist uns gelungen.“ Denn seine Mannschaft gab in den zweiten 45 Zeigerumdrehungen den Ton an. Insgesamt zählte die Statistik 23:8 Torschüsse für die Darmstädter, dazu mehr Ballbesitz (54,7 Prozent) sowie die besseren Zweikampfwerte (54,6 Prozent gewonnene Duelle). Die Lilien ließen sich zudem auch von vergebenen Großchancen wie dem verschossenen Elfmeter nicht aus der Ruhe bringen, blieben stattdessen defensiv konzentriert und lauerten in der Offensive auf ihre Chance. Mit Erfolg. Fabian Holland: „Es war wichtig, im Spiel die Null zu halten, weil wir vorne die Qualität haben, uns immer wieder Möglichkeiten herauszuspielen.“
„Darauf lässt sich aufbauen“
Der besondere Moment erfolgte kurz vor dem Schlusspfiff in Braunschweig. Abgezockt, eiskalt und dann auch noch wunderschön: Der Treffer von Vilhelmsson bescherte dem SV 98 den dritten Pflichtspielsieg in Folge. Sechs Punkte in der Liga, dazu eine Pokalrunde weiter und zwei Partien in Folge ohne Gegentor. „Mit unserem Saisonstart können wir zufrieden sein“, erklärte Schnellhardt und ergänzte: „Wir haben zwei Spiele in der Liga gewonnen und im Pokal ein gutes Spiel gemacht Darauf lässt sich aufbauen.“
Dennoch sind sich die Lilien natürlich bewusst, dass die kommenden Aufgaben nicht leichter werden – vor allem in dieser enorm engen 2. Bundesliga, die noch ausgeglichener zu sein scheint als noch im letzten Jahr. Gleich sieben Mannschaften im Wettbewerb haben nach drei Spieltagen sechs Zähler auf dem eigenen Konto. Dazu zählen die Lilien. Dazu zählt auch der FC Hansa Rostock, der am nächsten Wochenende (13.8./20.30 Uhr) im Merck-Stadion am Böllenfalltor gastiert. Holland: „Wir wussten, dass wir in Braunschweig einhundert Prozent geben mussten. Doch das müssen wir in dieser 2. Liga immer.“ Und zwar Woche für Woche.