FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
"Hammer-Programm" – so oder so ähnlich titelten die Medien jüngst vor den abschließenden Saisonspielen des SV 98. Nach den ersten zwei dieser Spiele, die alle Aufstiegsaspiranten der 2. Liga beinhalten, stehen vier Punkte zu Buche. Sieg gegen den HSV, dazu ein Zähler gegen die mit Fürth beste Auswärtsmannschaft der Liga. Und gerade deshalb lohnt sich (ausnahmsweise) mal ein Blick in den Rückspiegel. Hätte jemand vor diesen beiden Begegnungen gesagt: "Ihr holt in beiden Spielen vier Punkte." Markus Anfang sowie alle anderen Lilien hätten ohne ein Zögern zugestimmt. Seine Aussage auf der PK nach Spielende: "Wenn uns das einer im Vorfeld gesagt hätte, hätten wir geantwortet: 'Ja, die nehmen wir mit'."
Und ja, die Lilien nahmen sie mit – die vier Zähler gegen diese zwei Top-Teams der 2. Bundesliga. Ein Sieg im Volksparkstadion gegen den HSV, ein Remis im Merck-Stadion am Böllenfalltor gegen Greuther Fürth. Dementsprechend stolz auf die eigenen Leistungen sowie zufrieden mit der Ausbeute zeigten sich die blau-weißen Protagonisten am Freitagabend (16.4.). „Wir haben gegen zwei super Gegner gespielt und vier Punkte geholt, das ist absolut okay“, fasste Tobias Kempe zusammen. Dabei wäre sogar fast noch mehr drin gewesen.
Erst herrschen die Lilien, dann übernimmt Fürth
2:0 hatten die Lilien zur Halbzeit gegen das Kleeblatt geführt. Das Ergebnis einer richtig ansehnlichen ersten Hälfte, in welcher der SV 98 die so auswärts- und spielstarken Gäste nicht zur Entfaltung kommen ließ. Viel mehr noch. Die Südhessen, die mit großen Personalsorgen in die Partie gingen, beherrschten Spiel und Gegner. Anfang analysierte folgerichtig: „Wir haben das Spiel im ersten Durchgang in vielen Phasen sowohl offensiv als auch defensiv kontrolliert und es ordentlich gemacht.“ Engagiert, konzentriert und in der Offensive eiskalt – erst Kempe mit einem wunderschönen Freistoßtreffer, dann Serdar Dursun nach sensationeller Vorarbeit von Fabian Schnellhardt und Victor Palsson mit dem Ausbau der Führung.
Warum es dennoch nicht zum Sieg reichte, hatte vor allem zwei Gründe: Mit einem dritten Treffer, der durchaus möglich gewesen wäre, hätten die Lilien in Halbzeit eins den Sack bereits zumachen können. Zudem bekam der SV 98 im zweiten Durchgang das brachiale Potential des fränkischen Aufstiegsaspiranten zu spüren. „Ab der 60. Minute hat man gemerkt, dass Fürth richtig viel Qualität hat und nicht umsonst um den Aufstieg spielt“, musste Anfang neidlos anerkennen. 29 Punkte hatten die Gäste vor dem Duell in der Fremde bereits gesammelt und nur einmal überhaupt verloren. Ein weiterer Zähler kam am Böllenfalltor hinzu. Dem Kleeblatt gelang es, einen Zwei-Tore-Rückstand zu egalisieren, weil „wir dem Druck nicht mehr standhalten konnten“, erklärte Kempe und fügte an: „Das ist natürlich schade.“
Entwicklungsschritt nach vorn
Und dennoch wurde beim Unentschieden gegen Greuther Fürth deutlich, dass die Lilien einen weiteren Entwicklungsschritt in dieser Rückrunde vollzogen. Wie oft hatten gute Leistungen in dieser Saison schon nicht für Zählbares gereicht? Wie oft verloren die Darmstädter mit nur einem Tor Differenz? Womöglich hätte der SV 98 der Hinrunde so ein Spiel noch aus der Hand gegeben. Nicht aber der SV 98 der Rückrunde, der selbstbewusst sowie gefestigt auftritt. Elf Punkte sammelten die Blau-Weißen in den vergangenen sechs Partien – drei Siege, zwei Remis und nur eine knappe Niederlage. Ohnehin schaufelten die Lilien schon jetzt – nach zwölf Rückrundenspieltagen – die gleiche Anzahl an Zählern auf ihr Punktekonto wie nach der kompletten Hinrunde. Platz fünf in der Rückrundentabelle ist die Folge. Es sind Zahlen, die den punktemäßígen Entwicklungsschritt des SV Darmstadt 98 untermauern.
Die Butter soll auf dem Brot bleiben
Ein Entwicklungsschritt, welcher bitternötig war. Schließlich befinden sich die Südhessen noch immer im Kampf um den Klassenerhalt. Aus diesem gilt es, in den nächsten Wochen letzte Restzweifel zu beseitigen. Und die Lilien, sie sind auf einem guten Weg. Doch dürfen sie keinesfalls nachlassen – schon gar nicht am kommenden Dienstag (20.4., 18.30 Uhr) bei den Würzburger Kickers. Zu Gast beim Tabellenschlusslicht, eine im Vergleich zu den vergangenen beiden Herausforderungen scheinbar leichtere Aufgabe. Scheinbar. „Es darf keiner denken, dass es wie im Hinspiel laufen wird“, forderte Kempe mit Blick auf den 2:0-Heimsieg gegen ersatzgeschwächte Würzburger im Dezember 2020. Vor allem im eigenen Stadion sind die Kickers keinesfalls zu unterschätzen. Heimsiege gegen den Hamburger SV, Fortuna Düsseldorf und Hannover 96 sprechen Bände.
„Wir brauchen jeden Punkt – egal, gegen wen es geht“, betonte Lars Lukas Mai in einer virtuellen Medienrunde am Samstagvormittag (17.4.). Denn das „Hammer-Programm“ geht weiter. Und der Verteidiger des SV 98 ist einer, der vor allem die Ungemütlichkeit der Würzburger in der Flyeralarm-Arena schon einmal selbst noch in Diensten des FC Bayern II zu spüren bekam. „Sie sind eine kämpferische sowie sehr laufstarke Mannschaft. Gegen Würzburg musst du zu einhundert Prozent hellwach sein, sonst nehmen sie dir die Butter vom Brot“, verdeutlichte der 21-Jährige, der mit den Lilien auf die starke Ausbeute der vergangenen beiden Partien weitere Zähler hinaufpacken will. Drei Auswärtspunkte in Würzburg? Zum Mitnehmen, bitte.