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03.09.2018 / Allgemein

„Wollen unseren Weg weitergehen“

Es lief die 77. Spielminute, als Immanuel Höhn eine scharfe Hereingabe zunächst artistisch und technisch anspruchsvoll aus der Gefahrenzone beförderte, bevor er den anschließenden Gewaltschuss von Heidenheims Schnatterer mit dem Oberkörper blockte. Beide Szenen vereinten, was sich schlussendlich als Lilien-Erfolgsrezept im Gastspiel auf der Ostalb herausstellte. Kampfgeist, Wille und Teamgefüge wurden durch viele fußballerische Akzente ergänzt, die nach 90 Minuten im 300. Zweitliga-Sieg der Vereinsgeschichte mündeten. Und für die erhofften Punkte vor der Länderspielpause sorgten.

Ob Schnatterers Ball auf Höhns Brust einen Abdruck hinterlassen hatte? Das ließ sich nach Spielende nicht gänzlich herausfinden. Der Verteidiger bewertete die anschließende Szene nach Abpfiff wie folgt: "Es war vielleicht auch ein wenig bezeichnend für unsere Leistung, dass wir alles dazwischen geworfen haben und versucht haben, jeden Schuss zu blocken. In der Situation hatte ich dann das Vergnügen."
Auch Heidenheims-Trainer Frank Schmidt war die doppelte Rettungstat im Kopf geblieben, verbunden mit einer Erkenntnis, die der Cheftrainer auf der Pressekonferenz mit den Anwesenden teilte: "Als Höhn im Rückwärtslaufen sensationell geklärt hat, war mir klar: Darmstadt ist wieder bereit, alles dafür zu tun, heute zu Null zu spielen und dass es für uns sehr schwer wird."
"Hellwach und konzentriert"
Dabei diente diese 77. Minute nur als weiteres Indiz für eine Leistung, die Schmidts Gegenüber Dirk Schuster als "von der ersten Sekunde an hellwach und sehr konzentriert" einordnete und sich darüber hinaus glücklich darüber zeigte, dass sein Team über die gesamte Spielzeit "spielerische Lösungen" suchte und in vielen Situationen auch fand.
Die Verbindung aus Stabilität und offensivem Tatendrang hob auch Fabian Holland am Folgetag der Partie noch einmal hervor: "Wir arbeiten allgemein als Team defensiv sehr gut. Das macht es uns in der Viererkette natürlich einfacher. Wir lassen wenige Chancen zu, das gibt ein gutes Gefühl. Und nach vorne setzen wir immer wieder Akzente."
Mehr Torschüsse und eine bessere Zweikampfquote
Diese Akzente setzten die Lilien auf dem gesamten Spielfeld. Offensiv standen mehr Torschüsse zu Buche, dazu gesellte sich die bessere Zweikampfquote im Duell "zweier kampfstarker Mannschaften", wie Marcel Franke richtig beobachtete. Und der Siegtorschütze zeigte sich zufrieden mit dem Gesamtauftritt, den er und seine Teamkollegen auf den verregneten Rasen in der Voith-Arena ablieferten: "Man sieht auf dem Platz, wie wir zusammenstehen, wie wir als gesamte Mannschaft arbeiten und alles reinwerfen. Wir haben uns den Sieg über 90 Minuten verdient."
Pause mit zwei Seiten
Verdient haben sich die Lilien nach fünf Pflichtspielen, in denen vier Siege und ebenso viele weiße Westen zu Buche stehen, auch die anstehende Länderspielpause. Obwohl die "Zwangspause" nicht ausschließlich auf Gegenliebe stößt: "Die Pause hat zwei Seiten. Wir sind sehr gut drauf und könnten auch direkt weiterspielen, aber das Durchschnaufen tut uns sicher auch gut" erklärte beispielsweise Holland, während Höhn ganz ähnliche Töne anstieß: „Wir würden schon gerne in unserem Flow bleiben, aber es tut auch gut, ein wenig runterzukommen und dann mit Vollgas in die weitere Trainingsarbeit und das Spiel gegen Sandhausen zu gehen."
Denn in einer Sache waren sich bei den Lilien alle einig. Der Start mit 9 Punkten und dem Weiterkommen im DFB-Pokal ist gelungen, aber kein Grund, um auch nur einen Prozentpunkt nachzulassen. "In der zweiten Liga gibt es keinen Grund, sich auf einem Tabellenplatz oder einer Punkteanzahl auszuruhen" machte Holland stellvertretend deutlich, während Höhn auch an die jüngere Vergangenheit erinnerte: "Niemand weiß so gut wie wir, was auch nach einem sehr guten Start passieren kann. Mit dem Bewusstsein der vergangenen Saison gehen wir in die nächsten Spiele und wollen unseren Weg weitergehen."

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